Ein Mannschaftsabend soll nach fünf Pleiten die Stimmung aufhellen

Jetzt holt Werder die Playstation raus

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Es ist ihm deutlich anzusehen: Theodor Gebre Selassie setzt die Krise bei Werder ziemlich zu.

Bremen - Der Gesichtsausdruck sprach Bände, der tiefe Seufzer war auch ein deutliches Signal – Theodor Gebre Selassie ging es in Bremen schon mal viel besser. Und der Tscheche gehört zur Sorte Werder-Profis, die eine sportliche Krise wie aktuell nicht einfach so weglächeln können.

Das perfekte Spielgerät für Werder-Profis: Mit der Playstation soll die Krise bekämpft werden.

„Es ist schwierig für uns“, gestand der 28-Jährige gestern Mittag: „Es ist nicht die Zeit für Witze. Die Stimmung ist nicht optimal.“ Doch Besserung war in Sicht, am Abend sollte ein Mannschaftsabend steigen. „Wir haben gesagt, dass wir was machen müssen“, berichtete Gebre Selassie quasi direkt aus der Kabine. Irgendetwas Verrücktes war allerdings nicht geplant, sondern das naheliegendste: Fußball. Entweder gemeinsam Fußball gucken oder Fußball spielen – nicht auf dem Platz, sondern an der Playstation. „Ein Turnier wäre gut“, meinte Gebre Selassie – und damit war klar, was er für den Abend bevorzugte. Dieses etwas aktivere Freizeitvergnügen hat den Vorteil, das es zumindest für den einen oder anderen endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis bringt. Nach fünf Bundesliga-Pleiten in Folge kann das nur gut tun.

Vor allem einem Gebre Selassie. Der rechte Außenverteidiger hadert wegen dieser Szene vor dem einzigen Treffer der Bayern. Seine Kopfball-Abwehr war am Samstag bei Thiago gelandet, der Thomas Müller bediente – 0:1. Immer und immer wieder schießt ihm dieser letztlich spielentscheidende Moment in den Kopf. „Ich habe viel darüber nachgedacht, aber was soll ich machen?“ Eine Antwort hat er nicht gefunden. Das ist nicht angenehm für einen, für den ein Spiel auch ein Kampf gegen sich selbst ist, wie er einmal verraten hat: „Ich bin fast nie zufrieden mit mir. Jeder Fehlpass macht mich sauer.“ Deshalb nervt ihn auch diese unfreiwillige Vorlage für den Gegner so sehr.

Dabei könnte er grundsätzlich mit seiner Saison zufrieden sein: Gebre Selassie ist einer der wenigen konstanten Lichtblicke. Die traditionelle Kritik an den Außenverteidigern ist verstummt, weil auch Santiago Garcia auf der anderen Seite einen guten Job macht. Doch Gebre Selassie ist ein Teamplayer und deswegen betonte er umgehend: „Wir Außenverteidiger machen auch nicht alles gut. Ich habe schon bessere Spiele gemacht.“

Darum ging es gestern nach dem Training auch in einem Einzelgespräch mit Viktor Skripnik. „Der Trainer hat mir gesagt, was er von mir erwartet und was mir im Moment fehlt“, sagte Gebre Selassie, wollte aber nicht ins Detail gehen. Dafür stärkte er lieber seinen in die Diskussion geratenen Chef. Skripnik hätte sich nicht verändert, würde weiter gut mit der Mannschaft arbeiten. „Er liebt diesen Verein, das merkt man in jeder Besprechung“, betonte Gebre Selassie. Mit dem Hinweis, dass die Liebe zu einem Club einen Trainer auch verkrampfen lassen könnte, wusste er nichts anzufangen: „Liebe kann doch nur gut sein.“ Dabei huschte dem Tschechen plötzlich ein Lächeln übers Gesicht – und mit einem Hauch von Erleichterung stellte er noch fest: „So schlimm wie vor einem Jahr ist die Situation nicht. Und wir werden dafür sorgen, dass es auch nicht so schlimm wird.“ Die Playstation sollte dabei gestern Abend ein bisschen helfen…

kni

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