„Nicht gemerkt, um was es für uns geht“ / Champions League jetzt weit entfernt

Mertesacker legt den Finger in die Wunde

Nach der 1:2-Pleite total frustriert: Bremens Abwehrspieler Per Mertesacker.

Bremen - Von Arne Flügge · Die Champions League ist Per Merteackers liebstes Kind. Das ist kein Geheimnis. Und daher war der Innenverteidiger von Werder Bremen nach der 1:2 (0:2)-Pleite bei Borussia Dortmund auch bitter enttäuscht.

Werder hatte eine große Chance, sich Platz drei und damit der Qualifikation zur Königsklasse zu nähern, achtlos weggeworfen. Sehr zum Ärger von Mertesacker. Er war einer der wenigen, die sich der Bedeutung dieses Spiel bewusst gewesen waren. Und daher durfte sich der Vizekapitän auch erlauben, harsche Kritik am Auftritt seiner Kollegen zu üben. „Einige haben nicht gemerkt, um was es für uns gegangen ist. So darf man kein Spiel angehen“, schimpfte der 25-Jährige.

Schon gar nicht eine Partie, die im Kampf um die Champions-League-Plätze fast schon finalen Charakter hatte. „Wir waren einfach nicht da, und Dortmund hat unsere Lethargie ausgenutzt“, seufzte „Merte“: „Um oben dabei zu sein, kannst du dir so etwas nicht erlauben.“

Die Noten der Werder-Spieler

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Erst als das Kind nach einer völlig verschlafenen ersten halben Stunde schon halb in den Brunnen gefallen war, hatten sich die Bremer wieder auf ihre Stärken besonnen. Doch anders als in den vergangenen Wochen, in denen Spiele in schöner Regelmäßigkeit noch gedreht worden waren, reichte es diesmal nicht. Dortmund war’s recht. Nach Toren von Kevin Großkreutz (10.) sowie Neven Subotic (22.) und dem Anschlusstreffer von Aaron Hunt (65.) steht die Borussia nun da, wo Werder gerne wäre.

Statt den nächsten Sprung nach oben zu tun, sind die Bremer auf Platz fünf kleben geblieben. Vier Punkte Rückstand zum Tabellenvierten aus Dortmund, fünf zu den Drittplatzierten aus Leverkusen. „Es tut schon weh, zu sehen, dass wir jetzt vier Punkte Rückstand auf eine Mannschaft haben, die nicht besser ist als wir“, stellte Bremens Sportdirektor Klaus Allofs fest, nachdem er der Mannschaft zuvor vor laufenden Kameras gehörig die Leviten gelesen hatte.

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Auf der anderen Seite steht allerdings auch eine Statistik, die belegt, warum Werder in dieser Saison wieder einmal auf der Stelle tritt: Die Big Points wurden immer liegen gelassen. Gegen Mannschaften, die unter den ersten neun Teams in der Tabelle platziert sind, gab es bisher nur einen einzigen Sieg: 2:0 am 4. Oktober beim damals kriselnden VfB Stuttgart.

Auch das ist zu wenig, um sich ganz oben in der Spitze zu etablieren. Meint auch Marko Marin: „Nach so einer Partie müssen wir nicht mehr über Platz drei reden.“

Das sehen einige seiner Kollegen allerdings etwas differenzierter. Schließlich ist die theoretische Chance auf Platz drei noch weiterhin gegeben, wenngleich sie bei dem Rückstand und nur noch fünf Spielen vergleichsweise gering ist. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, wie Torschütze Aaron Hunt sagt: „Es wird eng, aber wir müssen die Champions League weiter im Hinterkopf behalten.“ Eine Meinung, die natürlich auch Per Mertesacker teilt. Doch der Nationalspieler war nach der Pleite so frustriert, dass er sich „nicht in der Lage“ sah, über „irgendwelche Plätze zu sprechen“.

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