Özil, Hunt, Marin – die „jungen Wilden“ von der Weser machen richtig Spaß

Das magische Dreieck verzaubert die Liga

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Mesut Özil machte am Samstag in Freiburg tatsächlich den Unterschied aus: Bremens Mittelfeldstar erzielte ein Tor und war an vier weiteren Treffer beim 6:0-Triumph beteiligt.

Freiburg/Bremen - Von Arne Flügge · Wenn in der Tierwelt nach einem Kampf der klar Unterlegene aufgibt, legt er sich zumeist auf den Rücken und bietet dem Sieger den Hals dar. Demutsgebärde nennt man das.

Nachdem der SC Freiburg von Werder Bremen mit 0:6 (0:1) verprügelt worden war, öffneten die Verantwortlichen zumindest symbolisch den Hemdskragen. „Wenn ich nicht SC-Trainer wäre, hätte ich heute Beifall geklatscht“, räumte Coach Robin Dutt ein. Und Sportdirektor Dirk Duffner ergänzte: „So wie die Bremer heute gespielt haben, muss man eigentlich Werder-Fan werden.“

Die Noten zum Spiel

Die Noten zum Gala-Auftritt

Aber nicht nur der Gegner war angetan von der Galavorstellung der Hanseaten, die den SC Freiburg mit teilweise brillanten Kombinationen schwindelig gespielt und nach Toren von Hugo Almeida (31./57.), Marko Marin (55.), Mesut Özil (65.), Naldo (73.) und Markus Rosenberg (83.) regelrecht gedemütigt hatten. „Die Mannschaft hat Begeisterung und Leidenschaft gezeigt. Das war super“, schwärmte Bremens Trainer Thomas Schaaf. „Das ging manchmal mit einem Kontakt blitzschnell. Wir haben in der Kabine gesessen und waren von uns selbst überrascht“, sagte Marko Marin.

Der 20-Jährige, der mit einem rotzfrech verwandelten Freistoß in der 55. Minute die Torflut in Durchgang zwei eingeleitet hatte, wirbelte und kombinierte zusammen mit Aaron Hunt und dem alles überragenden Mesut Özil so herzerfrischend und mit einem Tempo, dass Freiburgs Kapitän Heiko Butscher später nur die tiefe, verbale Verbeugung blieb: „Die drei da vorn sind einfach Weltklasse!“

Özil, Hunt, Marin – das magische Bremer Dreieck verzaubert die Liga. Von Diego spricht an der Weser keiner mehr. „Es ist zumindest kein Nachteil für uns, dass Diego weg ist“, sagte Werder-Sportchef Klaus Allofs. Und Trainer Thomas Schaaf sieht sich in seiner Philosophie bestätigt, junge Talente zu stützen und zu fördern. „Wir haben immer wieder hervorragende Spieler wie zum Beispiel Johan Micoud und jetzt Diego verloren. Und immer wieder wurde gedacht, jetzt bricht alles zusammen. Doch wir haben erkannt, dass andere da sind, die die Lücke schließen können“, erklärte der Werder-Coach: „Wir wussten um die Qualitäten eines Mesut Özil und eines Aaron Hunt, und wir hatten eine Phantasie mit Marko Marin. Wir hatten die Hoffnung, dass da etwas entstehen kann. Dass es jetzt schon so wunderbar klappt, ist umso schöner.“

Özil, der in Freiburg an vier Toren beteiligt gewesen war und eines selbst erzielt hatte, strahlte nach dem Coup im Breisgau wie ein Honigkuchenpferd. „Wir hatten heute richtig Spaß. Wir drei verstehen uns super, das sieht man schon im Training.“

Bleibt abzuwarten, ob das magische Dreieck auch über die Saison hinaus an der Weser für Verzückung sorgt. Hunts Vertrag läuft aus, im Winter sollen die Gespräche über eine Verlängerung wieder aufgenommen werden. Letzteres gilt für Özil. Der neue Bremer Superstar hatte ein erstes Angebot abgelehnt, die Verhandlungen scheinen festgefahren zu sein. Allofs jedenfalls sieht seinen Spieler und dessen Berater jetzt am Zug. „Wenn die Einsicht reift, dass Mesut bei uns gut aufgehoben ist, werden wir das hinkriegen. Wenn nicht, wird es natürlich schwer“, meinte der 52-Jährige, der angesichts der Vertragsdauer Özils bis 2011 derzeit aber keinen Grund zur Panik sieht.

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