Das Manko des Hugo Almeida

Ein Tor gegen den Weltmeister: Hugo Almeida sorgte am Mittwoch für den 4:0-Endstand bei Portugals Gala gegen Spanien. Der Bremer war in der 76. Minute eingewechselt worden.

Werder-Bremen - BREMEN (kni) · Er spielt, er spielt nicht, er spielt, er spielt nicht – in der Bundesliga geht’s für Hugo Almeida immer hin und her zwischen Startelf und Ersatzbank. Aber warum?

Der Portugiese ist mit acht Pflichtspieltreffern Werders bester Torschütze in dieser Serie. Und in der Nationalmannschaft trifft der 26-Jährige ebenfalls regelmäßig – so wie am Mittwoch beim fast schon legendären 4:0-Erfolg gegen Weltmeister Spanien.

„Natürlich werde ich in Portugal darauf angesprochen, warum ich bei Werder nicht immer spiele“, berichtete Almeida gestern nach seiner Rückkehr aus Lissabon: „Ich antworte dann immer: Ich weiß es nicht. Der Trainer hat die Wahl und entscheidet eben so. Das muss ich akzeptieren.“ Allerdings fällt ihm das schwer. Öffentlich sagen mag er das nicht. Da hält er sich an den Werder-Kodex und verkneift sich öffentliche Kritik an Trainer Thomas Schaaf.

Der wiederum äußerte sich gestern so ausführlich wie selten zuvor zum Thema Almeida – und das ziemlich kritisch. „Wir haben immer wieder seine großartigen Fähigkeiten angepriesen. Aber wir erwarten von jedem eine Konstanz – und das ist das große Manko, was wir bei ihm sehen“, sagte Schaaf und ging weiter ins Detail: „Es ist wichtig, dass man sich auf Dinge hundertprozentig verlassen kann. Bei ihm ist es so, dass er nicht immer so und so viel Prozent seines Könnens abruft, sondern zu sehr hin- und herschwankt. Er kann großartige Dinge leisten, er kann aber auch in Partien daneben liegen.“ Mit der Torquote von Almeida ist Schaaf zwar durchaus zufrieden, doch das sei nun einmal nicht alles: „Wieviel arbeitet er für die Mannschaft, wenn es bei ihm mit den Toren mal nicht so klappt? Da hapert es bei ihm ab und zu. Wir brauchen dort jemanden, der dafür sorgt, dass dann ein anderer trifft.“ Deshalb forderte Schaaf, dass Almeida seine Schwankungen in den Griff bekommen müsse, „dann erhält er bei uns auch eine sicherere Position“. Will heißen: Dann winkt endlich ein Stammplatz.

Seit über vier Jahren wartet Almeida darauf. Aber wie lange noch? Im Sommer läuft sein Vertrag aus. Werder will angeblich verlängern, was nach den Worten von Schaaf in Frage gestellt werden darf. Almeida lässt es mittlerweile offen, wo er seine sportliche Zukunft sieht. Nur eines machte er gestern deutlich: „In der Winterpause möchte ich gerne Klarheit haben, was mit mir passiert.“

Sorgen über seine Zukunft muss er sich nicht machen, Benfica Lissabon und der FC Porto wollen ihn in die Heimat zurückholen. Real Madrid ist angeblich auch interessiert. Dazu möchte Almeida im Moment allerdings nichts sagen: „In unserer Situation ist es wichtiger, dass ich mich auf Werder konzentriere.“

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