Flop? Fehleinkauf? Nein, jetzt greift der Erbe von Micoud, Diego und Özil an

Mehmet Ekici: „Ich will zu einem großen Spieler reifen“

In Belek wirkt Mehmet Ekici in sich gekehrt und hoch konzentriert. Der türkische Nationalspieler sagt: „Das Trainingslager soll für mich ein Neuanfang werden.“ ·

Werder-Bremen - BELEK · Für Werder Bremen hat sich das Maxx Royal so richtig ins Zeug gelegt. Die Manager der Nobelherberge haben rechtzeitig zur Ankunft des Bundesligisten einen zweiten Trainingsplatz fertigstellen lassen, haben auf Wunsch eine Tribüne für 50 Personen gebaut und einen speziell für Kameraleute und Fotografen gedachten Turm erstellt.

Gut, die Tribüne ist hinter einem Zaun und drei Bäumen nicht gerade optimal platziert, und der Turm wackelt auch bedenklich. Aber grundsätzlich gilt: Werder bekommt in Belek alles – und Mehmet Ekici noch ein bisschen mehr. Als türkischer Nationalspieler ist er für die Gastgeber ein Kaiser unter Königen. Bei Werder muss er sich eine solche Ausnahmestellung erst noch erarbeiten. Doch genau das ist sein Ziel für die Rückrunde: „Ich will zu einem großen Spieler reifen.“

Training am Donnerstag

Werder-Training in Belek am Donnerstag

Er meint damit Künstler der Größe Johan Micoud, Diego oder Mesut Özil – seine Ahnen auf der Spielmacherposition von Werder Bremen. Ekici ist ihr Erbe – oder besser: er ist als solcher vorgesehen.

Die Kreativarmut zu beheben, war die Absicht, die zu Beginn der Saison hinter seiner Verpflichtung stand. Fünf Millionen blätterte der Club hin, um Ekici zu bekommen. Nach einem halben Jahr fällt das Zwischenfazit aber nicht gut aus. Der in München geborene Türke litt unter Leistenproblemen, an einer Bauchmuskelzerrung und vor allem an Anpassungsproblemen im neuen Team. Ergebnis: Kein Einsatz über volle 90 Minuten, und ein unbehobenes Problem in der Schaltzentrale des Bremer Mittelfelds. Die bösen Begriffe vom Flop und Fehleinkauf machen deshalb längst die Runde.

Ekici lacht leicht bitter, wenn er das hört: „Was heißt denn Fehleinkauf? Ich habe einen Vierjahresvertrag.“ Soll heißen: Noch genug Zeit, sich zu beweisen. Aber speziell bei dem 21-Jährigen zählt nicht das Morgen oder Irgendwann, sondern die Aktualität. Ekici muss jetzt leistungsmäßig explodieren, denn Werder braucht seine wahren Qualitäten. Die, die er vor seinem Wechsel nach Bremen beim 1. FC Nürnberg gezeigt hatte.

Mehmet Ekici nickt: „Daran will ich ja auch anknüpfen. Mein Ziel ist es, schmerzfrei durch die Vorbereitung zu kommen. Dann will ich in der Liga richtig angreifen. Das Trainingslager soll für mich ein Neuanfang werden.“

Schöne Worte. Ob Taten folgen? Thomas Schaaf hofft es inständig, empfiehlt Ekici aber, nicht gleich in zu großen Dimensionen zu denken. „Wenn es ihm gelingt, wieder an Sicherheit und Selbstvertrauen zu gewinnen, wird er auch sein Spiel durchbringen. Wir haben an ihn die größten Erwartungen.“

Mehmet Ekici selbst auch. Mit Werder will er am Ende der Saison in der Champions League stehen („Das muss unser Abspruch sein“) und persönlich den Weg zurück ins türkische Nationalteam finden. Am Ende der Ära Guus Hiddink hatte er dort keine Berücksichtigung mehr gefunden. Doch der Niederländer ist seit der gescheiterten EM-Qualifikation als Nationaltrainer Geschichte. Abdullah Avci hat übernommen und bereits den Kontakt zu Ekici gesucht. „Die Wertschätzung ist da“, glaubt der Werder-Profi und rechnet fest damit, dass zu seinen bislang sechs Länderspielen weitere hinzukommen werden. Sein Ansehen bei den Mitarbeitern des Maxx Royal würde dann beim nächsten Besuch sicher noch weiter steigen. · csa

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