Marin und Arnautovic sind derzeit nur Edeljoker bei Werder / „Ich weiß, ich muss Tore schießen“

Die Markos auf der Millionenbank

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Der Stammplatz der letzten Wochen: Marko Marin (links) und Marko Arnautovic nebeneinander auf der ungeliebten Bremer Ersatzbank. 

Bremen - Von Malte RehnertSo hochkarätig besetzt war die Werder-Bank wohl noch nie. Gegen Gladbach saßen gleich drei der kostspieligsten Spieler der Vereinsgeschichte draußen: Marko Marin, der im Sommer 2009 für 8,3 Millionen Euro gekommen war, sowie die vor der Saison verpflichteten Marko Arnautovic (6,5 Millionen) und Wesley (7,5) – macht allein für dieses Trio insgesamt 22,3 Millionen.

Ein ziemlicher Luxus, die teuren Nationalspieler aus Brasilien (Wesley), Österreich (Arnautovic) und Deutschland (Marin) nur einzuwechseln. Doch die hohen Ablösesummen interessieren Werders Trainer Thomas Schaaf herzlich wenig. „Andere Spieler haben auch viel Geld gekostet“, sagte der Coach gestern lapidar.

Dass Wesley gegen Gladbach lediglich reinkam, überraschte kaum. Immerhin hatte der 23-Jährige wegen eines Sehnenanrisses im Oberschenkel etwa dreieinhalb Monate gefehlt und ist noch dabei, wieder richtig Fuß zu fassen. Marin und Arnautovic hingegen sind topfit – und trotzdem seit Wochen nicht erste Wahl. „Dass sich der Trainer momentan anders entscheidet, akzeptiere ich. Aber natürlich will ich spielen, wieder rein in die Mannschaft“, betonte Marin.

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Warum Arnautovic und er derzeit die Millionenbank drücken, erklärte Schaaf gestern nicht en detail. „Wir stellen so auf, wie wir meinen, dass es das Beste ist, um Erfolg zu haben“, meinte der Bremer Trainer nur. Momentan genießen andere offensichtlich eine höhere Wertschätzung – im Mittelfeld zum Beispiel Tim Borowski und Florian Trinks, im Sturm Sandro Wagner.

Werders Edeljoker: Marin (rechts) und Arnautovic brachten nach ihren Einwechslungen frischen Wind.

Die beiden Markos seien laut Schaaf „ein Teil der Mannschaft und müssen genauso ihrer Pflicht nachkommen wie alle anderen. Auch sie müssen sich immer wieder zeigen und beweisen.“ In den vergangenen Wochen hatten Marin und Arnautovic – zumindest in den Spielen – jedoch wenig Gelegenheit dazu. Das 0:4 beim Hamburger SV am 19. Februar war für beide der letzte Einsatz in der Startformation. Danach folgten Einwechslungen gegen Leverkusen (Marin in der 59., Arnautovic in der 68. Minute), in Freiburg (beide 59.) und gegen Gladbach (beide 58.) – durchaus mit Erfolg. Vor allem in den letzten zwei Partien brachten die Edeljoker reichlich frischen Wind. Marin glänzte in Freiburg mit einer Vorlage und einem Tor, das Arnautovic vorbereitet hatte. Gegen Gladbach legten sie sich erneut gegenseitig große Chancen auf, wobei Arnautovic beim Pfostentreffer kurz vor Schluss viel Pech hatte.

Seit 1 168 Minuten wartet der 21-jährige auf ein Erfolgserlebnis in der Bundesliga. „Ja, ich weiß – ich muss Tore schießen“, seufzte Arnautovic, den seine Durststrecke ebenso wurmt wie das Reservistendasein. Aber: Er bringt auch Verständnis für Schaafs Entscheidung auf. „Sandro Wagner hat eben im Moment das Vertrauen des Trainers – und das hat er zuletzt gut erfüllt. Zwei Tore in zwei Spielen, da freue ich mich für ihn“, versicherte der Österreicher: „Und außerdem ist es sehr gut für die Mannschaft.“ Er selbst habe sich – bis auf die Chancenverwertung – „nichts vorzuwerfen. Ich werde im Training weiter mein Bestes geben und alles versuchen.“

Das Gleiche gilt für Marin, der urteilte: „Ich kann nur so weiterarbeiten, wie ich es derzeit tue. Sonst kann ich nichts machen.“ Dem 22-Jährigen kommt es nicht gerade entgegen, dass Schaaf seit einigen Wochen wieder

▪ „Die Raute

▪ passt zu mir“

auf die bewährte Raute im Mittelfeld setzt und diese hauptsächlich mit defensivstarken Spielern bestückt. Hinter Trinks sorgten zuletzt Borowski (halblinks), Philipp Bargfrede (halbrechts) und Kapitän Torsten Frings (zentral) dafür, dass Werder sicherer stand.

Als Opfer des Systems sieht sich Marin, der schon zu Beginn der Rückrunde mehrfach auf der Bank geschmort hatte, allerdings nicht. „Die Raute passt zu mir. Das hat man gesehen, als ich in den letzten Spielen reingekommen bin.“ Weil er da aber als Joker überzeugte, droht ihm – genau wie Arnautovic – am Sonnabend in Nürnberg wieder die Reservistenrolle.

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