Neustart bei Werder

Marko Arnautovic: „Ich entschuldige mich bei allen“

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Das Lachen beim Training unterstrich, was Marko Arnautovic gestern nach seiner Rückkehr ins Bremer Team mehrmals betonte: „Ich bin froh, zurück zu sein.“ ·

Werder-Bremen - Über den Bergen rund um Zell am Ziller zuckten beim Werder-Training die Blitze, gefolgt von Donner-grollen – und im Tal gab es das Tut-mir-leid-Gewitter von Marko Arnautovic nach seiner ersten Einheit seit der Suspendierung.

Minutenlang entschuldigte sich der Österreicher gestern Abend vor Journalisten für sein Fehlverhalten in der Vorsaison, zeigte Dankbarkeit gegenüber dem Club und gelobte Besserung. Dabei kann er sich der Unterstützung der Vereinsverantwortlichen sicher sein – allen voran der von Thomas Eichin.

„Für mich ist das Thema erledigt“, stellte der Sportchef klar. Der 46-Jährige hatte Arnautovic und Eljero Elia Ende April wegen einer nächtlichen Spritztour mitten im Abstiegskampf aus der Mannschaft verbannt. Nun ist die Strafe abgesessen. Elia kehrte beim Trainingsauftakt Ende Juni ins Team zurück, gestern folgte Arnautovic, der nach Länderspieleinsätzen bis Samstag noch Urlaub machen durfte.

„Ich habe mit Marko telefoniert, damit er von mir das Signal bekommt, dass die Sache abgehakt ist. Es ist wichtig für ihn, dass er weiß, dass es bei Null losgeht“, erklärte Eichin. Von einer Bewährungszeit wollte der Sportchef nichts hören. Arnautovic müsse sich genauso wie alle anderen an die Regeln halten, bekäme aber auch die gleichen Freiräume. Und zusätzlich sogar einen besonderen Schutz. „Man muss irgendwann auch mal sagen: Schluss jetzt. Er soll sich auf Fußball konzentrieren können. Deshalb werde ich auf ihn aufpassen, damit er hier nicht täglich auf diese ollen Kamellen angesprochen wird.“

Eine Ausnahme gestattete Eichin noch – gestern Abend nach der Auftakteinheit des zweiten Bremer Trainingslagers. Arnautovic durfte sich erklären und legte einen von Einsicht geprägten Auftritt hin. „Ich habe mich entschuldigt, und ich will mich noch einmal bei allen entschuldigen – für das, was da vorgefallen ist vorige Saison. Ich habe mit dem Sportdirektor und dem Trainer gesprochen. Man hat mich wieder aufgenommen, dafür bin ich dankbar. Es ist alles geklärt. Ich bin froh, zurück zu sein“, sagte der 24-Jährige und fügte erleichtert an: „Es ist ein schönes Gefühl, wieder bei der Mannschaft zu sein. Es hat wehgetan, dass ich ihr nicht helfen konnte. Jetzt gebe ich alles für das Team.“

Schöne Worte. Doch wie lange hält Arnautovic diesmal durch? Was spricht dafür, dass es keinen Rückfall gibt? „Es wäre dumm, wenn man nicht aus der Vergangenheit lernen würde“, antwortete Arnautovic und versicherte: „Ich habe daraus gelernt. Es war ein großer Fehler, das wissen Elli und ich auch. Wir wollen jetzt durchstarten.“

Dabei setzt der Österreicher auch auf den neuen Coach. Robin Dutt habe ihn nach der Ankunft im Zillertal in einem ersten kurzen Gespräch gleich das Vertrauen ausgesprochen – und das machte Arnautovic glücklich: „Das liegt mir natürlich am Herzen, denn das ist das Wichtigste zwischen einem Trainer und einem Spieler.“ Auch mit den Kollegen, die ihn nach der Suspendierung zum Teil harsch kritisiert hatten, sei alles „wieder super. Ich liebe sie, sie lieben mich!“ Da blitzte kurz wieder der alte Arnautovic auf – der mit dem Hang zur Übertreibung.

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