Für die Mehrkosten kommt das Land auf

Viel Geduld und keine Rucksäcke

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Hubertus-Hess Grunewald

Bremen - Die Angst wächst. Gestern ging bei Werder schon ein erstes Schreiben ein, in dem eine Zuschauerin beim nächsten Heimspiel eine lückenlose Kontrolle aller Zuschauer fordert. Falls der Club das nicht gewährleisten könnte, würde sie ihre Karten zurückgeben. Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald, der die Geschichte selbst erzählt hat, kann die Sorgen der Besucherin zwar verstehen, aber er sagt auch ganz klar: „Wir können keine absolute Garantie geben. Es bleibt immer ein Stück Lebensrisiko. Aber bitte jetzt keine Hysterie!“

Doch das ist nach der Länderspielabsage in Hannover gar nicht so einfach. Und Hess-Grunewald weiß auch, warum: „Der Terror ist nur noch 120 Kilometer entfernt.“ Doch als Verantwortlicher muss er kühlen Kopf bewahren. Natürlich hat er schon mit der Sicherheitsfirma gesprochen und das Büro des Bremer Innensenators Ulrich Mäurer kontaktiert: „Ich kann den Fans schon jetzt sagen: Bringt mehr Zeit, mehr Geduld und keine Rucksäcke mit.“ Die Kontrollen werden sicherlich ausgeweitet, aber sie sollen auch im erträglichen Rahmen bleiben. Zelte, wo sich Zuschauer entkleiden müssten, um besser durchsucht werden zu können, lehnt Hess-Grunewald ab. Es soll schließlich auch weiterhin Spaß machen, ins Weserstadion zu gehen. „Wir dürfen uns unsere Lebensart und unseren Fußball nicht kaputt machen lassen“, stellt der 55-Jährige klar.

Welche Maßnahmen genau getroffen werden, soll Anfang nächster Woche entschieden werden. Denn man möchte die Erfahrungen des nächsten Spieltages an den anderen Bundesliga-Standorten einfließen lassen. Die Vorarbeiten für das nächste Heimspiel sind ohnehin besonders groß, denn am 28. November kommt der Hamburger SV. Das Nordderby ist ein Hochrisikospiel.

Dafür verlangt das Land Bremen wegen eines erhöhten Polizeiaufgebots inzwischen Zusatzkosten und hat der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in der Vorsaison bereits entsprechende Rechnungen gestellt. Doch die Liga wehrt sich, wird dagegen klagen. Was ist, wenn durch die Terrorgefahr noch mehr Polizei gebraucht wird und die Kosten weiter steigen? Wer muss die dann bezahlen – auch die DFL? „Eine spannende Frage“, findet Hess-Grunewald, der die Forderungen des Landes ablehnt. „Die klare Antwort ist: nein“, heißt es dazu aus dem Bremer Innenressort. Die Gebührenbescheide beziehen sich nach Angaben einer Sprecherin nur auf die zusätzlichen Kosten, die „fußballbedingt“ seien.

Apropos Fußball, um den es ja auch noch geht: Hess-Grunewald will heute mit den Spielern sprechen. „Wir werden mit den Jungs die Situation erörtern, damit sie sich dann auf den Fußball konzentrieren können und wissen, dass wir uns um den Rest kümmern“, sagt der Jurist und wünscht sich einfach nur , „dass sich das alles möglichst bald wieder normalisiert“.

kni

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