Lukimya und Di Santo machen aus 0:2 ein 2:2

Werders Wiederauferstehung

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TORSCHÜTZEN unter sich: Werders Assani Lukimya (links) gegen Herthas Neuzugang Julian Schieber, der im Alleingang für die Berliner 2:0-Führung gesorgt hatte.

Berlin - Von Cord Krüger. Das war nichts für schwache Nerven! Nach einer für alle Bremer Fans schwer verdaulichen ersten Hälfte gelang dem SV Werder gestern in seinem Bundesliga-Auftakt bei Hertha BSC im zweiten Durchgang eine imponierende Wiederauferstehung. Dank der Tore von Assani Lukimya (53.) und Franco Di Santo (55.) holte die Mannschaft von Trainer Robin Dutt einen 0:2-Rückstand noch auf und nahm immerhin ein 2:2 (0:1) aus der Hauptstadt mit. „Ein Punkt, mit dem ich sehr glücklich bin“, gestand Werders Sportchef Thomas Eichin.

Zwar hatte Davie Selke drei Minuten vor Schluss noch die Riesen-Chance zum Auswärtssieg auf dem Fuß, aber das Duell der letztjährigen Tabellennachbarn (Hertha Elfter, Bremen Zwölfter) hätte vor 59672 Zuschauern im Olympiastadion auch mit einem deutlichen Heimsieg enden können – denn Hertha besaß die besseren Chancen.

Dutt hatte seine Startelf im Vergleich zum Pokal-Zitter-Sieg bei Viertligist Illertissen auf zwei Positionen umgestellt: Felix Kroos übernahm von Alejandro Galvez die Sechser-Position vor der Abwehr, Franco Di Santo kehrte zurück in den Sturm, so dass Neuzugang Izet Hajrovic ins Mittelfeld wich und dort Fin Bartels auf die Bank verdrängte.

Werder hatte zunächst alles unter Kontrolle, ging früh auf den Ballführenden – etwa, als Di Santo Herthas Keeper Thomas Kraft zu einem Fehlpass nötigte (3.). Weitere brenzlige Situationen musste Kraft zunächst aber nicht überstehen – auch, weil die Grün-Weißen in der ersten Viertelstunde gleich vier Mal in die Berliner Abseitsfalle tappten (dreimal Di Santo, einmal Eljero Elia). Die Gastgeber hingegen kamen nun besser ins Spiel, wenn auch selten bis vor die Box von Raphael Wolf. Doch bei seinem zweiten Ballkontakt musste der Werder-Torwart die Kugel dann bereits aus dem Netz holen – nach einem schönen Spielzug der drei neuen Hertha-Offensiven: Genki Haraguchi schickte links per Steilpass Roy Beerens, und dessen Flanke in den Rücken der Bremer Abwehr köpfte Julian Schieber aus zentraler Position völlig frei zum 1:0 ein (16.). Luca Caldirola kam zu spät, war am Ball aber noch dran.

Nun brannte es bei Werder! Ein 28-Meter-Freistoß-Geschoss von Ronny rauschte knapp über den Querbalken (20.), 60 Sekunden darauf klärte Wolf per Fußabwehr gegen Ronny, und wenig später war die Nummer eins auch gegen Beerens zur Stelle (23.). Der Niederländer bekam den Pass durchs Abwehrzentrum von Ronny, der Brasilianer hatte Zlatko Junuzovic und Kroos vorher bedenklich locker stehen gelassen (23.). „Wir konnten froh sein, zur Halbzeit nicht schon höher zurückgelegen zu haben“, räumte Dutt ein, der erst nach 32 Minuten den ersten Torschuss seines Teams verzeichnen durfte – es war ein Freistoß von Zlatko Junuzovic aufs Außennetz. Es blieb die einzige Gäste-Gelegenheit der ersten Hälfte, so dass Dutt in der Pause reagieren musste. Mittelfeldmann Kroos kam raus, Nachwuchs-Stürmer Davie Selke rein. Damit verschwand auch die Mittelfeld-Raute zugunsten eines 4-4-2-Systems. „Felix war ein Opfer der taktischen Umstellung – und nicht etwa schlechter als Cedrick Makiadi oder Zlatko Junuzovic“, stellte Dutt hinterher klar. Makiadi und Junuzovic wechselten in die Mittelfeld-Zentrale, Hajrovic und Elia nach außen.

Doch der Umbau war noch gar nicht richtig vollzogen, da stand’s schon 2:0 für Hertha! 59 Sekunden nach Wiederanpfiff verwertete Schieber eine Linksflanke von Haraguchi zu seinem zweiten Treffer – wieder ziemlich frei.

Werder antwortete wütend – in Person von Santiago Garcia zu wütend: Der Argentinier stieß Hajme Hosogai um und hatte Glück, dass er dafür von Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer nur Gelb sah. Sekunden nach der Rudelbildung dann das erste zählbare Lebenszeichen von Grün-Weiß: Lukimya setzte sich im Luftkampf nach einem Junuzovic-Freistoß durch und traf – halb per Kopf, halb mit dem Rücken (53.). „Ein bisschen Glück gehörte schon dazu“, räumte „Luki“ ein – und freute sich über den „Charakter, den wir als Mannschaft danach bewiesen haben“. Auch der Bremer Fan-Block war wieder da – und bejubelte kurz nach dem Anschluss den Ausgleich! Elia bediente mit feinem Außenrist-Pass Di Santo, der Argentinier vollstreckte sicher (55.). 2:2, alles wieder offen, durchatmen!

Doch die Partie wurde nun ruppiger. Hajrovic musste einiges einstecken, ebenso Garcia, den der Ex-Bremer Sandor Wagner drei Minuten nach seiner Einwechslung von den Beinen holte und dafür wie zuvor Garcia „nur“ Gelb sah (77.). „Beide Mannschaften dürfen sich über den Schiedsrichter also nicht beschweren“, fand Dutt. Und über die Punkteteilung beklagte er sich schon gar nicht: „Man kann in diesem Stadion nach einem 0:2 auch ganz schnell untergehen.“

Lukimya und Di Santo sichern das 2:2

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