Patzer gegen Derdiyok / „Der eine Fehler war entscheidend“

„Merte“ sieht‘s ein

Alles Flehen half nicht: Per Mertesacker spielte gestern die tragische Rolle.

Werder-Bremen - LEVERKUSEN (flü) · Per Mertesacker war geknickt, die Enttäuschung über diese eine Szene stand dem Bremer Innenverteidiger noch lange nach dem Abpfiff ins Gesicht geschrieben.

Eine bärenstarke Leistung hatte der 26-Jährige gestern Abend in Leverkusen nach der Pause abgeliefert, nur einen Zweikampf verloren – doch dieses Missgeschick führte in der 78. Minute zum 2:2-Endstand durch Eren Derdiyok. „Ja, dieser verlorene Zweikampf war entscheidend“, seufzte Mertesacker später, „allerdings war der Druck in dieser Phase schon zu groß. Wir standen auf ganz wackligen Beinen, hatten brenzligste Situationen zu überstehen. Das hat ja auch lange ganz gut geklappt. Doch irgendwann reicht das nicht mehr.“

Mertesacker hatte Derdiyok am Strafraum nicht energisch genug attackiert, und der Schweizer Nationalspieler ließ Bremens Keeper Tim Wiese mit einem satten Schuss keine Chance. Der Sieg war futsch.

Vielleicht hatte sich Mertesacker in dieser Szene auch zu sehr auf seine Kollegen Daniel Jensen und Petri Pasanen verlassen, die ganz in der Nähe waren – aber nur Spalier standen anstatt einzugreifen. „Deswegen war’s auch kein Zweikampf, sondern ein Kampf drei gegen einen. Derdiyok steht da ganz allein. Das müssen wir besser machen“, ereiferte sich Werder-Sportchef Klaus Allofs und gab Pasanen sowie Jensen eine Mitschuld am Gegentor.

Für Mertesacker war‘s nur ein schwacher Trost. Auch beim 0:1 war er vor dem Pass von Tranquillo Barnetta schon einen Schritt zu spät gekommen. An beiden Gegentoren also beteiligt, zwischendurch aber der beste Bremer – irgendwie war’s eine verkehrte Welt für den Nationalspieler gestern Abend in Leverkusen.

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