Trotzreaktion in Berlin?

Makiadi: „Wir haben die Pflicht, wieder aufzustehen“

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Wer am Boden ist, muss wieder hochkommen: Cedric Makiadi (rechts, hier mit Assani Lukimya) hofft, dass Werder am Freitag in Berlin die Kurve kriegt. ·

Bremen - Wie die verordnete Verdrängung bei ihm selbst funktioniert hat, verriet Robin Dutt nicht. Der Coach sprach gestern nicht mit Medienvertretern, will sich erst heute auf der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Spiel bei Hertha BSC (Freitag, 20.30 Uhr) wieder zur Lage bei Werder Bremen äußern.

Dafür redeten Assani Lukimya und Cedric Makiadi – und die beiden Kongolesen versicherten, die 0:7-Peitsche gegen den FC Bayern München vom Samstag inzwischen ganz gut verarbeitet zu haben.

„Ich finde es gar nicht so schwer, so etwas aus dem Kopf zu streichen“, meinte Lukimya: „Gerade nach so einer Niederlage bin ich extrem heiß auf das nächste Spiel, um eine Trotzreaktion zu zeigen. Und ich denke, den Jungs geht es genauso.“ Der Innenverteidiger suchte am freien Montag Zerstreuung am DVD-Regal („Ich habe mir die Klassiker angeschaut: Gladiator und Training Day“) und bei seiner Familie: „Wenn ich nach Hause komme, bin ich zu Hause. Da geht es nicht darum, sich selbst Kopfschmerzen zu machen, indem man nur an das Spiel denkt. Da konzentriere ich mich auf meine Frau und meine kleine Tochter. Das hat mir sehr gut getan und wieder Kraft für die Woche gegeben.“ Makiadi, der gegen Bayern schon mal mit 0:7 unter die Räder gekommen war (mit dem SC Freiburg am 10. September 2011), nutzte die fußballfreie Zeit ebenfalls zum Abschalten. Er hatte dabei – anders als Landsmann Lukimya – aber so seine Mühe. „Nach so einem Spiel ist es schwierig, zur Normalität überzugehen. Es war keine normale Niederlage, sondern eine deftige. Das hat den einen oder anderen Tag gebraucht“, sagte der 29-Jährige, fügte jedoch an: „Jetzt ist es abgehakt. Wir haben die Pflicht, wieder aufzustehen – für den Verein, für die Zuschauer, für uns selbst. Wir müssen einfach nach vorne gucken.“

Rückblicke auf den peinlichen Auftritt gegen den deutschen Rekordmeister sind tabu – im wahrsten Sinne des Wortes. Bislang gab es kein Videostudium vom Bayern-Spiel, und es wird wohl auch keines mehr geben. Für Makiadi in Ordnung: „Wir wissen alle, dass es kein gutes Spiel von uns war. Aber wir können da jetzt nicht weiter analysieren, denn die nächste Aufgabe ist nicht mehr weit weg.“ Er habe es geschafft, wie von Dutt gefordert, den Resetknopf zu drücken und die schlimmen Gedanken an die Bayern zu löschen, betonte der Mittelfeldmann: „Und ich hoffe, den anderen gelingt das auch.“

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Ob es wirklich so einfach ist, die frischen Bilder gleich aus den Köpfen zu verbannen? Ob die bayrische Vorführung im Weserstadion nicht doch die Verunsicherung vergrößert und den Bremern einen heftigen Knacks versetzt hat? Antworten wird es erst am Freitagabend im Olympiastadion geben. Dort geht Werder (Platz 14/16 Punkte) nur als Außenseiter ins Duell mit dem Aufsteiger (7./22). „Berlin spielt bisher eine sensationelle Runde“, findet Makiadi: „Die haben derzeit das Selbstvertrauen, das uns etwas abhanden gekommen ist.“ Die Hertha hat in 15 Spielen erst 17 Gegentore kassiert, die Bremer schon doppelt so viele (34) – und in den vergangenen sechs Partien gab es satte 22, durchschnittlich fast vier pro Partie. „Ich dachte zunächst, wir schaffen es, das zu minimieren. Aber man muss sagen: Wir haben es nicht geschafft“, gestand Makiadi.

Momentan hat Werder noch fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, aber zwei Spieltage vor der Winterpause wachsen hörbar die Sorgen vor dem Absturz in den tiefsten Tabellenkeller. „Es kann natürlich passieren, dass wir da unten reinrutschen. Die Gefahr ist da, wenn wir am Freitag nichts holen“, weiß Makiadi: „Wir müssen deshalb versuchen, gegen die Strömung zu schwimmen, damit es nicht so weit kommt.“ · mr

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