Werders Österreicher sind heiß auf Deutschland und fühlen sich nicht mehr als „Jausengegner“

„Mehr Motivation geht nicht“

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Werders Österreicher Sebastian Prödl (links) und Zlatko Junuzovic stehen heute vor einer sehr hohen Hürde – aber beide glauben, dass ihr Team im WM-Qualifikationsspiel in Deutschland nicht chancenlos sind. ·

Werder-Bremen - Es ist noch gar nicht so lange her, da galten die österreichischen Fußballer hierzulande als „Jausengegner“ – ein schlechter, nicht ernst zu nehmender Kontrahent, den man mal eben im Vorbeigehen schlägt. Inzwischen aber „haben wir uns Respekt erarbeitet.

Die Wertschätzung ist höher, die Witze sind weniger geworden“, meint Sebastian Prödl. Werders österreichischer Innenverteidiger ist auf das WM-Qualifikationsspiel heute Abend (20.45 Uhr) in München gegen den großen Nachbarn ebenso heiß wie sein Teamkollege Zlatko Junuzovic – und der Bis-vor-kurzem-Bremer Marko Arnautovic.

„Ich freue mich sehr auf das Spiel. Vielleicht können wir da was mitnehmen. Dass wir uns abschießen lassen, wird nicht passieren“, betont Prödl. „Wir dürfen uns nicht verstecken, sondern müssen mit breiter Brust auftreten. Die Deutschen wissen, dass wir ihnen wehtun können“, tönt Arnautovic (24), der sich Anfang der Woche von Werder verabschiedet hatte und in die englische Premier League zu Stoke City gewechselt war. „Er hat sich mehrere Wochen Gedanken gemacht, ob er den Verein verlässt oder bleibt“, verriet Prödl im Vorfeld des Deutschland-Spiels.

Aus Junuzovic sprudelt die „riesengroße Vorfreude“ auf das Prestigeduell nur so heraus. „Das wird ein richtig geiles Spiel. Mehr Motivation als gegen Deutschland geht nicht. So ein Duell übertrifft alles. Es wird richtig kribbeln, wir werden zu 100 Prozent brennen“, verspricht der Mittelfeldmann, der allerdings angeschlagen in die Partie geht. Das rechte Sprunggelenk bereitet erneut Probleme. „Eine Pause wird notwendig sein. Aber vielleicht kann man es auch durch Therapien und ab und zu mal eine Trainingspause in den Griff bekommen, wenn man da die Belastung mindert“, sagte der 25-Jährige im Interview mit „sportnet.at“. Momentan sei eine Auszeit überhaupt kein Thema: „Das kommt gar nicht in Frage. In den nächsten Wochen und Monaten stehen sowohl mit dem Nationalteam als auch mit Werder wichtige Spiele an. Da muss ich mich durchbeißen.“

Junuzovic ist bei Nationaltrainer Marcel Koller gesetzt, Arnautovic wohl auch – Prödl dagegen muss um seinen Einsatz bangen. Zuletzt haben Aleksandar Dragovic und Emanuel Pogatetz den Vorzug bekommen. Doch der Bremer, von Coach Robin Dutt im Verein zum neuen Abwehrchef ausgerufen, glaubt fest an seine Chance: „Hier werden die Karten vor jedem Spiel neu gemischt, vor allem in der Innenverteidigung. Ich habe zurzeit einen sehr guten Lauf“, urteilte der 26-Jährige bei „laola1.at“.

An der Rollenverteilung hat sich insgesamt nichts verändert, meint Junuzovic: „Dass die Deutschen von hinten bis vorne weltklasse sind, ist klar.“ Austria sei demnach klarer Außenseiter, „aber nicht komplett chancenlos. Die Deutschen waren in der Defensive zuletzt nicht so stark, wir müssen jede Schwachstelle ausnutzen.“

Optimismus ziehen die Österreicher vor allem aus der jüngeren Vergangenheit, das knappe 1:2 im Hinspiel vor fast genau einem Jahr in Wien taugt prima als Mutmacher. „Wenn wir wieder so eine Leistung abrufen, kann es eine enge Geschichte werden“, sagt Prödl. „Unser Spiel damals war große Klasse, leider hatten wir kein Glück“, erinnert sich Arnautovic, der kurz vor Schluss einen Sitzer (so nennen die Österreicher eine hochkarätige Torchance) ausließ. Vor dem Rückspiel unterstreicht er nun: „Nicht nur ich, wir alle haben mit Deutschland noch eine Rechnung offen.“

Mit elf Zählern sind die Österreicher derzeit Zweiter der Gruppe C hinter Deutschland (16) – punktgleich mit den Verfolgern Schweden und Irland, die heute zeitgleich aufeinandertreffen. Der Traum von der WM 2014 in Brasilien lebt: „Da bekommt man weiche Knie, wenn man daran denkt“, gesteht Prödl und ergänzt: „Deutschland wird das Ding in der Gruppe machen, aber unsere Chancen auf Platz zwei sind gut. Wir haben es in der eigenen Hand.“ · mr/flü/csa

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