Naldo spricht über seine Verletzung und erklärt, warum Silvestre so wichtig für Werder sein kann

Naldo: „Man fühlt sich so nutzlos“

Die lange Verletzung nagt an Naldo. „Die schlimmste Zeit in meiner Karriere“, sagt der Innenverteidiger von Werder Bremen.

Bremen - Von Arne Flügge · Seit Mai hat Naldo kein Spiel mehr bestritten. Ein Knochenödem im rechten Knie setzt den Innenverteidiger von Werder Bremen außer Gefecht. Immer wieder musste der Abwehrspieler neue Rückschläge hinnehmen. Jetzt scheint endlich Besserung in Sicht.

Naldo hat am Dienstag wieder mit dem Lauftraining begonnen. Im Interview gibt der 27-Jährige ein Einblick in sein Seelenleben und erklärt, warum Neuzugang Mikael Silvestre so wichtig für die Abwehr sein wird.

?Naldo, wie geht es Ihnen?

!Schon sehr viel besser. Wir machen jede Woche eine Kernspintomographie, um zu sehen, wie sich die Sache entwickelt. Die letzte Untersuchung hat eine deutliche Verbesserung gezeigt. Ich bin glücklich, jetzt wieder mit dem Lauftraining angefangen zu haben. Begleitend dazu mache ich regelmäßig eine Überdruck-Therapie in Hannover.

?Wochenlang nur eintönige Reha. Wie froh sind Sie, endlich mal wieder frische Luft zu schnuppern?

!Sehr froh. Und ich kann es kaum erwarten, wieder mit den Jungs auf dem Platz zu stehen, ihnen auch im Spiel helfen zu können. Meine größte Hoffnung ist aber, dass ich jetzt endlich schmerzfrei bleibe.

?Was ist das für ein Gefühl, so lange verletzt zu sein, mit der Ungewissheit zu leben, wann es endlich besser wird?

!Ein ganz blödes. Ich war noch nie so lange verletzt. Man fühlt sich so nutzlos, irgendwie nicht mehr richtig dabei. Das ist schon schlimm. Aber ich bin glücklich, dass es jetzt wieder aufwärts geht.

Naldo ganz privat

Naldo ganz privat

?Wie groß ist Ihre Angst, jetzt wieder einen Rückschlag zu erleben? Es wäre ja nicht der erste.

!Ich denke, dass ich mich beim letzten Mal zu sehr unter Druck gesetzt und zu schnell und hart trainiert habe. Es braucht Zeit, um diese Verletzung auszukurieren. Das habe ich gelernt. Deswegen habe ich mir diese Zeit jetzt genommen, fange langsam wieder an, das Programm zu steigern. Ich werde nichts überstürzen. Zudem wird immer alles von den Ärzten kontrolliert. Deswegen habe ich keine Angst, dass wieder etwas passieren kann.

?Gab es einen Zeitpunkt, an dem Sie sogar Ihr Karriereende befürchteten?

!Natürlich war ich zwischendurch sehr traurig und niedergeschlagen, aber Angst um meine Karriere hatte ich nicht. Die Ärzte haben mir schließlich immer wieder Mut gemacht, mir gesagt, dass ich Geduld haben muss, dass die Zeit die Verletzung heilt. Aber keine Frage: Diese letzten Monate waren die bisher schlimmste Zeit in meiner Karriere. Es ist schwierig für mich, nur zuzuschauen, wenn die Kollegen auf dem Platz stehen.

?So wie in der Champions-League-Qualifikation bei Sampdoria Genua? Wie haben Sie das dramatische Spiel erlebt?

!Ich habe zu Hause vor dem Fernseher gesessen. Und ich muss sagen: Wenn du nicht dabei bist, nicht helfen kannst, schlägt dein Herz tausend Mal schneller. Es war wieder so ein typisch verrücktes Werder-Spiel. Jetzt kann ich unsere Fans noch besser verstehen, wenn sie bei unseren Spielen manchmal regelrecht leiden. Gott sei Dank haben wir es ja noch geschafft mit den Toren von Claudio und Markus.

?Markus Rosenberg ist jetzt weg, geht nach Spanien zu Santander.

!Ja, leider. Ich habe Markus als Mensch und Spieler sehr gerne gehabt. Er hat viel für Werder geleistet. Aber so ist das manchmal im Fußball.

?Dafür ist ein neuer Abwehrkollege gekommen: Mikael Silvestre.

!Ja, und ich freue mich sehr über diese Verpflichtung. Ein Mann, der so viele Spiele absolviert hat, neun Jahre bei ManU war, dann bei Arsenal, einer der viele Titel geholt hat, darunter die Champions League – der kann uns mit seiner Erfahrung nur weiterhelfen. Gerade für die Abwehrarbeit ist so ein Spieler enorm wichtig. Außerdem können die jungen Spieler viel von ihm lernen. Ich bin sehr optimistisch, was diese Verpflichtung betrifft.

?Sie haben einige Jahre in Bremen Tür an Tür mit ihrem Kumpel Diego gewohnt. Jetzt ist er wieder in der Bundesliga. Freuen Sie sich auf das Wiedersehen?

!Natürlich. Es ist schön, dass Diego wieder in der Bundesliga ist. Er hat die Liga geliebt. Und wenn wir gegen ihn spielen, wissen wir ja, wie wir das anstellen müssen . . .

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