Werder-Profi über neuen Vertrag, neue Rolle und „Mist-Bauen“

Maximilian Eggestein im DeichStube-Interview: „Ich brauche keine Alibi-Aktionen“

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Werder-Profi Maximilian Eggestein stellte sich im Interview den Fragen der DeichStuben-Reporter Daniel Cottäus (l.) und Carsten Sander.

Bremen – Er wirkt müde. Gerade ist er durch die Übungen zur Leistungsdiagnostik gescheucht worden. Das ist nichts, was zu den schönen Seiten des Lebens als Fußballprofi gehört.

Obwohl einigermaßen geschlaucht, nimmt Maximilian Eggestein den Interview-Termin mit der DeichStube wahr. Er spricht über seine stetig wachsende Bedeutung für die Mannschaft, über seinen neuen Vertrag, der ihn zu einem Top-Verdiener macht, über die Nähe zu Fans und darüber, dass sein Vater verhindert, dass er mal „Mist baut“.

Vorab Glückwunsch, Maximilian Eggestein!

Danke! Aber wofür eigentlich?

Sie stehen – Bundesliga und DFB-Pokaleinsätze addiert – am Samstag vor Ihrem 100. Spiel als Profi.

Das war mir gar nicht bewusst. 100 ist natürlich eine schöne Zahl.

Und eine Marke, die Sie mit nur 22 Jahren erreichen. Denken Sie manchmal darüber nach, wie glatt Ihre Karriere bisher läuft?

Nur wenn ich mit anderen Spielern darüber rede – wie neulich mit Marco Friedl. Er befindet sich bei uns in einer Phase, in der er ab und zu spielt, dann aber auch wieder auf der Bank sitzt. Er fragt dann, wie es bei mir war. Ich erinnere mich natürlich an die Zeit zurück, als ich zwischenzeitlich zurückgegangen bin in die U23. Aber selbst denke ich nicht mehr so häufig daran.

Wird das Leben als Stammspieler nach 99 Einsätzen zur Selbstverständlichkeit?

Nein, als Selbstverständlichkeit sollte man das nie empfinden, weil es immer ein Privileg ist, Bundesliga spielen zu dürfen. Ich habe noch viele Freunde, mit denen ich in den U-Mannschaften zusammengespielt habe. Da sieht man auch, dass es nur sehr wenige sind, die den Sprung in den Profi-Fußball geschafft haben. Ich wertschätze es sehr, dass ich zu denen gehöre, die in der Bundesliga angekommen sind. Trotzdem ist es mittlerweile natürlich nicht mehr sehr neu für mich, ich erlebe die Bundesliga Woche für Woche, bin in diesem Rhythmus drin.

Vor vier Wochen haben Sie Ihren Vertrag bei Werder Bremen langfristig verlängert. Was ändert sich dadurch für Sie?

Ich möchte einfach anfangen, noch mehr Verantwortung für das Gesamtkonstrukt, für den Verein, für die Mannschaft, zu übernehmen, nicht mehr nur für meine eigene Leistung. Ich glaube, das ist auch der Schritt, den der Trainer von mir sehen möchte.

Wie kann denn „mehr Verantwortung für das Gesamtkonstrukt“ in der Praxis aussehen?

Auf keinen Fall so, dass ich auf dem Platz irgendwelche Alibi-Aktionen starte, nur damit die Leute sagen: ,Guck mal, der Eggestein ist aber laut geworden.‘ Ich brauche das nicht, brauche auch keine großen Gesten, mache das lieber in der direkten Kommunikation. Oder am besten durch Präsenz und Leistung auf dem Platz. Aber einfach nur zu reden, damit ich auch meinen Senf dazugegeben habe, ist nicht mein Stil.

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Trainer Florian Kohfeldt hat gesagt, dass für Sie die Zeit beginnt, die eigenen Mitspieler besser zu machen. Eine ganz schön hohe Anforderung an einen 22-Jährigen, oder?

Ich weiß, dass er das so gesagt hat. Aber ich würde das nicht so formulieren.

Sie sind unglücklich mit dieser Aussage?

Nein, ich finde es gut, dass er das sagt. Aber ich persönlich würde das nie so formulieren, weil es schon eine große Aufgabe ist. Und weil es überheblich klingen würde, wenn ich das so sage.

Klar erkennbar ist aber, dass Sie zu einem Anführer gemacht werden sollen. Liegt Ihnen eine solche Rolle?

Ich finde es wichtig, dass es nicht nur den einen Führungsspieler, sondern immer mehrere im Team gibt. Aber ich werde versuchen, dazuzugehören. Und sehe mich auch in der Rolle.

Sie stellen sich nach Spielen immer zum Gespräch mit Medienvertretern, drücken sich nie. Haben Sie ein besonders dickes Fell oder sind Sie einfach nur ein kommunikativer Mensch?

Eher kommunikativ. Es gehört für mich einfach zum Job dazu, über das Spiel zu reden. Sich nach Siegen feiern zu lassen, ist leicht. Aber auch nach Niederlagen sollte man die Dinge ansprechen können. Ich bin dabei aber kein hochemotionaler Vertreter, der irgendwelche Sachen raushaut. Ich versuche immer, das Ganze sachlich zu sehen. Das funktioniert natürlich auch nicht immer, aber meistens.

Eggestein kann sich vorstellen, mal Kapitän zu werden

Insgesamt zeigen Sie Eigenschaften, über die ein Kapitän verfügen sollte. Wie wär’s? Wollen Sie Werder-Kapitän werden?

Grundsätzlich kann ich mir das vorstellen – irgendwann mal. Im Moment finde ich es schwierig, schon so weit in die Zukunft zu gucken. Es ist noch nie jemand Kapitän geworden, weil er gesagt hat: ,Ich bin ein guter Kapitän.‘ Man muss schon seine Aufgaben erfüllen.

An der Verbundenheit zu Verein und Fans würde es bei Ihnen nicht scheitern. Es ist überliefert, dass Sie vor dem DFB-Pokal-Halbfinale gegen Bayern München während der Busfahrt durch die grün-weiße Fanmenge zu Marco Friedl gesagt haben: ,Schau her, deshalb habe ich bei Werder verlängert.‘

Das stimmt, das habe ich so gesagt. Aber ich habe nicht nur die Fans und die Unterstützung an diesem Tag gemeint, sondern die Entwicklung insgesamt bei Werder. Man sieht die Euphorie, die entstanden ist. Die ist sensationell. Es ist auch ganz wichtig, dass wir die beibehalten. Man hat ja speziell bei dem Spiel gegen die Bayern gesehen, wie sehr sich die Leute nach solchen Abenden sehnen. Für uns und für mich wäre es einfach schön, wenn wir es schaffen könnten, so etwas wieder häufiger zu haben. Dann hätte man hier ein ganz ähnliches Umfeld, wie man es gerade in Frankfurt bewundern kann – mit einer überragenden Stimmung.

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Maximilian Eggestein genießt bei Werder großes Vertrauen und soll mehr und mehr zum Anführer der Mannschaft aufgebaut werden.

Vor kurzem die Mega-Unterstützung gegen die Bayern, früher die „Greenwhitewonderwall“ – machen solche Aktionen den SV Werder zu einem Club mit Alleinstellungsmerkmal?

Werder hat sensationelle Fans, keine Frage. Es gibt aber Vereine, bei denen es zumindest ähnlich ist. Zum Beispiel Frankfurt: Da muss man ehrlich anerkennen, dass es sensationell ist, was die Fans in der Europa League abliefern. Deshalb würde ich bei Werder nicht von einem Alleinstellungsmerkmal sprechen.

Wie groß schätzen Sie die Chance noch ein, dass Bremen in der kommenden Saison wieder stimmungsvolle Europapokalabende erlebt?

Machen wir uns nichts vor: Wenn wir auf die Tabelle schauen, sehen wir, dass wir aus den letzten beiden Spielen gegen Hoffenheim und Leipzig zwei Siege brauchen und selbst dann nicht sicher dabei sind. Die Teams über uns dürfen nicht gewinnen. Uns bleibt in unserer Situation also nichts anderes übrig, als zweimal zu gewinnen und auf das Beste zu hoffen. Wenn es nicht gelingt, dann werden wir das Ziel Europa nächstes Jahr wieder in den Fokus nehmen. Dann geht es weiter.

Eggestein glaubt noch an Europapokal-Einzug

Wie würden Sie die Saison ohne Einzug in den Europapokal bewerten?

Erstens: Ich gehe noch davon aus, dass wir es schaffen. Zweitens: Ich vergebe keine Note, solange nicht klar ist, wo wir am Ende landen. Was man aber jetzt schon sagen kann, ist, dass eine Entwicklung zu sehen war. Es war schon eine ganz andere Saison als in den Jahren zuvor.

Die Gefahr besteht dennoch, dass der verpasste Europacup in der öffentlichen Betrachtung als Enttäuschung gewertet würde.

Die Gefahr mag da sein. Aber ich hoffe, dass anerkannt wird, dass wir uns zu Saisonbeginn ein hohes Ziel gesetzt haben. Und jetzt, am vorletzten Spieltag, ist die Chance, das Ziel zu erreichen, immer noch gegeben. Auch wenn sie zugegebenermaßen nicht mehr besonders groß ist. Aber wir sind im Rennen – und ich hoffe, dass das positiv gewertet wird. Denn mal ehrlich: Vor der Saison zu sagen, wir wollen den Klassenerhalt schaffen, wäre doch nichts Halbes und nichts Ganzes gewesen. Wir haben uns für das ambitionierte Ziel entschieden, und niemand von uns bereut das.

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Maxi Eggestein: Sein Werder-Weg in Bildern

Maximilian Eggestein hat das geschafft, wovon viele nur träumen können: Er ist Profi-Fußballer geworden. Darauf hat der Defensivspieler lange hingearbeitet.
Maximilian Eggestein hat das geschafft, wovon viele nur träumen können: Er ist Profi-Fußballer geworden. Darauf hat der Defensivspieler lange hingearbeitet. © gumzmedia
Maximilian Eggestein
2011 wechselte Eggestein vom TSV Havelse zum SV Werder und stach hervor. So schoss er in der Saison 2012/13 14 Tore für die U17 des Bremer Leistungszentrums. © imago
Zur Spielzeit 2014/15 rückte er in Werders U23 in der Regionalliga Nord auf, wo er sich auf Anhieb als Stammspieler im offensiven Mittelfeld durchsetzen konnte. Im Januar 2015 durfte Eggestein dann erstmals mit ins Trainingslager nach Belek, um sich weiter anzubieten und an den Profibereich gewöhnen zu können.
Zur Spielzeit 2014/15 rückte er in Werders U23 in der Regionalliga Nord auf, wo er sich auf Anhieb als Stammspieler im offensiven Mittelfeld durchsetzen konnte. Im Januar 2015 durfte Eggestein dann erstmals mit ins Trainingslager nach Belek, um sich weiter anzubieten und an den Profibereich gewöhnen zu können. © imago
Im Alter von 17 Jahren und 356 Tagen wohlgemerkt. Das macht ihn hinter Thomas Schaaf (17 Jahre und 353 Tage) zum zweitjüngsten Bundesliga-Spieler der Vereinsgeschichte.
Im Alter von 17 Jahren und 356 Tagen feierte er sein Profi-Debüt. Das macht ihn hinter Thomas Schaaf (17 Jahre und 353 Tage) zum zweitjüngsten Bundesliga-Spieler der Vereinsgeschichte. © gumzmedia
Vollends etablieren konnte sich der Mittelfeldspieler vorerst nicht bei den Profis. Eggestein war zunächst weiter in der U23 gefragt, mit der er im Mai 2015 den Aufstieg in die 3. Liga schaffte.
Vollends etablieren konnte sich der Mittelfeldspieler vorerst nicht bei den Profis. Eggestein war zunächst weiter in der U23 gefragt, mit der er im Mai 2015 den Aufstieg in die 3. Liga schaffte. © imago
Sein Startelfdebüt feierte der gebürtige Hannoveraner über ein halbes Jahr später - im August 2015. Werder gastierte bei Hertha BSC. Das Spiel endete 1:1.
Sein Startelfdebüt feierte der gebürtige Hannoveraner über ein halbes Jahr später - im August 2015. Werder gastierte bei Hertha BSC. Das Spiel endete 1:1. © imago
Mittlerweile ist der Jungprofi gereift, spielt im defensiven Mittelfeld eine immer größer werdende Rolle beim SV Werder.
Mittlerweile ist der Jungprofi gereift, spielt im defensiven Mittelfeld eine immer größer werdende Rolle beim SV Werder. © gumzmedia
Beim 3:0-Sieg gegen Schalke 04 im April 2017 schoss Eggestein sein erstes Tor für die Profis vor der eigenen Fankurve. Davon hatte Eggestein immer geträumt, wie er verriet.
Beim 3:0-Sieg gegen Schalke 04 im April 2017 schoss Eggestein sein erstes Tor für die Profis vor der eigenen Fankurve. Davon hatte Eggestein immer geträumt, wie er verriet. © gumzmedia
Anfang Juli verlängerte der Mittelfeldspieler vorzeitig seinen Vertrag an der Weser.
Anfang Juli verlängerte der Mittelfeldspieler vorzeitig seinen Vertrag an der Weser. © gumzmedia
Maximilian Eggestein
Zu Beginn der Saison 2017/18 war er häufig in der Startelf zu finden und stand in fast allen Partien auf dem Platz.  © gumzmedia
Maximilian Eggestein
Im Herbst 2017 wurde er außerdem erstmals in die deutsche U21-Nationalmannschaft berufen und bestritt die EM-Qualifikation mit dem Team. © imago
Maximilian Eggestein konnte sich während der Saison 2017/18 zu einem unangefochtenen Stammspieler entwickeln.
Maximilian Eggestein konnte sich während der Saison 2017/18 zu einem unangefochtenen Stammspieler entwickeln. © gumzmedia
Am 26. Spieltag konnte er einen wichtigen Treffer gegen den 1. FC Köln erzielen.
Am 26. Spieltag konnte er einen wichtigen Treffer gegen den 1. FC Köln erzielen. © gumzmedia
Auch in der Saison 2018/19 ist Eggestein im zentralen Mittelfeld gesetzt.
Auch in der Saison 2018/19 ist Eggestein im zentralen Mittelfeld gesetzt. © gumzmedia
Im März 2019 wurde Maxi Eggestein dann zum ersten mal von Bundestrainer Joachim Löw für die A-Nationalmannschaft berufen - für einen Einsatz im Testspiel gegen Serbien und im EM-Quali-Spiel reichte es aber noch nicht.
Im März 2019 wurde Maxi Eggestein dann zum ersten mal von Bundestrainer Joachim Löw für die A-Nationalmannschaft berufen - für einen Einsatz im Testspiel gegen Serbien und im EM-Quali-Spiel reichte es aber noch nicht. © Sielski-Press
Maximilian Eggestein hat im April 2019 seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert. Die Bekanntgabe folgte zwei Tage nach der Vertragsverlängerung von Bruder Johannes.
Maximilian Eggestein hat im April 2019 seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert. Die Bekanntgabe folgte zwei Tage nach der Vertragsverlängerung von Bruder Johannes. © gumzmedia

In jedem Fall bleibt aber die Kritik, gegen Teams aus dem Tabellenkeller zu viele Punkte verschenkt zu haben – was im krassen Gegensatz zu den Fights steht, die das Team gegen Bayern und Dortmund abgeliefert hat.

Gegen Nürnberg zweimal unentschieden, gegen Stuttgart einmal verloren, einmal unentschieden – wenn wir unser Ziel verpassen, wissen wir natürlich, woran es gelegen hat. Es tut weh, sich auszurechnen, wo wir stehen würden, wenn wir diese Punkte geholt hätten. Das müssen wir in der kommenden Saison unbedingt verbessern.

Trainer Kohfeldt hat das Auftreten gegen vermeintlich schwächere Teams schon zum Arbeitsthema für die Sommervorbereitung gemacht. Aber er will auch weiter an der Mentalität arbeiten, gegen die Großen noch mutiger aufzutreten. Will da jemand gleichzeitig das Erdgeschoss stabilisieren und das Dach decken?

Zugegeben: Es ist eine nicht ganz einfache Aufgabe für den Trainer. Ich bin gespannt, ob er Übungsformen findet, um das zu trainieren. (lacht)

Über Sie hat der Coach geschwärmt, Sie würden nie weniger als 90 Prozent abliefern. Haben Sie schlechte Leistungen einfach aus Ihrem Repertoire verbannt?

Grundsätzlich widerspricht man dem Trainer ja nicht, in diesem Fall mache ich es aber. Ich hatte natürlich auch meine stärkeren und schwächeren Spiele. Das ist doch normal.

Florian Kohfeldt sieht Sie aber auf diesem konstant hohen Level. Der neue Vertrag, die 90-Prozent-These – für Sie ist eine neue Fallhöhe entstanden. Die Leistungen in der kommenden Saison zu bestätigen, ist der Auftrag.

Sicher. Aber das ist auch mein Anspruch, das ist kein Problem für mich.

In Ihrem neuen Vertrag stehen – davon ist jedenfalls auszugehen – Summen, von denen Sie vor einiger Zeit nur träumen konnten. Von einem Jahresgehalt von drei Millionen Euro sowie von einer festgeschriebenen Ablöse im Bereich von 30 Millionen Euro ist die Rede.

Das sind Spekulationen, dazu möchte ich mich nicht äußern.

Akzeptiert. Aber zur Vertragsverlängerung gehört sicher der steile Aufstieg in der Gehaltstabelle. Plötzlich richtig reich – und das mit 22 Jahren. Haut Sie das nicht um?

Wichtig ist dabei, die Leute um sich zu behalten, denen man immer etwas bedeutet hat, denen man immer etwas anvertrauen konnte – egal ob das die Familie ist oder ob das die Freunde sind. Menschen, die im normalen Leben stehen eben.

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Sind diese Menschen der Grund, weshalb Sie immer so bodenständig und gut geerdet rüberkommen?

Wenn man sich ein bisschen damit auseinandersetzt, was andere machen müssen für einen deutlich geringeren Verdienst, dann sollte es einem als Fußball-Profi nicht so schwer fallen auf dem Boden zu bleiben. Das heißt nicht, dass man sich nicht auch mal das eine oder andere gönnen darf. Es bleibt schließlich jedem selbst überlassen, was er mit seinem Geld macht. Ich werde aber auf keinen Fall etwas ändern, bloß weil ich einen neuen Vertrag unterschrieben habe oder in der Öffentlichkeit irgendwelche Ablösesummen gehandelt werden. Ich habe meine Freunde, zu denen ich immer den Kontakt halten werde. Und ich habe meine Familie, die immer darauf aufpasst, dass ich keinen Mist baue – speziell mein Vater.

Definieren Sie „Mist bauen“.

Für irgendeine Sache sehr viel Geld ausgeben, zum Beispiel. Oder ständig auf irgendwelchen Partys rumlungern.

Eggestein hat noch nie ein Auto gekauft

Was darf bei Ihnen denn ein Auto kosten?

Keine Ahnung. Ich habe mir noch nie ein Auto gekauft, deshalb habe ich mir auch noch nie Gedanken darüber gemacht, was es kosten dürfte.

Andere Profis haben – selbst wenn sie vom Verein einen Dienstwagen gestellt bekommen, wie es bei Ihnen der Fall ist – mindestens ein Statussymbol auf vier Rädern in der Garage. Sie brauchen das nicht?

Ich habe noch einen Vertrag mit Werder Bremen, und Werder Bremen hat einen Vertrag mit VW. Solange das so ist, brauche ich kein eigenes Auto.

Wofür geben Sie dann Geld aus?

Etwas wirklich Großes habe ich noch nicht angeschafft. Ich wohne zur Miete, gehe gerne mal nett essen, kaufe meine Kleidung aber nicht in teuren Edel-Boutiquen, sondern in ganz normalen Geschäften.

Neulich war zu beobachten, dass Fans rund eineinhalb Stunden vor dem Stadion auf Sie gewartet haben, nur um ein Selfie mit Ihnen zu machen. Was bedeutet Ihnen das?

Manchmal denkt man schon, dass das ganz schön verrückt ist. Aber: Diese Fans haben etwas gefunden, das ihnen sehr viel bedeutet – und das ist Werder Bremen. Ich finde das gut. Besser Werder Bremen konsumieren als irgendetwas anderes. Und mir ist der Kontakt zu den Fans wirklich wichtig. Es ist auch nie verkehrt, ihnen etwas zurückzugeben, sich mit diesen Fans zu unterhalten. Ich freue mich dann auch über ein positives Feedback. Denn es ist doch viel besser, den Fans etwas zu bedeuten, als bei allen Leuten verhasst zu sein.

Quelle: DeichStube

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