Bremens Kleinster geht mit riesigem Selbstvertrauen in die Bundesliga-Rückrunde

Marin ist sich sicher: „Bei der WM bin ich dabei“

Volltreffer! Marko Marin hat sich bei Werder ganz schnell durchgesetzt und rechnet deshalb fest mit seiner WM-Teilnahme.

Von Carsten SanderBREMEN/DUBAI · Neulich hat Marko Marin vor dem Burj Khalifa gestanden. Staunend natürlich. Der kleinste Spieler im Werder-Kader vor dem höchsten Gebäude der Welt. Was soll er da schon denken? „Ein gigantisches Teil“, schwärmt Marin natürlich über das neue Prestigeobjekt der Dubai-Traumwelt, die immer etwas braucht, das her-aussticht aus der Normalität. Im Fall Burj Khalifa haben die Scheichs diesen Effekt mit plumper Länge erreicht. Dabei muss nicht alles und jeder groß sein, um aufzufallen – siehe Marko Marin, der misst nur 1,70 Meter.

Er hat dabei aber ein Selbstvertrauen entwickelt, das – wie der Burj Khalifa – riesig ist. Und das ihn ganz locker über seine WM-Chancen plaudern lässt. „Ich gehe davon aus, dass ich dabei sein werde“, sagt Marin geradeheraus und erklärt auch, warum er glaubt, dass Bundestrainer Joachim Löw ihn mit nach Südafrika nehmen wird: „Weil ich mit meinen Leistungen – wenn sie denn so bleiben – in die Nationalelf gehöre.“

Die Zeit seit der EM gibt Marin natürlich recht. Er ist ein Stammgast bei Löw, steht immer auf der Einladungsliste und kann sich in der Tat ziemlich sicher sein, dass ihm ein Erlebnis wie im Sommer 2008 erspart bleiben wird. Damals war der Noch-Zweitligaspieler Marin mit gerade mal 18 Jahren erstmals von Löw nominiert worden. Allerdings nur in den erweiterten Kader für das Trainingslager im Vorfeld der EM auf Mallorca. Das machte Marin mit, zur EM fuhr er nicht. Was vielleicht sogar gut war, meint der ehemalige Gladbacher: „Mittlerweile sehe ich das nicht mehr so negativ. Es hat mir auch nicht geschadet.“ Anno 2010 geht die Geschichte anders aus, prophezeit Marin: „Ich bin heute weiter als vor zwei Jahren.“

In seiner Entwicklung hat er vor allem im vergangenen halben Jahr einen weiten Satz nach vorne gemacht. Mit dem Wechsel zu Werder wurde der Sohn serbischer Einwanderer überhaupt erst ein richtiger Bundesliga-Spieler. Bei Gladbach hatte Trainer Hans Meyer ihn zwischen Bank und Spielfeld hin- und hergeschoben. In Bremen ist Marin gesetzt, hat von 28 Pflichtspielen in der Hinrunde 28 absolviert – eine Quote, die ihm wohl nur die wenigsten zugetraut hatten. „Ich habe schnell in die Mannschaft gefunden, und dann ist es perfekt für mich gelaufen“, sagt er deshalb und bedankt sich bei Coach Thomas Schaaf: „Mit ihm zu arbeiten, ist großartig für mich. Er gibt jungen Spielern wie mir das Vertrauen.“

Dabei war’s am Anfang nicht leicht mit Marko Marin. Als Mittelfeldspieler war er im Spiel nach hinten einfach zu – sagen wir mal – unmotiviert. Also stellte Schaaf ihn noch weiter vorne auf. Als Sturmpartner von Claudio Pizarro hat sich Marin mittlerweile einen Namen gemacht.

Bei den Abwehrspielern der Bundesliga ist der Super-Dribbler wegen seiner Haken und engen Wendungen verständlicherweise wenig beliebt, es gibt aber auch Stimmen, die Marin vorwerfen, ein „Schwalbenkönig“ zu sein. Kölns Christopher Schorch („Marko lässt sich gerne mal fallen. Das hat er doch gar nicht nötig“) hatte es sogar laut gesagt. Der Makel haftet dem Bremer nun an. „Dabei bin ich überhaupt nicht darauf aus, Freistöße rauszuholen“, verteidigt sich Marin: „Aber manchmal reicht schon eine leichte Berührung, um aus dem Tritt zu kommen.“

Wie zum Beweis, dass er nicht gerne „abhebt“, haut er vor dem Rückflug nach Bremen schnell noch Teamarzt Dr. Götz Dimanski an: „Hey, Doc! Und gleich ’ne Schlaftablette für mich?“

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