Mertesacker lädt Akkus auf – und lobt die Trainer

„Wir haben uns in der Krise weiterentwickelt“, meint Werders Abwehrchef Per Mertesacker.

Bremen - (mr) · Bei der deutschen Nationalmannschaft kann Per Mertesacker mal ein bisschen abschalten und sich vom anstrengenden Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga erholen.

Statt mit Werder Bremen gestern Abend beim BSV Rehden spielt der Innenverteidiger heute (20.00 Uhr/ZDF live) mit der DFB-Elf in der EM-Qualifikation in Kaiserslautern gegen Kasachstan. „Für mich kommt die Bundesliga-Pause zum richtigen Zeitpunkt. Es tut gut, sich mit der Nationalmannschaft zu beschäftigen“, sagte Mertesacker im Interview mit der „Financial Times Deutschland“ und ergänzte: „Ich kann hier meine Akkus wieder füllen – auch die im Kopf.“

Der enorme Druck, im Kampf um den Klassenverbleib punkten zu müssen, hat auch beim Bremer Abwehrchef Spuren hinterlassen. Mertesacker hat allerdings in den vergangenen Wochen, als Werder vier Mal in Folge nicht verlor (zwei Siege, zwei Remis), einen deutlichen Aufwärtstrend festgestellt – auch dank des neuen Mentaltrainers Jörg Löhr, der den Teamgeist gestärkt habe. „Wir haben einen Mentalcoach engagiert, weil wir in manchen Dingen nicht mehr weiter wussten. Blockaden konnten gelöst, werden, die Mannschaft hat wieder an sich geglaubt“, urteilte Mertesacker.

Stolz ist der Bremer VizeKapitän darauf, dass sein Verein trotz der schwierigen Zeit Trainer Thomas Schaaf weiter vertraut und die Ruhe behalten hat – anders als andere Clubs, bei denen es zuletzt reihenweise Entlassungen gab. Mertesacker: „Bei Werder hat man sich von dieser gefährlichen Tendenz des Bäumchen-wechsel-dich-Spiels abgegrenzt. Wir sind gemeinsam durch ein Tal gegangen und haben uns in der Krise unter Thomas Schaaf weiterentwickelt.“ Er sei „kein Freund von Trainerwechseln – schon gar nicht in Krisenzeiten“.

Genau wie sein Bremer Coach schaffe es auch Bundestrainer Joachim Löw, „mich als Abwehrspieler weiter auszubilden“, lobte der Werder-Verteidiger, der auch im DFB-Team längst zu einem der Leader gereift ist. Für die neuen, jungen Spieler wie Mario Götze oder Andre Schürrle hat Mertesacker nur lobende Worte parat: „Sie integrieren sich mühelos und können sofort auf Nationalmannschaftsniveau mithalten. Ihr Charakter ist schon sehr stark, sie lassen sich problemlos führen.“

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