Ballacks WM-Aus bringt den Bremer erneut ins Gespräch, aber Löw bleibt bei seiner Anti-Frings-Linie

„Lutscher“ wieder in aller Munde

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Ein Bild aus alten Zeiten: Torsten Frings und Jogi öw in der Nationalamannschaft.

Bremen - Von Carsten Sander · Das WM-Aus von Michael Ballack schockt die Fußball-Nation. Und es hebt ein Thema aus dem Grab, das dort schon still zu ruhen schien. Was auch ganz gut so war. Denn die Fehde zwischen Werder-Kapitän Torsten Frings und Bundestrainer Joachim Löw begann ab einem gewissen Punkt mangels neuer Entwicklungen uninteressant zu werden.

Dieser Punkt war der 6. Mai. An jenem Tag nominierte Löw seinen WM-Kader. Frings gehörte erwartungsgemäß nicht zu den Auserwählten. Ein letzter, leiser Aufschrei – und Schluss?

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Allen war klar: Eher werden Willi Lemke und Uli Hoeneß gemeinsam Urlaub buchen, als dass sich Frings und Löw nochmal die Hand zur Versöhnung reichen. Doch über eben diese Möglichkeit wird auf einmal wieder spekuliert. Weil Ballack die WM in Südafrika nicht spielen kann, ist „Lutscher“ Frings in aller Munde. Es mehren sich Stimmen, die eine Rückkehr des erfahrenen Bremers (79 Länderspiele) in die Nationalmannschaft fordern. Zum Beispiel Olaf Thon. „Eine Mannschaft, die bei der WM etwas erreichen will, braucht Köpfe. Deshalb sind die WM-Chancen der Deutschen ohne Ballack gesunken. Jetzt gilt es, möglichst schnell für einen Ersatz zu sorgen. Und der kann meines Erachtens nur Torsten Frings heißen. Löw wäre gut beraten, ihn nun zu nominieren“, sagte der Ex-Nationalspieler. Auch Werder-Aufsichtsratschef Willi Lemke sprach sich – einmal danach befragt – klar für ein Comeback von Ballack-Freund Frings aus: „Wäre ich Joachim Löw, ich würde keine Sekunde zögern und Torsten anrufen. Er ist auf Augenhöhe mit Ballack, was die Erfahrung angeht. Er kann für den Bundestrainer von unschätzbarem Wert sein. Torsten Frings drängt sich als Ideallösung geradezu auf. Jetzt muss Löw neu nachdenken, und das wird er tun. Ich hoffe, er wird die richtige Entscheidung treffen.“

Ob richtig oder falsch – entschieden hat Löw schon. Gestern Abend ließ er via DFB-Teammanager Oliver Bierhoff verkünden, dass die WM definitiv ohne seinen Lieblingsfeind stattfinden wird. Und Frings? Hielt sich gestern raus: „Mir tut es für Micha leid. Sonst möchte ich nichts sagen.“ Allerdings hatte der 33-Jährige, der seit seiner Ausbootung aus dem Nationalteam mit Löw gewaltig über Kreuz liegt, zuletzt schon deutlich genug Stellung bezogen. Es würde für ihn „überhaupt keinen Sinn machen, jetzt noch mit zur WM zu fahren“, hatte der Bremer Mittelfeldchef kurz vor der Kader-Nominierung erklärt: „Um gute Leistungen zu bringen, muss man auch das Vertrauen des Trainers spüren und Vertrauen in den Trainer haben.“ Aber das habe er in Löw „überhaupt nicht mehr“.

Klare Verhältnisse. Die Gräben sind so breit, dass niemand mehr einen Versuch wagt, drüberzuhüpfen. Und das sei das eigentlich Schlimme an der ganzen Geschichte, meint Werder Bremens Vereinsboss Klaus Allofs und beklagt bei der „Ausweitung der Unstimmigkeiten“ das „unclevere Verhalten von beiden“. Es sei schade, „dass wir eine Situation haben, in der es kein Zurück mehr gibt. Das sollte im Fußball nicht so sein. Es geht doch immer um die Sache.“ Und im Sinne des Erfolges müsste sich Löw eigentlich einen Ruck geben, fordert auch Allofs: „Torsten Frings mit zur WM zu nehmen, wäre nicht nur ein Rückgriff auf seine Routine“, sondern nach dessen starker Rückrunde „auch sportlich vertretbar.“

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