Trainer Schaaf setzt auch in Köln auf Sicherheit / Der Nationalspieler schweigt

Marko Marin bleibt wohl ein „Bankangestellter“

Der Eindruck täuscht: Marko Marin findet es ganz sicher nicht amüsant, nur auf der Bank zu sitzen – doch auch morgen in Köln wird’s wohl wieder so sein.

Bremen - Von Malte Rehnert· Eigentlich ist Marko Marin einer, der viel und gerne kommuniziert. In den letzten Tagen hat sich der Mittelfeldmann von Werder Bremen aber selbst einen „Maulkorb“ angelegt.

Fragen gibt’s viele: Etwa wie enttäuscht er ist, beim Rückrundenauftakt gegen Hoffenheim nicht gespielt zu haben. Oder, ob er sich selbst etwas vorzuwerfen hat. Antworten verweigert der 21-Jährige jedoch beharrlich. Seine Situation ist unbefriedigend – und sie wird sich morgen Abend (18.30 Uhr) im Auswärtsspiel beim 1. FC Köln vermutlich nicht verbessern.

Werder-Coach Thomas Schaaf steckte Marin in dieser Trainingswoche erneut in die Reservisten-Mannschaft und ließ im A-Team Felix Kroos ran, der schon gegen Hoffenheim in der Startelf gestanden hatte – und wohl auch morgen stehen wird.

Frings zurück im Training

Frings zurück im Mannschaftstraining

Als Begründung für Marins Degradierung zum Bankdrücker nennt Schaaf aber nicht etwa mangelnden Eifer: „Marko wirkt im Training sehr engagiert. Er will sich beweisen, er will zurück ins Team. Das merkt man.“ Aber der Nationalspieler, der seine Vorzüge ganz klar im

Vorwärtsgang hat, passt nicht optimal in das System mit der defensivstarken Mittelfeldraute, das Schaaf derzeit favorisiert: „Wir wissen, dass Marko in der Offensive eine Qualität hat, die es in der Bundesliga nicht oft gibt. Die Frage ist aber: Wann brauche ich welches Element? Im Moment brauchen wir vor allem Kompaktheit.“ Gegen Hoffenheim hatte er eine recht vorsichtige Variante mit Torsten Frings als einzigem „Sechser“, Philipp Bargfrede (rechts) und Kroos (links) auf den Halbpositionen sowie Aaron Hunt als einzigem, richtig offensiven Mittelfeldmann gewählt. „Ich wollte dem Team möglichst viel Sicherheit mitgeben“, erklärt Schaaf. Schlecht für Marin: Bei dieser Ausrichtung wird’s wohl auch in Köln bleiben. Schaaf schließt seinen Einsatz in der ersten Elf zwar nicht aus, sagt aber auch: „Wenn Automatismen greifen, kann man mehr auf die Individualität setzen. Wenn man erst mal Kompaktheit braucht, sieht das anders aus. Und auf diesem Weg befinden wir uns noch. Wir brauchen mehr Gemeinschaft und müssen schauen, dass das Gesamtgefüge funktioniert.“

Schaaf mutmaßt sogar, dass Marin (bislang insgesamt 28 Einsätze) etwas überbeschäftigt sein könnte: „Er hatte nicht viel gespielt, als er hierher kam. Wir haben ihm viele Einsätze und damit die Möglichkeit gegeben, sich zu entwickeln.“ Die Fragen seien nun: „Geht die Entwicklung konstant weiter?“ und „War das zu viel?“

In der vergangenen Saison hatte der 2009 verpflichtete 21-Jährige etwa zur gleichen Zeit der Saison 27 Spiele absolviert.

Sollte er morgen zum sechsten Mal in dieser Spielzeit zunächst draußen sitzen, wäre er zumindest keine „Zielscheibe“. Im Hinspiel (4:2 für Werder) hatten die mitgereisten Kölner Fans Marin wegen seiner Gladbacher Vergangenheit gnadenlos ausgepfiffen, ehe die Bremer sie mit Feiergesängen übertönten.

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