Der Gladbacher ist mit 8,3 Millionen Euro Ablösesumme der teuerste Einkauf in der Clubgeschichte

Für Marin bricht Werder den Rekord

Werder-Bremen - BREMEN n Die Kleinsten sorgen binnen weniger Wochen für die größten Bewegungen auf dem Konto von Werder Bremen. Erst verkaufte der Bundesligist den nur 1,74 Meter großen Brasilianer Diego für die Rekordsumme von 24,5 Millionen Euro an Juventus Turin, und gestern wurde der noch einmal vier Zentimeter kleinere Marko Marin für 8,3 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach losgeeist. Auch das ist Rekord! Der 20-jährige Nationalspieler, der einen Vierjahresvertrag erhält, gilt nun als der teuerste Einkauf in der Vereinsgeschichte und löst damit Carlos Alberto (7,8 Millionen Euro) ab.

„Das sollte man nicht überbewerten“, versuchte Werder-Geschäftsführer Manfred Müller, das große Geschäft – zumindest was das Finanzielle betrifft – kleinzureden. Wohl auch, um Marin nicht unnötig unter Druck zu setzen. Allerdings stellte Müller auch klar, ohne dabei die kolportierte Ablösesumme bestätigen zu wollen, „dass wir natürlich von einem Spieler einiges erwarten, wenn wir so viel Geld ausgeben“.

Werder wollte Marin unbedingt, und Marin wollte unbedingt zu Werder. Diese Konstellation hatte letztlich auch dafür gesagt, dass nach wochenlangem Poker plötzlich alles ganz schnell ging. Erst am Montag war Werder-Boss Klaus Allofs aus dem Urlaub zurückgekehrt, hatte anschließend ein wenig die Wogen geglättet und sich schließlich am Dienstagabend mit Borussen-Sportdirektor Max Eberl getroffen. „Wir haben ein faires und marktgerechtes Angebot abgegeben und sind uns dann einig geworden“, berichtete Allofs: „Wir sind froh, dass es uns gelungen ist, Marko schon in diesem Sommer zu uns zu holen.“ In einem Jahr wäre Marins Vertrag in Gladbach zwar ausgelaufen und der Mittelfeldspieler ablösefrei zu haben gewesen, doch so lange wollte Werder nicht warten. „Marko hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Er findet bei uns beste Bedingungen, um in seiner Karriere den nächsten Schritt gehen zu können“, erklärte Allofs. Und Trainer Thomas Schaaf ergänzte: „Marko ist eines der größten Talente im deutschen Fußball. Wir sind überzeugt, dass er ein wichtiger Spieler bei uns werden kann.“

n„Ich will auch

nTitel holen“

Erleichterung und Vorfreude herrschte auch in Schweden. Dort hält sich Marin derzeit mit der U 21-Nationalmannschaft auf und fiebert dem morgigen Halbfinale gegen Italien entgegen. „Ich bin glücklich, dass es jetzt geklappt hat. Obwohl ich mich im Moment noch auf die Europameisterschaft konzentriere, freue ich mich auf meine neue Aufgabe bei Werder“, verkündete der 20-Jährige – und nicht nur das: „In Bremen möchte man Titel gewinnen, auf jeden Fall international spielen. Als junger Spieler habe ich natürlich auch den Traum, einen oder mehrere Titel zu holen.“

Gemeinsam mit dem ebenfalls erst 20 Jahre alten Mesut Özil soll Marin ein dribbelstarkes Offensiv-Duo im Mittelfeld bilden und damit die Lücke schließen, die Spielmacher Diego hinterlässt. „Im offensiven Mittelfeld sind wir jetzt gut besetzt“, sagte Allofs: „Wir haben dort zwar keine Veteranentruppe, aber man hat ja bei Mesut Özil gesehen, wie schnell eine Entwicklung gehen kann. Das erhoffen wir uns auch bei Marko Marin.“

Der zweite Neuzugang für die neue Saison (Marcelo Moreno wurde bereits von Schachtjor Donezk ausgeliehen) wird allerdings beim Trainingsauftakt am 2. Juli fehlen. Wegen der U 21-EM gibt’s für Marin noch etwas Sonderurlaub.

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