Dutt verändert Werder

Marathon-Training ohne Highpod

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Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät? Über zwei Stunden lang ließ Robin Dutt gestern trainieren. Immerhin gab er den Profis am Nachmittag frei. ·

Bremen - Als der Zeiger der Zwölf immer näher kam, da gaben viele Autogrammjäger gestern Mittag auf: Bis Highnoon hatten sie in Bremen noch nie auf ein Trainingsende warten müssen. Bei Robin Dutt ist aber nicht nur die Trainingsdauer anders. Bereits nach fünf Einheiten sind beim neuen Werder-Coach deutliche Unterschiede zu Vorgänger Thomas Schaaf zu erkennen.

„Zwei Stunden Training sind schon ungewohnt“, gestand Nils Petersen nach der Marathon-Einheit, die insgesamt sogar zwei Stunden und sieben Minuten gedauert hatte. „Bei Thomas

„Bei Schaaf haben wir kürzer trainiert“

Schaaf haben wir kürzer trainiert“, erinnerte Petersen an die 60- bis 90-minütigen Einheiten unter dem alten Chef, um dann schnell noch politisch korrekt anzufügen: „Aber wir haben damals sehr intensiv trainiert.“ Jetzt etwa nicht? Damit dieser Eindruck erst gar nicht entstand und auch der neue Boss gut wegkam, musste der Stürmer natürlich unbedingt noch anfügen: „Heute haben wir länger trainiert und noch intensiver.“

Es ist gar nicht so einfach für das Personal, wenn ein Neuer das Zepter übernimmt. „Man muss erst einmal schauen, wie man sich präsentiert, welchen Humor hat er, welche Sprüche kann man im Training bringen“, berichtete Petersen. Deswegen sei es im Moment auch etwas stiller auf dem Platz – zumindest was die Spieler betrifft. Dutt sucht den Kontakt, noch mehr sogar sein Co-Trainer Damir Buric. „Er ist extrem nah dran, trägt viel Verantwortung“, hat Petersen festgestellt – und nicht nur das: „Die beiden Trainer reden viel mit uns, erklären viel. Sie versuchen in die Spielformen gleich taktische Dinge reinzubringen, wo man den Plan, der dahintersteckt, sofort erkennt.“

Dabei stehen die Profis längst nicht mehr so unter Beobachtung wie früher. Der vor genau einem Jahr angeschaffte Highpod bleibt im Materialraum. Dutt legt keinen Wert darauf, jede Trainingseinheit von einer Kamera auf einem meterhohen Riesenstativ filmen zu lassen – wie es sein Vorgänger getan hat. Nur bei speziell taktischen Einheiten soll das Gerät zum Einsatz kommen. Viele Profis wird es freuen, hatten sie sich doch wie bei „Big Brother“ gefühlt. Und noch eine Änderung wird ihnen gefallen: Ab sofort gibt es montags einen Wochenplan mit allen Einheiten. Schaaf hatte die Termine stets erst kurzfristig bekannt gegeben, weil Claudio Pizarro einmal verspätet von einem Kurztrip nach München zurückgekehrt war.

Eine Neuigkeit gibt es auch für Norderney: Schaafs Spezialität, der morgendliche Strandlauf, steht auf der Kippe. „Es kann sein, dass wir darauf verzichten“, kündigte Dutt an. Ruhiger wird es für Petersen und Co. deshalb allerdings nicht. „Dafür trainieren wir dann eine halbe Stunde länger“, betonte Dutt, hielt kurz inne und grinste die von zwei Stunden Training ziemlich beeindruckten Journalisten an.

Training am Sonntag

Das Werder-Training vom Sonntag

Sein neuer Job in Bremen macht ihm sichtlich Spaß – und so verteilte er gestern nach der Marathon-Einheit noch ein großes Lob an seine Mannschaft: „Die Spieler machen wirklich einen guten Eindruck. Sie beißen, das gefällt mir. Die Jungs haben eine gute Mentalität.“ Eine so gute, dass sie trotz der hohen Belastung den besonders geduldigen Autogrammjägern noch fast jeden Wunsch erfüllten. · kni

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