Zlatko Junuzovic läuft und läuft und läuft – und zeigt der Mannschaft damit den Weg zum Erfolg

Mehr als nur ein Kilometerfresser

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Große Freude bei Zlatko Junuzovic nach dem Treffer zum 4:0 gegen Mönchengladbach. Das Spiel war ganz nach dem Geschmack des Werder-Profis. n Foto: dpa

Bremen - Manchmal gibt es auf die komplizierten Fragen ganz simple Antworten. Zlatko Junuzovic hat eine solche am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach gegeben. Vor der Partie war diskutiert worden, ob das Mittelfeld von Werder Bremen nicht doch zwei defensive Akteure – die „Sechser“ – braucht. Junuzovic hat die Sache gegen Gladbach so geklärt: Er ist einfach für zwei gelaufen.

Einer mathematischen Überprüfung hält diese These zwar nicht stand, aber die 13,3 Kilometer, die Junuzovic auf dem Platz hin und her, vor und zurück, kreuz und quer gerannt ist, waren ein echter Spitzenwert. Kein anderer legte am achten Spieltag weitere Wege zurück als der Österreicher. „Man merkt einfach, dass er ein totaler Mannschaftsspieler ist“, sagt Geschäftsführer Klaus Allofs über Junuzovic, dessen Qualitäten freilich weit über die eines Kilometerfressers hinausgehen.

„Zladdy“ schießt auch Tore – das 4:0 gegen Gladbach war Saisontreffer Nummer zwei – und verfügt über eine „Spielintelligenz“ (Zitat Allofs), die ihm in der österreichischen Nationalmannschaft die Rolle des Regisseurs beschert. Seine offensiven Fähigkeiten sind dort also mehr gefordert als bei Werder, wo Junuzovic die Absicherung hinter Aaron Hunt und Kevin De Bruyne bilden soll. Das hat in dieser Saison längst nicht immer so gut geklappt wie am Samstag. Die Lücken im Bremer Mittelfeld waren groß, für den Gegner leicht zu entdecken und zu nutzen. Junuzovics Schuld? Nein, sagt Allofs: „Wenn ich immer nur hin und her springe, aber den Gegenspieler nicht attackieren kann, weil die Wege zu weit sind, kann ich nicht glänzen.“

So weit die Analyse für Partien wie beispielsweise gegen Augsburg oder Stuttgart. Gegen Gladbach gab‘s die Lücken nicht – und Zlatko Junuzovic glänzte, vor allem in Halbzeit zwei. Er selbst erklärt, warum: „Die Sechser-Position verlangt viel Laufbereitschaft, weil du viele Löcher stopfen musst. Das funktioniert nur dann gut, wenn die ganze Mannschaft so arbeitet wie am Samstag. Wenn alle in Bewegung sind, ist die Sache für mich um einiges leichter. Dann sind bei Ballbesitz auch immer Anspielstationen da, dann macht es richtig Spaß.“ Und dann muss auch keine Diskussion über einen oder zwei „Sechser“ geführt werden, meint Trainer Thomas Schaaf: „Es müssen nur alle mitmachen.“

Das ist ganz im Sinne von Zlatko Junuzovic gesprochen. Er ist dieser Typ Spieler, der einerseits alles für die Mannschaft gibt, andererseits auch von der Mannschaft alles verlangt. Dass die Außenstürmer bei Ballverlust stehenbleiben, dass nur einer dem Ball nachsetzt – Todsünden im Profi-Fußball, findet der Ex-Wiener: „Ohne Einsatz, ohne den Willen, ans Maximum zu gehen, klappt es halt nicht. Das hat man in Augsburg ganz deutlich gesehen, und gegen Gladbach haben wir das genaue Gegenteil erlebt. Wenn alle an einem Strang ziehen, schaut das sehr positiv aus.“

Dann kann Zlatko Junuzovic auch bedenkenlos nach vorne marschieren. „Witzigerweise“, sagt er, „komme ich in meiner aktuellen Position bei Werder häufiger zum Abschluss als letzte Saison, als ich noch offensiver gespielt habe. Das ist schon komisch.“ · csa

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