Sandro Wagner spricht über sein Töchterchen, seinen sportlichen Wandel und den Roboter-Tanz

„Luca-Marie gibt mir die Kraft“

Torjubel: Sandro Wagner führt den Roboter-Tanz auf. „Ein bisschen Spaß kann nicht schaden“, sagt er. ·

Bremen - Von Arne Flügge. Mit seinen fünf Toren für Werder Bremen ist Sandro Wagner in den vergangenen sieben Wochen ein bisschen zur Lebensversicherung im Abstiegskampf geworden.

Und zum Glücksbringer: Seit der 23-Jährige in der Startelf steht, haben die Hanseaten nicht mehr verloren. Über seinen ganz persönlichen Talisman, den Reifeprozess, den er durchlaufen hat, und warum er seine Tore mit dem Roboter-Tanz feiert, verrät der Stürmer im Interview.

Werder Bremen - Schalke 04 - 1:1

Sandro, vor neun Wochen wurde Ihre Tochter Luca-Marie geboren – wie sieht’s mit Ihrer Nachtruhe aus?

Wagner:Das ist okay, meistens steht meine Frau auf, aber ich unterstütze sie natürlich, helfe, wo ich kann. Und vor den Spielen sind wir ja im Hotel – da gehe ich dann um neun Uhr schlafen.

Ist es Zufall, dass es auch sportlich bei Ihnen super läuft, seit Sie Vater geworden sind?

Wagner: Ich weiß nicht, ob es Zufall ist. Vater zu werden, ist einfach genial, unglaublich schön. Die Kleine gibt mir Kraft und Motivation. Man verändert sich, wird ein Stück erwachsener. Vielleicht gibt’s da tatsächlich einen Zusammenhang.

Im Winter standen Sie auf dem Abstellgleis, wurden hart kritisiert – jetzt sind Sie Stammspieler. Wie ist der Wandel noch zu erklären?

Wagner:Die Kritik war hart, doch ich habe sie mir zu Herzen genommen. Der Trainer hat mir in einem super Gespräch erklärt, was er von mir verlangt. Das versuche ich jetzt umzusetzen.

Worauf hat Thomas Schaaf Sie hingewiesen?

Wagner:Auf Grundsätzliches und Kleinigkeiten, dass ich mich auf meinen Job konzentrieren soll.

Und das mit Erfolg, wie man sieht. Sie stehen seit sieben Spielen in Folge in der Startaufstellung, haben in der Zeit fünf Tore erzielt.

Wagner:Ich fühle mich derzeit sehr gut und denke, dass ich mittlerweile auch in Bremen angekommen bin. Doch ich will das Ganze jetzt auch nicht überbewerten. Hätte ich den Elfmeter gegen Schalke im Nachschuss nicht reingemacht, würde man mich jetzt nicht feiern, sondern wir würden vermutlich darüber sprechen, warum ich seit drei Spielen nicht mehr getroffen habe. Im Fußball geht alles so schnell – ich sehe das ganz realistisch.

Fühlen Sie sich trotzdem ein wenig als Gewinner der Rückrunde?

Wagner:Nein, weil in unserer Situation der Einzelne nicht wichtig ist. Die Mannschaft zählt. Darauf kommt es an – und ich helfe, wo ich kann.

Sie haben jetzt drei Elfmeter in Folge geschossen, Kapitän Torsten Frings als Schützen abgelöst. Wie kam’s dazu?

Wagner: Der Trainer hat eine Liste, auf der drei Namen stehen. Meiner steht auch drauf. Der, der sich sicher fühlt, soll schießen. Und ich habe im Moment sehr viel Selbstvertrauen. Darum schnappe ich mir dann auch den Ball.

Und führen dann als Jubel den Roboter-Tanz auf, den man von Englands Nationalspieler Peter Coruch kennt.

Wagner:Das ist richtig. Doch Crouch macht das anders, ich habe meinen eigenen Stil. Ich will da niemanden kopieren, mache das schon seit meiner Zeit in Duisburg. Damals hat mir ein Kumpel gesagt, ich sollte das doch mal als Gag aufführen. So bin ich dazu gekommen. Bei Werder muss ich das jetzt fortführen. Tim Wiese und Torsten Frings fordern das von mir.

Warum?

Wagner: Unsere Situation ist ernst, aber es kann nicht schaden, zwischendurch für ein bisschen Spaß zu sorgen. Vor allem, wenn wir ein Tor erzielt haben. Auch die Fans finden’s gut, und es ist doch schön, wenn man dann gemeinsam ein bisschen Freude hat.

Gegen Schalke gab’s postwenden den Ausgleich. Wird’s für Werder ein Abstiegskampf bis zum Schluss?

Wagner:Wir haben den Befreiungsschlag gegen Schalke verpasst und sind noch immer nicht gerettet. Wir sind aber auf einem sehr guten Weg. Sieben Spiele in Folge ungeschlagen zu sein – das ist im Abstiegskampf nicht selbstverständlich. Doch wir müssen nachlegen. Wir haben jetzt mit St. Pauli und Wolfsburg zwei direkte Konkurrenten hintereinander. Wenn wir gegen die punkten, dann haben wir es geschafft.

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