„Ich hätte Stopp sagen müssen“

Der Magen bremste Trybull

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Endlich wieder gut gelaunt: Tom Trybull. ·

Bremen - Tom Trybull lachte – endlich mal wieder. In den letzten Wochen war der 19-Jährige eher als grimmiger Jung-Profi dahergekommen, der es offenbar nicht verknusen konnte, statt in der Bundesliga nur noch in der Regionalliga zu spielen.

Interview-Wünsche bügelte er stets ab: „Ich möchte nicht reden.“ Gestern war das anders. Dabei ging es eigentlich nur um die Frage, warum er nicht mittrainiert und nur ein paar Laufrunden gedreht hatte. Aber schon bei der ersten Antwort war ein völlig anderer Tom Trybull zu sehen und zu hören: „Ich bin ausgelaufen. Ich habe doch gestern mit der U 20 gegen Polen gespielt. 90 Minuten, in der zweiten Halbzeit war ich sogar Kapitän. Das hat richtig gut getan.“

Trybull strahlte und blieb ganz entspannt stehen, als wollte er sagen: Los, weiterfragen! Er musste nicht lange warten und dann erklären, warum er vergangene Saison als Senkrechtstarter 15 Mal für Werder in der Bundesliga gespielt hat und es in dieser Serie nicht einmal mehr in den Kader schafft. „Dafür gab es ein, zwei Gründe“, antwortete Trybull erst noch vorsichtig, um dann auszupacken: „Ich hatte Magen-Darm-Probleme, die sich über Wochen hingezogen haben. Dann gab es auch noch Probleme mit dem Fuß. Ich war so ehrgeizig und habe einfach weitertrainiert.“ Die Leistung sei dementsprechend gewesen: „Das war alles nicht super schlimm, aber ich war nur bei 80 und eben nicht bei 100 Prozent.“

Das Unheil hatte bereits im ersten Trainingslager auf Norderney seinen Lauf genommen. Dort traten die Probleme mit dem Magen zum ersten Mal auf. Trybull informierte Trainer Thomas Schaaf und Teamarzt Dr. Götz Dimanski. Nach einer kurzen Pause meldete sich der Mittelfeldspieler zurück. „Damit ist das Thema für den Trainer erledigt. Er muss keine Rücksicht nehmen, weil ich ja gesund bin“, erklärte Trybull. Er sucht die Schuld dafür, dass er krank weitergemacht hat, ausschließlich bei sich: „Ich bin alt genug, ich hätte Stopp sagen und die Sache richtig auskurieren müssen.“ Doch Trybull wollte in der Vorbereitung keine Einheit verpassen, um seine Chance auf einen Stammplatz nicht zu gefährden. Also schwieg er und trainierte. „Das ist so, als würden Sie ständig mit Sodbrennen zur Arbeit gehen. Man fühlt sich einfach unwohl.“

Als der Magen sich endlich beruhigte, streikte der Fuß. Wieder biss Trybull auf die Zähne. Erst jetzt ist alles wieder okay – und die Seele durch das 2:2 mit dem DFB-Nachwuchs gegen Polen gestreichelt. „Ich habe richtig Bock, jetzt kann es losgehen“, sagte Trybull und gab sich selbstbewusst: „Ich weiß, was ich kann. Wenn ich es schaffe, mein Potenzial auszuschöpfen, werde ich auch wieder spielen. Und in den Spielen mit der U 23 in der Regionalliga habe ich gezeigt, dass ich mich nicht hängen lasse.“ · kni

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