Last-Minute-Tor zum 2:2 gegen VfL Wolfsburg

Mertesacker rettet die Serie

DIE Hauptdarsteller unter sich: Stürmerstar Edin Dzeko (vorn) brachte Wolfsburg zweimal in Führung, Werders Per Mertesacker traf zu guter Letzt zum 2:2.

Von Carsten Sander. Eigentlich war schon alles vorbei. Eigentlich hatte Werder Bremen die Partie gegen den VfL Wolfsburg schon verloren. Eigentlich war die Serie von 20 Spielen ohne Niederlage beendet. Doch dann kam Per Mertesacker.

Mit einem Kopfball in der letzten Minute der Nachspielzeit erzielte der Verteidiger das nicht mehr für möglich gehaltene 2:2 und rettete damit nicht nur die Serie, sondern hievte sein Team wie schon am vergangenen Wochenende an die Tabellenspitze.

Die Fotos vom Spiel

Werder Bremen - VfL Wolfsburg

Edin Dzeko markierte beide Tore für Wolfsburg (42./85.), Hugo Almeida (62.) und eben Mertesacker glichen jeweils aus. Das 2:2 (0:1) reichte, um wenigstens bis heute Abend an Bayer Leverkusen vorbeizuziehen.

Der erneute Sprung auf Platz eins war nach dem Abpfiff allerdings nicht das beherrschende Thema bei Werder. Vielmehr ärgerten sich die Beteiligten über ein Ergebnis, das sie nur zähneknirschend akzeptieren konnten. „Am Ende müssen wir mit einem Punkt ja zufrieden sein“, grummelte Torsten Frings: „Wer mit der letzten Aktion den Ausgleich macht, hat schließlich Glück gehabt.“

Glück ja, aber dass das nur die halbe Wahrheit ist, stellte Frings ebenfalls klar heraus. „Wir haben das ganze Spiel bestimmt. Nur in der Abwehr haben wir zweimal nicht aufgepasst.“

Es war eine knappe, aber einigermaßen präzise Zusammenfassung des Duells Pokalsieger gegen Meister. Das Kräfteverhältnis war wie vom Kapitän beschrieben. Auch ohne an die 6:0-Gala in Freiburg eine Woche zuvor anzuknüpfen, waren die Bremer die bessere Mannschaft. Trainer Thomas Schaaf kritisierte später zwar deutlich die fehlende Effektivität und den mangelnden Durchsetzungswillen, aber auch mit diesen Defiziten regierte Werder über den Meister.

Der präsentierte sich im mit 34 523 Zuschauern ausverkauften Weserstadion überraschend defensiv. Überraschend jedenfalls für einen aktuellen Meister, dem mehr Mut zuzutrauen gewesen wäre. VfL-Trainer Armin Veh hatte sein Team im Vergleich zur 1:2-Niederlage in der Champions League bei ZSKA Moskau am vergangenen Mittwoch auf vielen Positionen verändert. Und dabei besonderen Wert auf die Defensive gelegt. Vor eine Viererkette, in der der italienische Weltmeister Andrea Barzagli statt Alexander Madlung sowie Talent Fabian Johnson statt des deutschen Nationalspielers Marcel Schäfer auflief, installierte Veh eine „Doppel-Sechs“ mit Christian Gentner und Makoto Hasebe. Klare Botschaft des VfL-Coaches: Sicherheit ging vor.

Wolfsburg ließ sich bei Bremer Ballbesitz tief fallen, machte so die Räume eng und wagte sich zunächst kaum nach vorne. Bis zur 42. Minute hatten die „Wölfe“ nur einmal auf Werders Tor geschossen. Doch schon der zweite echte Angriff brachte die Führung für die Gäste: Edin Dzeko wurschtelte sich auf der rechten Seite irgendwie an den nur zaghaft eingreifenden Naldo und Sebastian Boenisch vorbei und machte aus dem Nichts das 0:1. Das Spiel war auf den Kopf gestellt.

Es dauerte bis zur 62. Minute, ehe Hugo Almeida die Dinge wieder einigermaßen ins Lot brachte. Nach einem Eckball und einem Naldo-Kopfball, den Hasebe auf der Linie klärte, staubte der Portugiese kompromisslos hart zum 1:1 ab. In der Folge rannte Werder gegen das Wolfsburg-Bollwerk an, fand aber nicht die Mittel, um selbiges zu knacken. Was auch daran lag, dass das „magische Dreieck“ – bestehend aus Mesut Özil, Aaron Hunt und Marko Marin – gestern ohne Zauberkraft auftrat.

Die war wohl auf Edin Dzeko übergegangen. Denn der Bosnier, beim VfL mit einer 35-Millionen-Euro-Ausstiegsklausel versehen, „hexte“ in der 85. Minute den nächsten Ball ins Tor. Nach Zuspiel von Karim Ziani passte Mertesacker (sein einziger Fehler) nicht auf, und Dzeko schob den Ball überlegt zur erneuten Wolfsburger Führung ins Netz.

1:2 und nur noch fünf Minuten zu spielen: Werder schien tatsächlich geschlagen. Das erste Mal seit dem 2:3 zum Saisonauftakt gegen Eintracht Frankfurt. Doch der Wille und Per Mertesackers Kopfballstärke verhinderten die zweite Saisonpleite.

Während die Bremer zum zweiten Mal nach dem Last-Minute-Ausgleich beim 2:2 in Nürnberg ihre Moral lobten („Wir haben’s wieder erzwungen“, meinte Tim Wiese), haderten die Wolfsburger mit dem Schicksal und mit Schiedsrichter Günter Perl aus Pullach bei München. Der hatte vor dem Eckball, der zum 2:2 führte, ein Handspiel von Mesut Özil nicht geahndet. „Das ist unglaublich“, schimpfte Doppeltorschütze Dzeko, und auch der blass gebliebene Spielmacher Zvjezdan Misimovic meckerte über eine „klare Benachteiligung“.

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