Dem Magen-Darm-Virus folgt eine ganz bittere 0:3-Heimpleite gegen Schalke 04

Jetzt geht‘s Werder richtig schlecht

Das Bild täuscht: Zlatko Junuzovic (rechts) und Werder lagen letztlich am Boden, während Max Meyer mit Schalke feierte.
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Das Bild täuscht: Zlatko Junuzovic (rechts) und Werder lagen letztlich am Boden, während Max Meyer mit Schalke feierte.

Bremen - Der SV Werder kann in der Bundesliga nicht mehr gewinnen. Auch im fünften Saisonspiel gab es keinen Sieg. Schlimmer noch: Die Bremer kassierten beim 0:3 (0:0) gegen die bis gestern Abend noch sieglosen Schalker die erste Heimpleite – eine allerdings ganz bittere.

In der ersten Halbzeit waren die Gastgeber die bessere Mannschaft, ließen sich dann aber nach der Pause durch die schnellen Tore von Max Meyer (48.) und Roman Neustädter (51.) völlig aus der Spur bringen. Der eingewechselte Tranquillo Barnetta erhöhte sogar noch auf 3:0 (84.). „Jetzt sind wir da unten mittendrin“, stöhnte Werders Zlatko Junuzovic.

Der Magen-Darm-Virus hatte Werder doch schlimmer erwischt als zunächst angenommen: Neben Nils Petersen fehlten auch Kapitän Clemens Fritz und Stellvertreter Sebastian Prödl, die tags zuvor noch mittrainiert hatten. Für das erfahrene Duo durften Luca Caldirola und Marnon Busch auflaufen. Warum diese beiden, das wollte bzw. konnte Robin Dutt vor der Partie nicht erklären. Beim Trainer grummelte ebenfalls der Magen, weshalb er die üblichen Interviews abgesagt hatte. Aber dafür gab es ja einen anderen Programmpunkt: Die Ehrung von Revolverheld. Die Band hatte am Wochenende für Bremen den „Bundesvision Song Contest“ gewonnen – und schmetterte im Weserstadion ihren Siegersong „Lass uns gehen“. Zur allerdings etwas verhaltenen Freude der 39000 Zuschauer im nicht ausverkauften Weserstadion.

Die Leute wollten lieber Fußball sehen. Und bekamen sofort einen Leckerbissen von Davie Selke, der Roman Neustädter vernaschte und nur ganz knapp am Tor vorbeizielte (4.). Toller Auftakt, fade Fortsetzung. Nun wurde Fußball gearbeitet. Die ebenfalls ersatzgeschwächten Gäste (ohne acht Profis) waren zwar etwas mehr um spielerische Linie bemüht, rannten aber immer wieder gegen eine gut organisierte Bremer Abwehrwand.

Da war Werder gefährlicher. Erst bei einem Konter durch Junuzovic (25.), der als Ersatzkapitän noch aktiver war als sonst, dann durch Assani Lukimya, dessen Kopfball aufs statt ins Netz fiel (40.).

Wie bitter wäre es da für die Gastgeber gewesen, wenn Dennis Aogo eine Huntelaar-Hereingabe nicht neben das Tor gesetzt hätte (41.). Es war die erste Schalke-Chance – und die beste beider Teams. Bis kurz vor der Pause Eljero Elia perfekt frei gespielt kläglich an Schalke-Keeper Ralf Fährmann scheiterte. Eine Schande, denn der Konter über Junuzovic und Fin Bartels hätte ein Tor mehr als verdient gehabt. Werder ärgerte sich maßlos – und durfte sogleich stolz auf eine wirklich ordentliche erste Halbzeit sein.

Werder Bremen gegen Schalke: die Noten

Raphael Wolf: Rechtzeitig genesen von seinem Magen-Darm-Infekt, der sicherlich unangenehmer war als zunächst die Schalker Angriffe. Hatte fast nichts zu halten – und sah dann ganz schlecht aus, als ihm der Ball bei Meyers 1:0 (48.) unter der Hand durchschlüpfte. Eine spielentscheidende Szene. Beim 0:2 und 0:3 chancenlos, gut gegen Huntelaar (82.). Note 4,5 © nordphoto
Marnon Busch: Startelf-Debüt im vierten Bundesliga-Einsatz für den 19-Jährigen, der Fritz (krank) als Rechtsverteidiger ersetzte. Ließ Choupo-Moting nicht zur Entfaltung kommen und hatte auch vorn die eine oder andere gute Szene. Klar, dass nicht alles klappte. Note 3 © nordphoto
Assani Lukimya: Lange Zeit sehr aufmerksam. Bei Aogos Großchance (41.) stand er nicht perfekt, die Flanke war allerdings auch abgefälscht. Pech bei Kopfbällen, die knapp vorbei gingen (40./57.). Unter Druck dann nicht mehr ganz so souverän. Note 3 © dpa
Luca Caldirola: Bekam nach drei Spielen auf der Bank mal wieder die Chance, sich zu zeigen. In der ersten Halbzeit o.k., dann immer schwächer. Störte Huntelaar bei der Vorlage zum 1:0 nicht energisch genug und lief dann Torschütze Meyer hinterher. Einige Stellungsfehler. Note 5 © nordphoto
Santiago Garcia: Hielt den schnellen Sam (zur Halbzeit ausgewechselt) in Schach – hatte aber Mühe, wenn auch noch Uchida über seine linke Seite kam. In der Offensive diesmal kaum Akzente. Kassierte seine dritte Gelbe Karte für eine plumpe Schwalbe (77.). Note 4 © nordphoto
Alejandro Galvez (bis 64.): Der defensive der beiden „Sechser“ spielte total unauffällig. Grobe Mitschuld am 0:2, als er Neustädter unbedrängt köpfen ließ. Note 5 © nordphoto
Fin Bartels: Tauchte zwischendurch mal ab, dann aber plötzlich wieder auf. Super-Pass auf Elia, der nichts daraus machte. Nach der Pause viel mehr Schatten als Licht. Note 4 © nordphoto
Zlatko Junuzovic: Weil Kapitän Fritz und Vertreter Prödl fehlten, führte der Österreicher Werder als Kapitän aufs Feld. Und er übernahm Verantwortung, war der Antreiber im Bremer Mittelfeld. Beim eigenen Torabschluss erfolglos (25./57.), vorbildlich aber sein Einsatz. Mit Abstand bester Bremer. Note 2 © dpa-avis
Eljero Elia (bis 71.): Trotz zuletzt schwacher Auftritte wieder in der Anfangsformation. Nur ein, zwei gute Aktionen. Vergab fahrlässig die Riesenchance zum 1:0 (44.). Anschließend unsichtbar. Note 5,5 © nordphoto
Davie Selke (bis 86.): Wieder ein Blitzstart. Anders als in Augsburg, als er früh zum 1:0 getroffen hatte, zielte er diesmal knapp am langen Pfosten vorbei (4.). Das war seine beste Aktion, danach kam nicht mehr viel. Note 4 © dpa-avis
Franco Di Santo: Riesiges Einzugsgebiet. War viel im Mittelfeld (toller Pass auf Junuzovic/25.) und auf den Flügeln unterwegs. Nur vor dem Tor, wo er am gefährlichsten ist, tauchte der Argentinier zu selten auf. Baute dann kräftemäßig zusehends ab. Note 3 © dpa
Izet Hajrovic (ab 64.): Sollte frischen Wind reinbringen und die Aufholjagd mit einleiten – es gelang dem Bosnier nicht. Note - © nordphoto
Levent Aycicek (ab 71.): Erstes Saisonspiel in der Profimannschaft. Note - © nordphoto
Felix Kroos (ab 86.): Zweiter Saisoneinsatz. Note - © nordphoto

Doch das war sechs Minuten nach der Pause alles nur noch Makulatur, denn plötzlich lag Werder mit 0:2 zurück. Die Zuschauer konnten es nicht glauben, dass Schalke gleich zweimal eiskalt zugeschlagen hatte. Erst durch Meyer, der bis dahin gar nicht aufgetaucht war. Von Huntelaar in Szene gesetzt, schloss er zu unbedrängt von Caldirola aus 17 Metern ab – und profitierte auch noch davon, dass Keeper Raphael Wolf den haltbaren Ball passieren ließ (48.).

Bittere Niederlage gegen Schalke

Tore von Meyer, Neustädter und Barnetta schocken Werder. © Mediengruppe Kreiszeitung / nordphoto
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Tore von Meyer, Neustädter und Barnetta schocken Werder. © Mediengruppe Kreiszeitung / nordphoto
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Tore von Meyer, Neustädter und Barnetta schocken Werder. © Mediengruppe Kreiszeitung / nordphoto
Tore von Meyer, Neustädter und Barnetta schocken Werder. © Mediengruppe Kreiszeitung / nordphoto
Tore von Meyer, Neustädter und Barnetta schocken Werder. © Mediengruppe Kreiszeitung / nordphoto
Tore von Meyer, Neustädter und Barnetta schocken Werder. © Mediengruppe Kreiszeitung / nordphoto
Tore von Meyer, Neustädter und Barnetta schocken Werder. © Mediengruppe Kreiszeitung / nordphoto
Tore von Meyer, Neustädter und Barnetta schocken Werder. © Mediengruppe Kreiszeitung / nordphoto
Tore von Meyer, Neustädter und Barnetta schocken Werder. © Mediengruppe Kreiszeitung / nordphoto
Tore von Meyer, Neustädter und Barnetta schocken Werder. © Mediengruppe Kreiszeitung / nordphoto
Tore von Meyer, Neustädter und Barnetta schocken Werder. © Mediengruppe Kreiszeitung / nordphoto
Tore von Meyer, Neustädter und Barnetta schocken Werder. © Mediengruppe Kreiszeitung / nordphoto
Tore von Meyer, Neustädter und Barnetta schocken Werder. © Mediengruppe Kreiszeitung / nordphoto

Werder unter Schock – und es kam noch schlimmer: Ecke Christian Fuchs, Kopfball Neustädter – 0:2 (51.). Alejandro Galvez hatte nicht aufgepasst. Es musste also wieder eine Aufholjagd her. Lukimya wäre auch beinahe der schnelle Anschluss gelungen, doch erneut verfehlte er per Kopf (57.). Auf der anderen Seite hatte Höger die Vorentscheidung auf dem Fuß (65.). Die besorgte dann Barnetta (84.).

Revolverheld spielen vorm Werder-Spiel

Der Gewinner des Bundesvision Song Contests, die Band Revolverheld, löste eine Wette ein und spielte vor dem Spiel des SV Werder Bremen den Sigessong "Lass uns gehen" im Weserstadion. © dpa
Der Gewinner des Bundesvision Song Contests, die Band Revolverheld, löste eine Wette ein und spielte vor dem Spiel des SV Werder Bremen den Sigessong "Lass uns gehen" im Weserstadion. © nph
Der Gewinner des Bundesvision Song Contests, die Band Revolverheld, löste eine Wette ein und spielte vor dem Spiel des SV Werder Bremen den Sigessong "Lass uns gehen" im Weserstadion. © nph
Der Gewinner des Bundesvision Song Contests, die Band Revolverheld, löste eine Wette ein und spielte vor dem Spiel des SV Werder Bremen den Sigessong "Lass uns gehen" im Weserstadion. © nph
Der Gewinner des Bundesvision Song Contests, die Band Revolverheld, löste eine Wette ein und spielte vor dem Spiel des SV Werder Bremen den Sigessong "Lass uns gehen" im Weserstadion. © nph
Der Gewinner des Bundesvision Song Contests, die Band Revolverheld, löste eine Wette ein und spielte vor dem Spiel des SV Werder Bremen den Sigessong "Lass uns gehen" im Weserstadion. © nph
Der Gewinner des Bundesvision Song Contests, die Band Revolverheld, löste eine Wette ein und spielte vor dem Spiel des SV Werder Bremen den Sigessong "Lass uns gehen" im Weserstadion. © nph
Der Gewinner des Bundesvision Song Contests, die Band Revolverheld, löste eine Wette ein und spielte vor dem Spiel des SV Werder Bremen den Sigessong "Lass uns gehen" im Weserstadion. © nph
Der Gewinner des Bundesvision Song Contests, die Band Revolverheld, löste eine Wette ein und spielte vor dem Spiel des SV Werder Bremen den Sigessong "Lass uns gehen" im Weserstadion. © nph
Der Gewinner des Bundesvision Song Contests, die Band Revolverheld, löste eine Wette ein und spielte vor dem Spiel des SV Werder Bremen den Sigessong "Lass uns gehen" im Weserstadion. © nph
Der Gewinner des Bundesvision Song Contests, die Band Revolverheld, löste eine Wette ein und spielte vor dem Spiel des SV Werder Bremen den Sigessong "Lass uns gehen" im Weserstadion. © nph
Der Gewinner des Bundesvision Song Contests, die Band Revolverheld, löste eine Wette ein und spielte vor dem Spiel des SV Werder Bremen den Sigessong "Lass uns gehen" im Weserstadion. © dpa

Werder hatte sich zwar bemüht, wirkte aber müde. Möglicherweise hatte der Magen-Darm-Virus noch weitere Spieler erwischt. Und wenn nicht: Diese bittere Niederlage und der Sturz auf Platz 15 mit nur drei Punkten dürfte auch dem Rest auf den Magen schlagen. Werder geht es vor dem Gastspiel am Samstag beim VfL Wolfsburg richtig schlecht.

kni

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