Wichtige Tore statt Eskapaden

Arnautovic: Bei Werder gescheitert, bei Stoke ein Leistungsträger

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Marko Arnautovic jubelt nun bei Stoke City.

Stoke-on-Trent/Bremen - Von Tobias Brinkmann. Bei Werder Bremen fiel Marko Arnautovic meist nur außerhalb des Platzes auf. Bei Stoke City sorgte er mit wichtigen Toren dafür, dass sich der Club aus der Premier League in der oberen Tabellenhälfte befindet.

In der Bundesliga sorgte Marko Arnautovic bei Werder Bremen meist neben dem Platz mit Eskapaden für Aufsehen - bei Stoke City fällt er nur noch mit Toren auf. Nach 18 Partien in der englischen Premier League kommt der Fußball-Profi auf sieben Treffer, vier weitere Tore legte er auf. „Alle lieben ihn. Er hat eine unglaubliche Power“, lobte Stoke-Trainer Mark Hughes seinen Spieler. „Er spielt sehr gut und hatte bisher eine großartige Saison.“

Auch dank der Arnautovic-Treffer steht Stoke City in England nicht nur im Ligapokal-Halbfinale, sondern ist auch in der Premier League nur zwei Punkte von den internationalen Plätzen entfernt. Bei Aston Villa und gegen Chelsea entschied er jeweils die Partie, das 2:0 gegen Manchester City sogar mit einem Doppelpack.

Am Boxing Day traf er zum 2:0 gegen Manchester United und vergrößerte die Krise bei den Red Devils. Zwei Tage später verwandelte Arnautovic kurz vor dem Abpfiff einen Elfmeter zum 4:3-Erfolg beim FC Everton. Die englische Zeitung „Stoke Sentinel“ bezeichnete ihn danach als „Mann mit stählernem Charakter und Selbstvertrauen“.

Marko Arnautovic jubelt nun bei Stoke City.

Derzeit kämpft Stoke um den Verbleib seines Leistungsträgers über 2017 hinaus. „Wir wollen ihn unbedingt behalten“, sagte Hughes. Auch der Stürmer kann sich eine Verlängerung vorstellen. Richtig reden möchte er jedoch nicht darüber. „Über Verträge spreche ich nur mit dem Club. Wenn sie auf mich zukommen, werde ich mich mit ihnen zusammensetzen“, erklärte Arnautovic.

Arnautovic ist kein Lautsprecher mehr. Anders als in Bremen. Als er im Sommer 2013 kurz vor Transferende die Hansestadt verließ, waren sie bei Werder froh, überhaupt noch eine Ablösesumme kassiert zu haben. Nachdem der Bundesligist 2010 knapp sechs Millionen Euro an den FC Twente überwiesen hatte, zahlte Stoke drei Jahre später geschätzte 2,35 Millionen Euro.

Bei Werder gilt der Österreicher als Millionen-Flop, als Sinnbild für den sportlichen und finanziellen Absturz des früheren Champions-League-Dauergastes. „Es hat bei diesem Transfer für alle Seiten gepasst“, sagte Bremens Sportchef Thomas Eichin beim Wechsel. Im Nachhinein muss man feststellen, dass vor allem Arnautovic von dem Transfer profitiert hat.

An der Weser fiel er nicht auf dem Rasen, sondern mehr der Polizei auf: mit einem flotten Spruch bei einer Fahrzeugkontrolle oder einer nächtlichen Wettfahrt mit anschließender Suspendierung. Heute könnte der abstiegsgefährdete Club einen Spieler wie ihn gut gebrauchen. Mit 17 Treffern war die Bremer Offensive die zweitschwächste in der Bundesliga-Hinrunde.

In England scheint er sich nun doch geändert zu haben. Ein möglicher Grund für den Wandel: die Töchter Alicia (1) und Emilia (3). Vor kurzem kam noch einmal der alte Arnautovic zum Vorschein. Laut dem Boulevardblatt „The Sun“ soll der 26-Jährige einen Club-Offiziellen angerufen haben, damit dieser eine Spinne aus dem Badezimmer im Hause Arnautovic entfernen soll. Über solche Geschichten können sie in Bremen bestimmt schmunzeln. dpa

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