Ex-Bremer will so lange auf der Insel spielen, wie der Körper mitmacht

Mertesacker freut sich über Werder und Podolski

Werder-Bremen - KÖLN · So ganz unbemerkt konnte er sich dann doch nicht davon schleichen. Zwar waren am Sonntagabend in Köln so gut wie alle Medienvertreter auf Lukas Podolski fokussiert, der in seinem Ablösespiel gleich zwei Tore beim 4:0 (3:0) seines neuen Clubs Arsenal London gegen den Bundesliga-Absteiger erzielte.

Als aber Per Mertesacker, der nach sechs Minuten mit einer Kopfball-Verlängerung den ersten Treffer vorbereitet hatte, einen Mitarbeiter unserer Zeitung erkannte, da lächelte er und blieb stehen. „Ich bin richtig überrascht über Lukas. Er hat überhaupt keine Probleme, sich in London sowie beim Verein zurecht zu finden. Und dabei kommt er auch völlig ohne Übersetzer aus“, sagte Mertesacker.

Der 27-Jährige ist nun selber ein Jahr bei Arsenal und dort nach anfänglichen Schwierigkeiten inzwischen auch angekommen. „Das ist die Liga, in der ich immer spielen wollte. Ich bin super glücklich und auch meine Familie fühlt sich pudelwohl. Wir wollen am liebsten so lange bleiben, wie mein Körper den Belastungen der Premier League standhält“, sagte der Innenverteidiger, der von 2006 bis 2011 für Werder Bremen in 147 Bundesliga-Spielen zwölf Tore erzielte. Auf seinen ersten Treffer im Trikot der „Gunners“ wartet er nach 21 Einsätzen zwar noch, doch wichtig ist für „Merte“ zunächst einmal, dass er seinen Stellenwert bei Trainer Arsene Wenger unterstreichen konnte. „Wir sind wirklich sehr zufrieden mit ihm. Er ist viel beweglicher geworden, hat sein Spiel von hinten heraus verbessert und nimmt damit als Organisator großen Einfluss auf unseren Aufbau“, sagte der 62-jährige Franzose: „Außerdem ist er groß, und das ist in England wichtig.“

Wichtig waren in England und ganz besonders in London vor allem die Olympischen Spiele. Da wollte auch Mertesacker live dabei sein. „Vom Rummel haben wir nicht so viel mitbekommen, weil wir ja im Norden von London wohnen. Aber die Wettkämpfe haben mich schon interessiert. Ich war bei der Leichtathletik und beim Beach-Volleyball.“

Mertesacker verfolgt natürlich auch weiterhin ganz genau, was bei Werder passiert: „Ich habe regelmäßig Kontakt zu Clemens Fritz und Thomas Schaaf. Es freut mich, wie gut die Vorbereitung trotz des veränderten Kaders verläuft. Schließlich muss das Team erst zu einer Harmonie finden und lernen, die Abläufe des leicht veränderten Systems zu automatisieren. Wichtig ist, dass der Saisonstart gelingt, dann ist es möglich, in Ruhe weiter zu arbeiten.“

Werder liegt ihm am Herzen. Er schien noch viel mehr erzählen zu wollen, doch fast unbemerkt hatte der Arsenal-Bus schon dreimal zur Abfahrt gehupt. „Willst du nach London laufen?“, flachste Lukas Podolski und nahm seinen neuen Teamkollegen mit. · tos

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