Arnautovic-Bruder bestätigt Mega-Angebot aus Kiew / Eichin hat nichts mehr gehört

„Marko hat sich noch nicht entschieden, ob er bleibt“

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Nachdenkliche Tage: Marko Arnautovic überlegt, was für seine Zukunft das Beste ist.

Bremen - Danijel Arnautovic ist aufgebracht. Die Meldung vom Samstag, der Transfer seines Bruders Marko vom SV Werder zu Dynamo Kiew sei quasi perfekt, ärgert den Berater gewaltig. „Das ist völliger Quatsch! Es ist noch nichts perfekt – null, nichts, gar nichts. Marko hat sich noch nicht entschieden, ob er hier bleiben will oder nicht.“ Werder hingegen hat sich entschieden: Arnautovic darf nur sofort weg, wenn aus der Ukraine ein unmoralisches Angebot kommt – und das gibt es bislang nicht.

Der neue Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin macht keinen Hehl daraus, dass er sich vergangene Woche nur kurz nach seinem Dienstantritt mit Vertretern von Dynamo getroffen hat: „Wir haben uns am Donnerstag in dem Gespräch klar positioniert und gesagt, dass wir Marko zu diesem Zeitpunkt nicht abgeben wollen. Ich denke, das ist so akzeptiert worden. Seitdem hat sich ja auch nichts mehr getan.“ Für Eichin ist das Thema damit erledigt. Aber was passiert, wenn sich die Dynamos doch wieder melden? Hat Werder eine Schmerzgrenze? „Es gibt immer eine Summe, bei der man von wirtschaftlicher Unvernunft sprechen würde, wenn man es nicht tut. Über so eine Summe ist aber nicht gesprochen worden“, verrät Eichin.

Summen nennt der neue Sportchef natürlich nicht. Laut „Bild“ soll Kiew eine Ablöse von acht Millionen Euro für den Österreicher geboten haben. Das klingt erst einmal gut. Aber Arnautovic hat Werder vor zweieinhalb Jahren auch 6,5 Millionen Euro gekostet. Die Ablöse müsste also schon in den zweistelligen Bereich gehen, um Werder zum Nachdenken zu bringen. Dann bliebe noch das Problem, dass kein sofortiger Ersatz beschafft werden könnte. In Deutschland ist das Transferfenster längst geschlossen, in der Ukraine bleibt es noch bis Ende des Monats geöffnet.

Wie wichtig Arnautovic für die Bremer ist, hat er mit seiner starken Hinrunde (fünf Tore) bewiesen. Zum Jahresstart gab es zwar einen Hänger mit Sperren und Verletzungen, aber am Samstag gegen Freiburg startete der Außenstürmer nach seiner Einwechslung voll durch. „Er hat viel Wirbel gemacht – so, wie wir ihn kennen“, lobt Eichin. Arnautovic ist einer, der den Unterschied ausmachen kann: Spielt Werder um die Europa League oder nur um die goldene Ananas spielt?

Diese Qualität schätzt auch Kiew. „Wir sind kontaktiert worden. Dynamo bietet Marko einen immens hohen Betrag“, bestätigt Danijel Arnautovic erstmals das Interesse aus der Ukraine. Die „Bild“ berichtet, dass Arnautovic in der Ukraine im Jahr drei Millionen Euro verdienen soll – netto! Bei Werder bekommt der österreichische Nationalspieler „nur“ geschätzte zwei Millionen Euro pro Spielzeit – und das auch noch vor Steuern.

„Geld ist aber nicht alles“, merkt Danijel Arnautovic an: „Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Man muss sich wohlfühlen, die Familie auch. Und die sportliche Perspektive muss stimmen.“ Letzteres sieht der Berater durchaus als gegeben an: „Dynamo ist nun wirklich nicht der schlechteste Verein, die werden von vielen unterschätzt. Die spielen fast immer in der Champions League – und das auch nicht schlecht.“ Also wird im Hause Arnautovic fleißig diskutiert. Und es geht dabei nicht nur um das aktuelle Angebot, sondern generell um seine Zukunft. „Marko wird 24, das ist jetzt ein wichtiger Schritt in seiner Karriere. Er fühlt sich in Bremen sehr wohl – seine Familie auch. Das ist ihm sehr wichtig. Deshalb ist das eine ganz schwierige Entscheidung für ihn“, erklärt Danijel Arnautovic. Der Berater setzt dabei auch auf Gespräche mit Eichin. Eine vorzeitige Verlängerung des bis 2014 laufenden Vertrags sei keineswegs ausgeschlossen: „Alles ist möglich. Es ist schön, dass Herr Eichin jetzt da ist. Darauf haben wir gewartet.“

Wahrscheinlich kommt es schon in dieser Woche zu einem Treffen. „Ich werde sicherlich mit Marko und seinem Bruder Danijel sprechen“, sagt Eichin, ist aber zugleich ziemlich entspannt: „Es gibt keinen Zeitdruck.“ Vorausgesetzt, es kommt kein unmoralisches Angebot aus der Ukraine. · kni/mr

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