Naldo: „Ich bin sehr traurig“

Bremen - Sebastian Prödl sprach von einem „sportlich wie menschlich großen Verlust“, sein Defensivkollege Naldo verriet: „Ich bin sehr traurig.“ Obwohl Per Mertesackers Abschied gestern Nachmittag noch nicht definitiv feststand, klangen die Worte der (Noch-) Teamkollegen schon wie Nachrufe.

In die Betroffenheit mischten sich aber ebenso von allen Seiten die besten Wünsche: „Für Arsenal bedeutet er ein Glücksgriff, und es ist ein guter Verein“, gratulierte Clemens Fritz.

Einen Tag vor Ende der Transferperiode nahm die Entwicklung recht zügig ihren Lauf, wie Prödl fand: „Wir sind alle überrascht, dass es so schnell ging.“

Aus Bremer Sicht betrachtete Fritz den Blitz-Verkauf des Abwehrchefs als „wirtschaftlich sicherlich nachvollziehbar“. Stürmer Markus Rosenberg äußerte ebenfalls sein Verständnis, „dass Werder noch Geld verdienen möchte“, gleichzeitig gab er jedoch zu bedenken: „Es ist immer schwierig, wenn man einen Spieler gleich nach dem Start einer neuen Saison verliert.“

Training am Dienstag

Werder-Training am Dienstag

Prödls gewählte Attribute für den scheidenden Kapitän klangen so, als ob ihm der Österreicher am liebsten fast hinterher reisen würde: „Per ist ein ehrgeiziger Sportsmann, ein guter Mensch, der für jeden ein offenes Ohr hat – ein Vorzeige-Profi. Er hat sich hier einiges aufgebaut und sehr geholfen, den Verein sportlich zu etablieren. Er wird uns in guter Erinnerung bleiben.“ Weniger schwermütig klang allerdings seine letzte Bitte: „Ich hoffe, der Sack kommt nochmal vorbei, um sich bei uns zu verabschieden!“

Das wünscht sich auch Naldo als „Mertes“ etatmäßiger Nebenmann in der Innenverteidigung, denn „Per ist ein guter Freund von mir“. Der Brasilianer mochte sich noch nicht so recht vorstellen, wie es ohne ihn ist: „Wir kennen uns eine lange Zeit, haben vier Jahre zusammen gespielt – ich weiß nicht, wie es in der Viererkette aussehen wird.“

Auch Fritz sprach von einem „charakterlich und spielerisch großen Verlust: Per ist ein Führungsspieler. Es ist immer ärgerlich, wenn man einen Leistungsträger verliert.“ Aber mit Blick auf seinen neuen Arbeitgeber Arsenal ahnte Fritz schon jetzt: „Er wird sich da mit Sicherheit weiter entwickeln.“ Und Naldo äußerte sein Verständnis für „Mertes“ Entschluss: „Wenn alles so klappt, freue ich mich für ihn. Arsenal ist eine Top-Mannschaft.“ Doch Fritz warnte „Merte“ mit schelmischem Unterton: „Arsenal hat mehr englische Wochen als wir…“ ck

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