Stippvisite in Bremen: Vertrag unterschrieben und erstes Beschnuppern

Marin erbt Diegos „10“

Thomas Schaafs Tipp an Marko Marin: Junge, lass dich nicht verrückt machen.

Werder-Bremen - BREMEN n Er ist so klein und schmächtig, fast hätte man ihn übersehen. Aber Pech für Marko Marin: Er wurde doch erkannt. Also musste er Autogramme schreiben, Hände schütteln, Fragen beantworten. Wie etwa die, was er denn schon am Weserstadion mache? Schließlich hat der für 8,3 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach verpflichete Mittelfeldspieler noch Sonderurlaub bis zum 13. Juli.

Einfache Antwort: Sein Vierjahresvertrag bei Werder Bremen musste noch unterschrieben werden. Zudem läuft die Wohnungssuche. Also kam Marin gestern kurz vor dem Start in den Sardinien-Urlaub nach Bremen. Und weil er schon mal da war, wollte er den neuen Kollegen auch kurz Hallo sagen.

Es dauerte zwar etwas länger, die wenigen Meter Fußmarsch zum Trainingsplatz zurückzulegen, doch Marin nahm’s locker und fröhlich. „Ein Autogramm? Gerne!“ Der Mann ist volksnah.

Und es macht ihm auch überhaupt nichts aus, dass er nach der U 21-EM weniger Urlaub bekommt als die Mitstreiter Mesut Özil und Sebastian Boenisch. „Das ist völlig okay so, ich will mich schließlich auch möglichst schnell bei Werder einfinden,“, sagte er und trottete nach dem Training mit in die Kabine – zum Kennenlernen eben.

Wenn er am 13. Juli wiederkommt, wird’s ernst für den 20-Jährigen. Marin muss mit dem Druck klarkommen, a) der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte zu sein, b) gemeinsam mit Özil den Verlust von Diego kompensieren zu müssen und c) auch noch dessen Rückennummer 10 geerbt zu haben. Ganz schön viel. Aber klar: Marin nimmt die Herausforderung an – auf seine Weise. „Ich bin nicht der Diego-Ersatz, sondern will der Mannschaft mit meinen eigenen Qualitäten weiterhelfen. Ich bin zwar stolz auf die Nummer 10, aber eigentlich ist das eine eher unwichtige Sache“, sagte er.

Trainer Thomas Schaaf hatte bereits tags zuvor den Tipp gegeben, dass sich der nur 1,70 m große und 63 Kilo leichte Nationalspieler weder von der Ablösesumme noch von den Erwartungen beeindrucken lassen soll. „Das darf ihn alles nicht verrückt machen. Marko soll sich nur auf seine sportliche Entwicklung konzentrieren.“ Und die geht geradeaus, davon ist Schaaf überzeugt. Er verspricht: „Marko wird sich durchsetzen und tolle Dinge für Werder machen.“

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