Woran es bei den Bremer Spielern krankt – und was Sportchef Klaus Allofs darüber denkt

Die marode Mannschaft - Teil 2

Was können sie noch tun? Sportchef Klaus Allofs (vorn) und Trainer Thomas Schaaf haben große Probleme, zur Mannschaft durchzudringen.

Werder-Bremen - Von Arne Flügge und Malte Rehnert (Eig. Ber.) · Eigentlich ist Thomas Schaaf krisenerprobt. Doch diesmal scheint der Trainer von Werder Bremen von einer gewissen Ratlosigkeit befallen zu sein. Schaaf ist mürrischer, dünnhäutiger als bei den vorangegangenen sportlichen Schieflagen seines Clubs.

Nummer drei und vier der wesentlichen Gründe warum es nicht läuft – und was Allofs dazu sagt:

3. Die Führungsspieler stecken in einem sportlichen Tief, haben genug mit sich selbst zu tun. Sie können die Mannschaft nicht so leiten, wie sie müssten. Torsten Frings sah gegen Twente Rot, verschoss in Stuttgart einen Elfmeter. Per Mertesacker und Claudio Pizarro hatten lange mit Verletzungen zu kämpfen. Zudem hat ihr Wort bei einigen in der nachrückenden Generation an Gewicht verloren. Wenn Kapitän Frings mal – wie zuletzt – lautstark das Wort ergreift, zucken die Youngster schon längst nicht mehr wie früher erschrocken zusammen.

Klaus Allofs: „Wir wussten, dass nach der WM Probleme bei Spielern wie Per Mertesacker, Marko Marin und anderen entstehen könnten. Und es hat sicherlich auch damit zu tun, dass sie ihre Rolle nicht so ausfüllen können, wie wir uns das denken. Es ist richtig, dass die Führungspieler momentan viel mit sich selbst zu tun haben und sich somit vielleicht nicht so einbringen können, wie wir uns das wünschen. Wichtig ist aber, dass sich die anderen Spieler an die Rangordnung halten und die Kritik auch annehmen.“

4. Die Neuzugänge erfüllen die Erwartungen nicht. Marko Arnautovic glänzt mehr durch seine Eskapaden abseits des Platzes, während Mikael Silvestre weit von der Form entfernt ist, die man sich bei Werder erhofft hat. Als eine echte Verstärkung kann somit nur Wesley angesehen werden, der aber aufgrund seiner Allrounder-Qualitäten aus der Not heraus ständig das hüpfende Pferd auf dem taktischen Schachbrett von Trainer Schaaf ist und nicht der Stratege im Mittelfeld sein darf, der den Gegner matt setzen kann.

Klaus Allofs: „Es wäre unfair und auch absolut falsch, sich jetzt nur auf die Neuzugänge zu fixieren und ihnen die Schuld zu geben. Sie sind spät gekommen, das darf man nicht vergessen. Natürlich geht die Integration von neuen Spielern schneller und leichter vonstatten, wenn der Erfolg da ist. Wir waren gezwungen, viel zu improvisieren. Wesley hat zuletzt auf Positionen gespielt, die er ausfüllen kann, die ihm aber nicht auf den Leib geschnitten sind. Er wäre in seiner Lieblingsrolle glücklicher und hätte vielleicht auch das ein oder andere Tor mehr für uns geschossen. Und Mikael Silvestre – klar, nach dem 0:6 in Stuttgart heißt es wieder: Die Tore sind über seine Seite gefallen. Doch keiner fragt sich, wie diese Situationen überhaupt zustande gekommen sind. Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Natürlich sind wir nicht zufrieden, wir wünschen uns eine bessere Leistung von ihm. Als Spieler und Mensch ist er aber bei uns angekommen. Und bei Marko Arnautovic wussten wir, dass es ein weiter Weg wird. Doch wir glauben an sein Potenzial.“

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