Woran es bei den Bremer Spielern krankt – und was Sportchef Klaus Allofs darüber denkt

Die marode Mannschaft

Was können sie noch tun? Sportchef Klaus Allofs (vorn) und Trainer Thomas Schaaf haben große Probleme, zur Mannschaft durchzudringen.

Werder-Bremen - Von Arne Flügge und Malte Rehnert (Eig. Ber.) · Eigentlich ist Thomas Schaaf krisenerprobt. Doch diesmal scheint der Trainer von Werder Bremen von einer gewissen Ratlosigkeit befallen zu sein. Schaaf ist mürrischer, dünnhäutiger als bei den vorangegangenen sportlichen Schieflagen seines Clubs.

Ungewohnt häufig wechselt er jetzt Taktik und Personal. Die Maßnahme, Torsten Frings gegen Twente Enschede in die Innenverteidigung zu stellen, mutete fast wie eine Verzweiflungstat an. Doch weder die Mannschaft noch Sportchef Klaus Allofs und der Aufsichtsrat sehen Schaaf als Hauptschuldigen der Krise. Am Pranger steht somit die Mannschaft. Die vier wesentlichen Gründe warum es nicht läuft – und was Allofs dazu sagt:

1. Der Teamgeist ist futsch. Das Gemeinschaftsgefühl, mit dem sich Werder in der vergangenen Rückrunde noch vom Mittelmaß auf Platz drei gekämpft hat, ist zerstört. Torsten Frings hatte zuletzt sogar moniert, dass nach einer Niederlage in der Kabine gelacht wurde. Grüppchenbildungen sind zu beobachten. So tuscheln Sebastian Mielitz, Felix Kroos und Philipp Bargfrede häufig gemeinsam, die Führungskräfte Torsten Frings, Per Mertesacker und Clemens Fritz diskutieren oft auf dem Weg zum Trainingsplatz. Spieler wie Wesley, Mikael Silvestre oder Marko Arnautovic sind dagegen oft isoliert. Aaron Hunt scheint sich abgekapselt zu haben, ist fast nur noch allein und mit dem Handy am Ohr auf dem Weg in die Kabine.

Klaus Allofs: „Ich denke schon, dass die Spieler den Anspruch haben, als Mannschaft stark zu sein. Leider sind sie diesen Weg bisher nicht gegangen. Doch ich bin zuversichtlich, dass das kommen wird. Die Spieler haben zum Teil falsche Vorstellungen, was sinnvoll für die Mannschaft ist und wie sie sich für das Team einbringen können. Sie greifen zu den falschen Mitteln. Im Einzelnen möchte ich nicht näher darauf eingehen. Doch wir arbeiten daran. Wenn man eine Mannschaft zusammenstellt, wünscht man sich natürlich, dass immer gleich alles passt. Doch es ist leider nicht immer so, dass sich das, was mal dagewesen ist, gleich wieder überträgt. Manchmal muss es wachsen.“

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2. Fehlende Kritikfähigkeit, fehlende Einsicht. Was wurde von der sportlichen Leitung nicht schon alles probiert, um die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen? Zuckerbrot, Peitsche, Krisensitzungen, eingefrorene Gehälter, Ansprachen direkt nach dem Spiel – das alles war bisher für die Katz’.

Klaus Allofs: „Nicht alle Maßnahmen wirken sofort. Verlieren, reden, gewinnen – das wäre schön. Doch so einfach ist das manchmal nicht. Es ist ja fast seit Beginn der Saison so, und da stellt sich mir nicht jeden Tag die Frage: Was jetzt? Das hat etwas mit stetigem Arbeiten und Geduld zu tun. Ich hoffe, dass die Mannschaft jetzt endlich ihre Lehren gezogen hat. Man darf sich nicht einfach in eine Niederlage fügen. Einsatz- und Laufbereitschaft sowie taktische Disziplin sind jetzt gefordert.“

Lesen Sie hier Teil 2

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