Almeida schießt Werder im Alleingang zum 3:0-Sieg gegen St. Pauli – und fliegt dann vom Platz

Ein Matchwinner sieht Rot

Abgang in Demut: Mit drei Toren hatte sich Hugo Almeida bereits zum Helden gemacht, ehe er nach einer dummen Tätlichkeit vom Platz flog und sich den Zorn der Mitspieler zuzog.

Von Björn Knips · Er war der große Gewinner, der Mann des Tages, der Held – bis zur 80. Minute: Dann sah Hugo Almeida gestern Rot. Unfassbar! Denn Werder Bremen führte zu diesem Zeitpunkt mit 3:0 gegen den FC St.Pauli – und Almeida hatte alle Tore beigesteuert.

Doch nach einem Foul von Carlos Zambrano brannten dem Portugiesen die Sicherungen durch. Ellbogenschlag, Platzverweis, lange Sperre – diese dumme Aktion handelte Almeida richtig viel Ärger ein, denn von allen Seiten hagelte es Kritik. Aus dem Matchwinner beim so wichtigen 3:0 (2:0)-Heimsieg gegen den Aufsteiger war der Depp geworden.

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„Er hat ein Riesenspiel gemacht, und dann so eine Dummheit“, wunderte sich Teamkollege Clemens Fritz. Und nicht nur der. Niemand konnte verstehen, warum Almeida sich diesen Aussetzer leistete. Alles war doch bestens gelaufen. Bereits nach 52 Sekunden hatte er die Gastgeber in Führung geschossen und Werders 450-minütige Torflaute blitzschnell beendet. Nach feiner Vorarbeit von Fritz war Almeida im mit 36.400 Zuschauern ausverkauften „Gefrierschrank“ Weserstadion ein eiskalter Vollstrecker gewesen. Genauso wie in der 20. Minute, als Paulis Fin Bartels wie ein Anfänger einen hohen Ball von Aaron Hunt unterlief und Nutznießer Marko Marin als Vorbereiter glänzte. Und auch seine dritte Chance machte Almeida ganz cool weg (64.), diesmal hatte der eingewechselte Said Husejinovic den Tor-Butler gespielt.

Die Noten für Werders Spieler gegen Pauli

Werder Bremen gegen St. Pauli - die Noten

Alles super – das ganze Stadion feierte Publikumsliebling „Hugo“ für dessen ersten Dreierpack in der Bundesliga und seine perfekte Krisenbewältigung für Werder. Und der gebührende Abgang des Helden war auch schon vorbereitet. Draußen stand Sandro Wagner zur Einwechslung bereit, Almeida hätte seinen verdienten Sonderapplaus erhalten, doch er bekam Rot. „Das hatte sich im Spiel aufgestaut“, erklärte er später: „Ich bin so oft gefoult worden. Immer mal wieder auch versteckt mit dem Ellbogen. Aber das soll keine Entschuldigung sein.“ Der 26-Jährige wusste nur zu gut, was er in dieser misslichen Situation zu tun und vor allem zu sagen hatte. „Es tut mir leid. Ich bitte meine Mitspieler, den Trainer und die Fans um Entschuldigung“, murmelte er in fast jedes Mikrofon in der Interviewzone. Und für so viel Einsicht hofft der Portugiese irgendwie auch auf Milde bei der Bestrafung und auf nur „ein Spiel Sperre“.

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Doch das kann sich Almeida abschminken. Selbst Berufsoptimist Klaus Allofs geht von „drei Spielen aus, weil es als Tätlichkeit gewertet wird“. Almeidas Ellbogen landete nun einmal im Nacken von Zambrano. Obwohl der Hamburger zuvor gefoult hatte, „darf sich Hugo nicht zu so etwas hinreißen lassen. Das ist doch nichts Neues für einen Stürmer, dass man attackiert wird. Und beim Stand von 3:0 muss ich über den Dingen stehen“, meinte Clubchef Allofs und war richtig sauer: „Das ist eine Reaktion, die wir uns nicht erlauben dürfen. Jetzt ist noch nicht der Moment über Konsequenzen zu reden, aber wir werden das aufarbeiten.“

Geldstrafe statt Riesenlob – Almeida machte aus einer Gala ein Fiasko. Torsten Frings sprach von einer „absoluten Dummheit. So ein Verhalten ist für mich nicht nachvollziehbar, gerade in unserer Situation. Dafür gibt’s keine Entschuldigung“, wütete der Kapitän. Schließlich fehlten gestern bereits zehn Profis. Und auch deshalb stellte Per Mertesacker gefrustet fest: „Der Dienst war doch schon getan, aber bei uns liegt eben noch einiges im Argen.“

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