Marco Bode wird Werders neuer Aufsichtsratschef und fühlt sich bereit dafür

„Ich spüre eine Verpflichtung, mich stärker einzubringen“

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Marco Bode macht es! Der 45-jährige Ex-Profi steigt innerhalb des Werder-Aufsichtsrates auf und wird in Kürze Vorsitzender dieses Kontrollgremiums.

Bremen - Jetzt geht’s ratzfatz! Der Generationswechsel an der Spitze des Aufsichtsrates von Bundesliga-Schlusslicht Werder Bremen ist so gut wie vollzogen. Marco Bode (45) erklärte sich gestern bereit, an die erste Stelle des Kontrollgremiums zu rücken.

Er übernimmt den Platz von Willi Lemke, der dem Aufsichtsrat aber bis zum Ende seiner Amtsperiode 2016 erhalten bleiben will. Bode wird damit der jüngste Aufsichtsratsboss der Bundesliga. Die Stabübergabe muss nun nur noch von den anderen Aufsichtsräten abgesegnet werden. Und das wird in Kürze passieren – womöglich bereits in den kommenden Tagen, auf jeden Fall aber vor der Mitgliederversammlung am 24. November.

„Wenn sich im Aufsichtsrat alle einig sind, wird es mit dem Wechsel an der Spitze nicht mehr lange dauern“, sagte Bode, den die Wachablösung „nicht völlig überrascht. Es war in der Vergangenheit eine Entwicklung zu spüren.“ Dass diese aber derart rasant verläuft, erstaunte ihn dann doch: „Ich habe nicht damit gerechnet, dass alles so schnell geht.“

Lesen Sie dazu den Kommentar: Führungswechsel im Aufsichtsrat

Am Montagabend hatte Lemke seinen Rückzug für 2016 angekündigt. Einen Tag später sprach er auf der Veranstaltung „Bremens Spitzen“ schon von einem viel früheren Abschied als Vorsitzender und nannte Bode als perfekten Nachfolger. Damit drängte er seinen potenziellen „Erben“ geradezu in die erste Reihe, wo dieser deutlich mehr in der Öffentlichkeit steht und sich für den weiterzuführenden Konsolidierungskurs des Clubs gewiss auch mal Kritik gefallen lassen muss. Doch Bode wich nicht zurück und reagierte schon kurz nach Lemkes Vorstoß mit seiner Zusage – die er zunächst Lemke per Telefon überbrachte. „Ich habe in den vergangenen 24 Stunden eine Entscheidung getroffen: Ich bin bereit, die Rolle von Willi zu übernehmen. Das bedeutet für mich eine Führungsrolle im Aufsichtsrat – und damit auch im Club. Ich weiß um die Symbolkraft dieses Amtes“, meinte Bode und ergänzte: „Wir wissen alle, in welch schwieriger Situation Werder ist. Da spüre ich eine Verpflichtung, mich stärker als bisher einzubringen.“

Noch ist Werders Ehrenspielführer „nur“ ein normales Mitglied im sechsköpfigen Aufsichtsrat. 2011 war er zum Ersatzkandidaten gewählt worden, 2012 schickten ihn die Werder-Mitglieder dann in das Gremium. „Ich war bis jetzt kein Mitläufer, das ist also kein Neuanfang für mich“, betonte Bode. Umstellen muss er sich trotzdem. „Das neue Amt bedeutet sicherlich mehr Zeitaufwand für mich“, ahnt der ehemalige Stürmer, „aber ich denke, ich bekomme die nötige Balance schon hin.“

In einer anderen Funktion wäre das seiner Meinung nach nicht möglich gewesen. Nach dem Weggang von Sportchef Klaus Allofs im November 2012 war Bode als dessen Nachfolger im Gespräch – winkte aber ab. „Eine hauptamtliche Tätigkeit im operativen Geschäft kam und kommt für mich nicht infrage, weil für mich auch andere Dinge wichtig sind. Das könnte ich mit meinem Leben nicht vereinbaren“, sagte Bode gestern.

Als künftiger Chef des Aufsichtsrates wird der in Osterode im Harz geborene Bode aber auch ordentlich gefordert sein – und will das auch so. „Ich werde aktiver“, erklärte er: „Ich will, dass sich der Club entwickelt. Daran werde ich im Team mit Aufsichtsrat und Geschäftsführung arbeiten.“

Wie seine persönliche Linie aussieht, hatte Bode schon vergangene Woche im Interview mit dieser Zeitung verraten. Er schloss einen Strategiewechsel in der Vereinspolitik nicht aus, wird in finanzieller Hinsicht etwas mutiger sein als Lemke. Zur von Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer angeregten „überschaubaren Verschuldung“, um im Winter ins Team investieren und damit einen Absturz in die Zweitklassigkeit verhindern zu können, sagte Bode: „Ein Abstieg wäre die größere Katastrophe. Es muss das erste Ziel sein, das zu verhindern. Da darf eine überschaubare Verschuldung nicht ausgeschlossen werden.“

Bevor aber Winter-Neuzugänge ein Thema werden, soll Werder erst mal sportlich die Kurve kriegen. „Mir ist es wichtig, dass jetzt Ruhe einkehrt. Wir haben schwierige Spiele vor der Brust“, sagte Bode. Er hofft, dass die Turbulenzen die Mannschaft vor dem schweren Auftritt beim FC Bayern am Samstag (15.30 Uhr) „nicht zu sehr gestört haben. Aber aus meiner Erfahrung heraus glaube ich, dass es die Spieler nicht belastet.“

mr/kni

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