„Ich werde auf jeden Fall kritisch sein“

Lobeshymne auf Bode, aber der will nicht nur kuscheln

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Ein schlauer Kopf für Werder: Marco Bode ist neu im Aufsichtsrat.

Bremen - Als das Blitzlichtgewitter kurz nach Mitternacht über ihn hereinbrach, da merkte Marco Bode mit einem Schmunzeln an: „Das habe ich vermisst.“ Der Ex-Profi ist zurück im Rampenlicht – und das natürlich bei seinem Club, bei seinem SV Werder Bremen.

Die Wahl in den Aufsichtsrat war am Montag Formsache, die Begrüßung des Neuen eine Herzensangelegenheit. „Wir sind stolz, diesen wunderbaren Menschen dazubekommen zu haben“, schwärmte Aufsichtsratsvorsitzender Willi Lemke. Bode machte allerdings klar, dass er nicht zum Kuscheln gekommen ist: „Ich werde auf jeden Fall kritisch sein, das kann aber auch positiv sein.“

Mitgliederversammlung Werder Bremen

Vor zehn Jahren hatte Bode sein letztes von 379 Bundesliga-Spielen für Werder bestritten. Immer wieder gab es danach Gerüchte, dass der Vize-Weltmeister von 2002 eine leitende Position bei Werder einnehmen könnte. Doch erst jetzt kehrt er zurück, und das auch nur „beratend und kontrollierend“, wie der 43-Jährige betonte: „Ich werde meine Meinung zu dem sagen, was die Geschäftsführung plant, aber ich mache sicher keine Transfervorschläge.“

Training ohne Sokratis und Elia

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Trotzdem: Bode wird ein aktiverer Aufsichtsrat sein als seine Kollegen Lemke, Dr. Werner Brinker, Hubertus Hess-Grunewald, Axel Plaat und Hans Schulz. Nach seiner Wahl kündigte der Ex-Profi an, schon bald das Gespräch mit Werder-Boss Klaus Allofs zu suchen: „Ich möchte einen engen Draht zur Geschäftsführung halten.“ Ob Allofs sich reinreden lässt, bleibt abzuwarten. Gestern meinte der Vorsitzende der Geschäftsführung lediglich: „Marco Bode ist von der Art her eine Bereicherung für uns. Es kann nur von Vorteil sein, wenn sich einer wie er für Werder engagiert.“

Das wird Bode tun. Er fand bereits deutliche Worte zu dem 13,9-Millionen-Euro-Minus aus der Vorsaison: „Das Ergebnis ist heute nicht befriedigend. Die größte Herausforderung wird es sein, die leichte finanzielle Schieflage wieder in den Griff zu bekommen und die Kurve zu kriegen.“

Einen wirtschaftlichen Background bringt Bode mit. Nach der Profi-Karriere absolvierte er ein Management-Studium und arbeitet nun als Geschäftsführer einer Sportmarketingagentur. Zudem entwickelt der 40-fache Nationalspieler Formate fürs Kinderfernsehen und ist regelmäßig Schirmherr von Wohltätigkeitsveranstaltungen.

„Marco ist schlau und selbstbewusst. Er hat fußballerischen Sachverstand, er hat kaufmännische Erfahrung und er hat ein großes soziales Engagement – besser geht‘s für Werder nicht“, lobte Lemke: „Marco wird frischen Wind in unser Gremium bringen.“ Erstmals schon in zwei Wochen. „Marco, am 18. November geht es los, dann ist unsere konstituierende Sitzung“, merkte Lemke bei seiner persönlichen Gratulation feixend an. Bode konterte so rasant wie früher auf dem Rasen: „Willi, das weiß ich schon.“ Und nicht nur das. Bode weiß auch, was „das Allerwichtigste für mich ist: Ich will authentisch und mir selbst treu bleiben.“ · kni/mr

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