Als Stürmer ist er für Werder so wertvoll wie noch nie / Verdienter Sieg bei Hertha BSC / Wiese verletzt

3:2 – Marin trumpft ganz groß auf

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Bremer Jubel auf der einen Seite, Berliner Frust auf der anderen: Werder bejubelt das 3:1 durch Naldo, Jaroslav Drobny ist dagegen ziemlich bedient.

Berlin - Von Arne Flügge. Seit gestern ist Marko Marin endgültig bei Werder Bremen angekommen. Mit einer überragenden Leistung und zwei Torvorlagen führte der kleine Dribbelkünstler Werder Bremen zum 3:2 (0:0)-Sieg bei Hertha BSC und half  kräftig mit, dass die Hanseaten in der Bundesliga auf Platz drei kletterten.

Dabei hatte Marin auf einer für ihn ungewohnten Position gespielt: als zweiter Stürmer neben Claudio Pizarro . „Ich glaube, das habe ich zuletzt mal in der Jugend gespielt. Aber ich denke, ich hab’s ganz gut hinbekommen“, strahlte der 20-Jährige.

Hat er! Mit einem feinen Pass auf Mesut Özil , der den Ball cool versenkte, hatte Marin das 1:0 für die Bremer in der 57. Minute vorbereitet. In der 74. Minute legte der Ex-Gladbacher seinem Kollegen Tim Borowski so genau auf, dass der Mittelfeldspieler den Ball nur noch über die Linie zu drücken brauchte. Der ebenfalls überragende Naldo erzielte nach Vorarbeit von Özil den dritten Bremer Treffer (82.), während Lukasz Piszczek (77.) und Patrick Ebert (90. +1) vor 49 176 Zuschauern für die Berliner erfolgreich waren.

Die Noten aller Spieler

Die Spieler in der Einzelkritik

„Ich bin zufrieden, doch wenn wir uns das Leben nicht ganz so schwer gemacht hätten, wäre ich noch zufriedener“, meinte Werder-Sportchef Klaus Allofs . Nach der 2:0-Führung verpasste es Borowski, den Sack endgültig zuzumachen. Stattdessen wurde es zwischenzeitlich noch einmal spannend. „Unnötig“, wie Allofs anmerkte, „wir müssen noch lernen, solche Spiele souveräner über die Bühne zu bringen. Wir sind noch unter Druck geraten und mussten einen hohen Aufwand betreiben.“

Und so etwas kostet Kraft. Borowski: „Das Spiel vom Donnerstag steckte uns noch in den Knochen. Wir mussten heute den letzten Saft raussaugen.“

Trainer Thomas Schaaf hatte neben dem Coup mit Marin als zweite Spitze noch eine zweite Überraschung parat. Der 20-jährige Mittelfeldspieler Philipp Bargfrede („Ich war sehr überrascht“) stand in der Anfangsformation, bot eine ordentliche Leistung und wurde anschließend von höchster Stelle gelobt. „Philipp macht das sehr gut“, sagte Sportchef Klaus Allofs : „Er ist für uns eine echte Alternative.“

Allerdings konnte auch Bargfrede nicht verhindern, dass sich die Bremer mit der Hertha in der ersten Halbzeit nur ein Duell auf schwachem Niveau ohne große Höhepunkte lieferten. Die größte Chance der ersten 45 Minuten vergab Linksverteidiger Sebastian Boenisch, der den Ball freistehend aus zwei Metern über das Tor drosch. „Der muss rein, keine Frage“, sagte der 22-Jährige später: „Zum Glück haben wir gewonnen, sonst hätte ich mich tierisch geärgert.“

Dass es nicht dazu kam, lag vor allem an Marko Marin und dem im zweiten Durchgang jetzt viel besseren Mesut Özil . Beide spielten die Berliner Defensive teilweise schwindelig – und zeichneten hauptsächlich für die 2:0-Führung bis zur 74. Minute verantwortlich. „Das Zusammenspiel zwischen uns klappt immer besser, wir kombinieren schon sehr gut“, freute sich Marin.

Dass es dann noch einmal spannend wurde, lag an einem Patzer von Ersatztorwart Christian Vander, der im Strafraum unschlüssig war und Lukasz Piszczek das 1:2 ermöglichte. „Es ist schwer, gleich seinen Rhythmus zu haben, wenn man reinkommt“, nahm Allofs den Keeper in Schutz. Vander war in der 61. Minute für Tim Wiese gekommen, der sich eine Verletzung an der linken Wade zugezogen hatte. „Nach einem Luftkampf hatte ich plötzlich fürchterliche Schmerzen. Dann ist das Bein blau geworden“, sagte Wiese später. In zwei, drei Tagen will er aber wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

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