Krisztian Lisztes hat einen Traum: „Einmal noch gegen Bremen spielen“ / Schon wieder bei Ferencvaros Budapest

Die Locken sind weg, die Werder-Sehnsucht nicht

Ein typischer Krisztian Lisztes: Der Ungar war stets ein Antreiber – bei Werder und wie hier auch bei Rostock. ·

Budapest - Kristian Lisztes war der Pechvogel in Werders unvergessener Double-Saison 2003/2004. Ein Kreuzbandriss stoppte den Mittelfeldspieler kurz vor den großen Triumphen. Danach fand der Ungar nie wieder richtig in die Spur. Heute kickt er für seinen Heimatverein Ferencvaros Budapest – mal wieder.

In Bremen wird immer noch oft von der letzten Meistermannschaft gesprochen – von Ailton, Ivan Klasnic oder Johan Micoud. Der Name Kristian Lisztes fällt nur selten. Dabei war der Ungar eine der Säulen in der Bremer Mittelfeld-Raute. Bis zum 30. Spieltag stand der heute 35-Jährige in jeder Partie in der Startelf. Lisztes war ein absoluter Leistungsträger, zweikampfstark in der Defensive, kreativ in der Offensive. An zehn Bremer Treffern war er direkt beteiligt. Doch dann kam die Partie in Bochum, die im April 2004 eine Menge im Leben des so begabten Fußball-Profis ändern sollte. 15 Minuten vor dem Ende knickte Lisztes weg. Kreuzbandriss lautete die bittere Diagnose.

Ausgerechnet jetzt, denn der Mittelfeldspieler pokerte mit Werder gerade um den „Vertrag meines Lebens“, wie er damals mehrfach sagte. Lisztes hatte nun ganz schlechte Karten, sein Vertrag lief eigentlich aus, die Vereinslosigkeit drohte. Doch Werder ließ ihn nicht fallen, verlängerte den Kontrakt um ein Jahr. Trotzdem kam der Lockenkopf nie mehr richtig auf die Beine.

„Werder war meine schönste Zeit. Leider war es am Ende etwas unglücklich. Ich war so gut drauf, dann kam diese Verletzung. Sie hat mich komplett zurückgeworfen“, erinnert sich Lisztes heute.

Für die Norddeutschen absolvierte er nur noch zwei Kurzeinsätze im April 2005. Es folgte der Wechsel zu Borussia Mönchengladbach. Auch dort konnte Lisztes nicht mehr an seine tolle grün-weiße Zeit anknüpfen. Nach fünf Spielen war am Niederrhein schon wieder Schluss.

Immer wieder machte sich das linke Knie bemerkbar. So musste Lisztes fast anderthalb Jahre ohne Profi-Einsatz auskommen. „Es war eine sehr schwere Zeit. Ich habe nur dank meiner Familie und Freunde so gut durchgehalten“, berichtet der Ex-Bremer. Im Januar 2008 gab ihm sein Jugendverein Ferencvaros Budapest eine neue Chance. Doch lange blieb er nicht, Lisztes wurde zum Wandervogel. Einmal zog es ihn dabei auch wieder nach Deutschland – wieder in den Norden, aber nicht an die Weser, sondern an die Ostsee. Zweitligist Hansa Rostock hätte den Ungarn nach einer guten Rückrunde 2009 auch gerne behalten, doch beide Parteien konnten sich nicht auf einen neuen Vertrag einigen. Also ging der zweifache Familienvater zurück nach Ungarn.

Seit Sommer spielt Lisztes wieder für Ferencvaros Budapest – zum dritten Mal bereits in seiner Karriere. Mit 35 Jahren und ohne Locken ist er zwar nur noch ein „Joker“, aber immerhin bereitet ihm sein Knie keine Probleme mehr. Und zum Ende seiner Karriere hat der 49-fache Nationalspieler ohnehin nur noch einen großen Wunsch: „Ich würde gerne noch einmal gegen Werder spielen – am liebsten im Europapokal.“ · bis

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