Auch Erfolge als Joker machen Werders schwedischen Stürmer zufrieden / „Unser Kader ist klasse“

Markus Rosenbergs gutes Leben als Bankdrücker

Zuletzt nur Joker, aber trotzdem nicht total frustriert: Markus Rosenberg denkt „überhaupt nicht mehr negativ“. ·

Bremen - Es gibt ein Dasein als Reservist, das keine schönen Seiten kennt. Es ist frustrierend, raubt das Selbstbewusstsein, produziert negative Gedanken. Markus Rosenberg hat es durchgemacht. Es gibt aber auch ein Leben als Bankdrücker, das glückliche Momente liefert. Es ist zwar nicht erfüllend, auf eine gewisse Weise allerdings durchaus befriedigend. Markus Rosenberg erlebt es gerade so.

Das schlechte Leben spielte sich vor seiner Ausleihe nach Spanien zu Racing Santander ab. Damals hockte er bei Werder auf der Bank und bewegte, wenn er denn ins Spiel kam, kaum etwas. Letzteres stellt den entscheidenden Unterschied zum aktuellen guten Leben da. Wenn „Rosi“ nun in eine Partie geworfen wird, „kann ich meistens etwas bewirken. Und das ist ein schönes Gefühl“, sagt der Schwede. Zuletzt kam er gegen die Hertha als „Joker“ und lieferte per Kopfballverlängerung die Vorlage zum 2:1-Siegtreffer durch Claudio Pizarro. Auch beim 2:1 in Hoffenheim stach er – als Schütze des entscheidenden Tores. „Ich komme und mache gute Sachen – damit kann ich zufrieden sein“, meint der Stürmer.

Zufrieden ist aber nicht glücklich, auf diese Unterscheidung legt Markus Rosenberg Wert. Denn natürlich wäre er lieber Stammspieler, würde gerne immer spielen. Trotzdem ist die Situation heute nicht mit der in der Saison 2009/10 zu vergleichen. „Ich war damals wirklich voller negativer Gedanken. Aber dann hatte ich in Spanien ein gutes Jahr. Und als ich nach Bremen zurückgekehrt bin, war mein Kopf absolut frei“, erzählt er.

Das schlug sich auch gleich in Toren nieder. Die ersten drei Bremer Pflichtspieltreffer gingen auf sein Konto, Rosenberg war der Held des 2:0-Auftakterfolgs gegen Kaiserslautern. Dass er dennoch nach dem dritten Spieltag zurück ins zweite Glied rutschte, hatte nichts mit eigener Schwäche zu tun. Die Konkurrenz – sprich: der unglaubliche Claudio Pizarro und der verwandelte Marko Arnautovic – waren einfach stärker. Das kann Rosenberg akzeptieren und sogar gutheißen: „Das zeigt doch nur, wie stark die Mannschaft ist, die wir jetzt haben. Es herrscht ein guter Wettkampf um die Plätze, der Kader ist klasse.“ Er hat seinen Wert für diesen Kader schon mehrfach unter Beweis gestellt – da haben trübe Gedanken trotz der harten Bank unter dem Hintern keine Chance, sagt Rosenberg: „Ich denke überhaupt nicht mehr negativ.“ · csa

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