„Ich will hier Stammspieler werden“ / Werders Mittelfeldmann räumt nach Katastrophen-Jahr Fehler ein

Mehmet Ekici und die nächste Kampfansage

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Mehmet Ekici (li.) im Duell mit dem Ex-Kollegen Naldo. Das Testspiel gegen den VfL Wolfsburg soll für den Werder-Profi der Aufbruch in eine bessere Zeit gewesen sein. ·

Werder-Bremen - BELEK · Mehmet Ekici bezeichnet sich selbst als „geduldigen und ruhigen Menschen“. Und in der Tat: Der 22-Jährige ist keiner, der auf den Putz haut, sich lauthals über seine Reservistenrolle bei Werder beklagt.

Generell bewegt sich der türkische Nationalspieler in der Öffentlichkeit extrem vorsichtig, ist meistens sehr zurückhaltend. Im Restaurantsaal „Le Jardin au Printemps“ des Bremer Mannschaftshotels in Belek traute sich Ekici gestern mal ein bisschen aus der Deckung. Er wehrte sich gegen die These, dass sein Spielstil nicht zu Werder passt – und formulierte kämpferisch seine Ziele für 2013.

„Mein Ziel und mein Anspruch ist es, in diesem Jahr einen Stammplatz zu bekommen. Ich will mich hier durchsetzen“, betonte Ekici.

Ähnlich hatte er sich allerdings vor fast exakt einem Jahr in Belek geäußert. Der Durchbruch lässt jedoch bis heute auf sich warten. Besonders schlimm war die Hinrunde der aktuellen Saison, als er häufig schon an der Hürde Kaderplatz scheiterte und es auf mickrige 28 Bundesliga-Minuten brachte. „Die Situation ist natürlich nicht einfach – vor allem, wenn man noch so jung ist. Da will man öfter spielen, sich entwickeln, den nächsten Schritt machen. Dass mir das bisher nicht gelungen ist, ist schade und ärgerlich. Man will es allen zeigen, kann es aber nicht.“

Bei der Suche nach den Gründen dafür klingt bei dem gebürtigen Münchner auch Selbstkritik an. „Man kann nie alles perfekt hinkriegen. Auch ich habe Fehler gemacht.“ Welche, sagt er allerdings nicht.

Vielleicht war oder ist er manchmal zu zurückhaltend und nicht energisch genug. Vielleicht fehlt ihm der letzte Tick Kampfgeist. Nein, widerspricht Ekici: „Ich habe immer Gas gegeben und tue das weiterhin. Ich trainiere viel und hart. Im vergangenen Sommer habe ich zum Beispiel fast komplett auf die Ferien verzichtet, stattdessen trainiert. Ich versuche alles, um dranzubleiben.“

Vielleicht liegt es dann an seinem Fußballstil. Ekici liebt das Dribbling. „Ich habe den Ball gerne bei mir“, sagt er. Oftmals hält er ihn jedoch zu lange und nimmt dadurch die Geschwindigkeit raus. Dass er deshalb aber nicht ins Bremer System und zur Philisophie von Trainer Thomas Schaaf passt, findet der Edeltechniker überhaupt nicht: „Jeder hat doch seine eigene Spielart. Die einen spielen schnell, die anderen dribbeln ein bisschen mehr. Man kann doch nicht 90 Minuten Tempo machen, muss es auch mal rausnehmen. Das ist in allen Vereinen so“, meint Ekici.

Er setzt nun darauf, dass sich seine Qualität („Ich weiß, was ich kann“) auf Dauer bei Werder durchsetzt. Im Test gegen Wolfsburg (2:1) habe er einen guten Anfang gemacht: „Das war ein Schritt nach vorne für mich. Ich habe 90 Minuten gespielt und Gas gegeben – es war eine ordentliche Leistung.“

Eine zusätzliche Portion Selbstvertrauen bekam Ekici in Belek durch den Besuch des türkischen Nationaltrainers Abdullah Avci. „Er war vor zwei Tagen hier. Das ist sehr positiv und hat mich gefreut. Er glaubt an mich und kennt meine Qualitäten.“ Dass Avci ihn trotz der wenigen Spielpraxis in Bremen immer wieder beruft, überrascht Ekici kaum: „Wahrscheinlich mag er mich als Typ Fußballer.“ · mr

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