„Mein Kopf ist bei Werder“

Markus Rosenberg (li.) und Claudio Pizarro hatten gegen wehrlose Wolfsburger ihren Spaß. ·

Bremen - Beinahe wäre körperliche Gewalt nötig gewesen, um Claudio Pizarro vor die Fernsehkameras zu bringen. Der Grund des Widerwillens war natürlich nicht die eigene Leistung beim Bremer 4:1 (2:0)-Sieg über den VfL Wolfsburg, denn die hatte einmal mehr das Prädikat „besonders wertvoll“ verdient. Nein, Pizarro wollte den unvermeidlichen Fragen nach seiner Zukunft aus dem Weg gehen. Es gelang ihm nicht.

Letztlich siegten die Mitarbeiter der Werder-Presseabteilung, die Pizarro irgendwie ohne Zerren und Schubsen vor die Mikros brachten. Pizarro sprach also, doch was er sagte, dürfte auf Werder-Fans nur bedingt beruhigend wirken. Denn dass Werder Bremen in seinen Plänen die alleinige Hauptrolle spielt, bestätigte der Peruaner nicht. „Man weiß nicht, was passiert. Alles ist offen“, erklärte der 33-Jährige, der am Saisonende ablösefrei gehen könnte. Immerhin machte Pizarro aber auch Aussagen, die erkennen lassen, dass ein Wechsel schon in der Winterpause unwahrscheinlich ist. „Momentan ist mein Kopf bei Werder. Ich werde alles dafür tun, dass wir bis zum Ende eine gute Saison haben“, erklärte der Torjäger.

Die Noten der Spieler

Die Noten: Werder - Wolfsburg

Wenigstens das. Denn Werder ohne Pizarro ist wie ein Weihnachtsbaum ohne Kugeln. Das zeigte sich gegen den VfL Wolfsburg zum x-ten Mal in dieser Saison. Mit dem Tor zum 2:0 (45.) – seinem zwölften Saisontreffer – und der Vorlage zum 4:0 durch Marko Arnautovic (71.) verbreitete er seinen speziellen Glanz im mit 39 124 Zuschauern nicht ausverkauften Weserstadion.

Allerdings strahlte Pizarro diesmal nicht alleine, sondern hatte in Markus Rosenberg einen gleichwertigen Partner an seiner Seite. Gemeinsam machten die beiden die desolate Wolfsburger Abwehr ein ums andere Mal lächerlich. Und Rosenberg, der in der Startelf den Vorzug vor Arnautovic bekommen hatte, sammelte nicht nur durch den Treffer zum 3:0 (55.) Pluspunkte. Trainer Thomas Schaaf lobte dessen „Leidenschaft“, Geschäftsführer Klaus Allofs sah das in den Schweden gesetzte Vertrauen als „gerechtfertigt“ an. Es scheint, als hätte Werder am Ende einer von Wechselspielen im Sturm geprägten Hinrunde sein Angriffsduo gefunden. Rosenberg setzt jedenfalls darauf, dass es so ist und er am Samstag auf Schalke wieder ran darf: „Ich hoffe, ich bleibe drin.“

Werder gewinnt gegen Wolfsburg

Werder Bremen gewinnt mit 4:1 gegen VfL Wolfsburg

Bis zum Hinrundenfinale steht noch die letzte Trainingswoche des Jahres an – und möglicherweise eine mit Spannung erwartete Personalentscheidung. Klaus Allofs, so sagen es Stimmen im Umfeld des Clubs, wird noch vor Weihnachten seinen Vertrag verlängern. Der Sportdirektor bestätigte das allerdings nicht, sondern wählte die Variante, die auch Pizarro die liebste gewesen wäre: „Kein Kommentar.“ · csa

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