Wolfsburgs Coach setzt im Trainingslager auf Teambuilding und Starkreden: „Ich spüre, dass es vorwärts geht“

Magath versucht’s mit Bowling in Barsinghausen

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Mehr Zuckerbrot als Peitsche: Wolfsburgs Trainer Felix Magath baut seine Mannschaft auf. ·

Werder-Bremen - WOLFSBURG · Felix Magath ist jederzeit für eine Überraschung gut. Unberechenbar zu bleiben, ist beim 58-Jährigen seit jeher Bestandteil seines Tuns.

Und so setzte der beim VfL Wolfsburg in Personalunion als Trainer, Manager und Geschäftsführer tätige Tausendsassa vor dem Auswärtsspiel in Bremen ein dreitägiges Trainingslager an – im Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen. „Ich hoffe, damit das Mannschaftsgefüge stärken zu können. Da haben die Spieler nicht so viel Ablenkung. Zu Hause kommen noch die persönlichen Problemchen dazu“, sagte Magath gestern Mittag.

Für die Pressekonferenz hatte der VfL-Coach extra das Trainingslager verlassen. Doch danach fuhr er schnell wieder zurück. Schließlich will er nicht nur den Körper ertüchtigen, sondern auch den Geist stärken. Dazu sollte gestern Abend eine gemeinsame Bowlingrunde dienen. „Ich spüre und glaube, dass es vorwärts geht“, erläuterte der Maestro noch in seinem langatmigen Flüstertonfall. Offenbar ist Magath gewahr geworden, dass seinem speziell in fremden Stadien arg verschüchtert wirkenden Ensemble – mit nur vier Punkten ist der VfL das schwächste Auswärtsteam – ein bisschen mehr Zuckerbrot als Peitsche guttut. Zumal es gerade am Dienstagabend wieder Kritik gehagelt hatte. Bei der VW-Betriebsversammlung, zu der Magath sein Team beordert hatte, gab es nur vereinzelt Applaus – dafür umso mehr Pfiffe und Buhrufe.

Aber wie sollen Beleg- und Kundschaft auch mit diesem in vielerlei Hinsicht wahllos zusammengestellt wirkenden Kader warm werden, aus dem bereits 29 Spieler zum Einsatz gekommen sind? Magath hat mit Stürmer Patrick Helmes einen Millionen-Transfer seines Vorgängers Dieter Hoeneß kaltgestellt – und er konterkariert seine eigene Einkaufspolitik damit, dass die erst im Sommer getätigten Zukäufe wie Sotirios Kyrgiakos, Hrvoje Cale oder Mateusz Klich nicht mal mit nach Barsinghausen fahren durften. Überhaupt tummeln sich beim VfL zu viele Irrtümer: Die Ex-Frankfurter Patrick Ochs und Marco Russ taugen nur noch als Verschiebemasse, Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger ist noch verletzt und Spielmacher Alexander Hleb mal wieder wegen Muskelproblemen in München zur Behandlung gewesen.

Zwar hat Magath zuletzt wenig rotiert und vertraut derzeit einer 4-3-3-Formation, in der Ashkan Dejagah und Koo Ja-Cheol über die Flügel den Stoßstürmer Mario Mandzukic bedienen sollen, doch diese Mannschaft hat weder eine Spielidee noch eine Struktur – das meiste wirkt zufällig, das gesamte Team schwerfällig. Zu den wenigen Ausnahmen zählen Magaths Lieblingsschüler Hasan Salihamidzic (34) und der einst auch von Werder umworbene Mandzukic. Ansonsten besteht ein eklatanter Mangel an frischen, unverbrauchten Kräften.

Magath reagiert mit altbekannten Reflexen: Nachkäufen im Winter. Die generöse Alimentierung durch den ortsansässigen Autobauer macht es möglich. Angeblich sollen die ersten Deals mit den beiden Tschechen Vaclav Pilar und Petr Jiracek vom Champions-League-Teilnehmer Viktoria Pilsen so gut wie fix sein. · mb

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