Verhandlungserfahren, in der Bundesliga vernetzt und „im Herzen ein Bremer“

Marc Kosicke – der Kandidat mit den idealen Referenzen

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Will er oder will er nicht? Der gebürtigen Marc Kosicke ist ein aussichtsreicher Kandidat auf den Geschäftsführerposten bei Werder.

Bremen - „Marc wer?“ So wie Aaron Hunt reagieren wohl die meisten, wenn folgender Name fällt: Marc Kosicke. Er ist der Mister Unbekannt, der möglicherweise bald ins von Klaus Allofs geräumte Büro in der Chefetage von Werder Bremen einziehen wird.

Der erfolgreiche Sport-Manager gilt als aussichtsreicher Kandidat. „Marc Kosicke steht auf der Liste“, bestätigte Mediendirektor Tino Polster gestern das Interesse an dem 41-Jährigen.

Es ist das erste Mal, dass im Zuge der Suche nach dem neuen Geschäftsführer ein externer Kandidat offiziell bestätigt wird. Eine Vollzugsmeldung ist das freilich noch lange nicht. Derzeit ruhen alle Gespräche, weil Aufsichtsratschef und Werder-Verhandlungsführer Willi Lemke in New York anderen Aufgaben nachgeht. Erst in der kommenden Woche kehrt er zurück. Dann geht‘s weiter, dann will Werder schnell eine Lösung.

Bilder vom Training am Dienstag

Werders Abschlusstraining am Dienstag

Viel deutet darauf hin, dass die am Ende tatsächlich Marc Kosicke heißen wird. Auch wenn er selbst dazu nichts sagt. „Ich äußere mich nicht“, erklärte er gestern auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Aber der 41-Jährige hat einen beruflichen Werdegang vorzuweisen, der für Werder wie gemalt ist. Als Manager beim Sportartikelhersteller und Werder-Ausrüster Nike, für den er – ähnlich wie Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry einst für Adidas – millionenschwere Verträge mit Clubs und Sport-Stars einfädelte, ausarbeitete und abschloss, holte sich Kosicke die nötige Verhandlungshärte. 2007 gründete er gemeinsam mit Bierhoff die Vermarktungsagentur „Projekt B“, seither steckt er als Berater und Manager von Meistermacher Jürgen Klopp sowie anderen Trainern (Bruno Labbadia, Holger Stanislawski, Michael Oenning) ganz tief im Bundesliga-Geschäft. Und als Clou obendrauf: Kosicke ist auch noch gebürtiger Bremer.

Dennoch ist er den Werder-Profis gänzlich unbekannt. Aaron Hunt („Den Namen höre ich zum ersten Mal“) und Zlatko Junuzovic („Kosicke? Kenne ich nicht“) sind ahnungslos, Trainer Thomas Schaaf natürlich nicht. „Ich kenne Marc Kosicke. Er ist ein Mann, der in der Öffentlichkeit nicht so sehr auftritt“, sagt Schaaf über den möglichen neuen Bremer Manager, den er selbst mit aussuchen wird. Was er von dem Kandidaten hält? Schaaf grinst nur, gibt aber keine Auskunft.

Klar ist, dass Werder – sollte die Wahl auf Kosicke fallen – Überzeugungsarbeit bei dem Umworbenen leisten müsste. Denn es ist davon auszugehen, dass die Geschäfte mit „Projekt B“ gut laufen. Mit vier, fünf Trainern, sagte Kosicke vor kurzem, fühle er sich ausgelastet. Klar, wenn einer Jürgen Klopp heißt und derzeit nicht nur als Trainer, sondern auch als Werbefigur die Nummer 1 ist in Fußball-Deutschland. Da klingelt die Kasse – für Klopp, für Kosicke. Mit seiner Ehefrau, der ZDF-Moderatorin Yvonne Ransbach („hallo, deutschland“) und zwei Söhnen lebt er in Eltville nahe Wiesbaden. Ob der SV Werder ihn wieder nach Bremen locken kann? „Im Herzen“, hat Marc Kosicke mal gesagt, „werde ich immer Bremer bleiben.“ · csa

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