Pasanens warme Worte für „das kleine Bremen“ / Werder-Profi will Trainer werden

Liebesgrüße aus Österreich

Seit fünf Jahren im Werder Trikot und deshalb sehr glücklich: Petri Pasanen.

Werder-Bremen - BAD WALTERSDORF n Fußball-Profis demonstrieren gerne mal eine besondere Identifikation mit ihrem Club und mit der Stadt, in der sie gerade spielen. Aber selten kommt es so glaubwürdig rüber wie gestern bei Petri Pasanen.

Der Werder-Profi sendete regelrecht Liebesgrüße aus Österreich Richtung seiner Wahlheimat Bremen. „Die Bremer sind ehrliche Leute, die viel arbeiten und stolz auf ihre Stadt sind – auf ihr kleines Bremen. Das gefällt mir, das passt zu meiner Mentalität als Finne“, schwärmte der 28-Jährige.

nVerzicht auf

nLänderspiele

Seit fünf Jahren trägt er nun schon das Werder-Trikot – so lange wie kaum ein anderer im aktuellen Kader. Mit seiner Rolle als Allzweckwaffe ohne Stammplatz hat sich der Abwehrspezialist längst abgefunden: „Es hat sich nun mal so entwickelt. Ich spiele, wo ich gebraucht werde.“ Sicher habe das auch Nachteile: „Mal spiele ich rechts, mal links – und dann sitze ich drei, vier Spiele auf der Bank. Da weiß man oft nicht, wo man leistungsmäßig steht.“ Aber egal, Pasanen will nicht jammern. Denn als bald 29-Jähriger hat für ihn eine neue Phase als Fußball-Profi begonnen. „Jeder weiß doch, dass man in meinem Alter nicht mehr schneller oder wirklich besser wird. Man kann nur noch kleinere Dinge verbessern. Deshalb will ich die Zeit jetzt genießen.“ Sich aber keineswegs zurücklehnen, der Finne gibt immer Vollgas, in jedem Training. Bei Spielen ist er eine verlässliche Größe, bietet immer ein gewisses Niveau, Ausreißer nach unten sind ebenso selten wie nach oben. Deshalb ist er auch kein Star. Bejubelt werden andere – wie zuletzt Diego, Claudio Pizarro oder Mesut Özil. „Die Besten stehen eben in der Öffentlichkeit immer vorne, obwohl es ein Mannschaftssport ist. Aber das ist in Ordnung“, behauptete er. Einen Teil der Begeisterung bekommt er ja auch mal ab, wie beim Pokalsieg. „Ich bin mindestens schon zweihundert Mal am Rathaus vorbeigegangen, habe nach oben geguckt und gedacht: Da würde ich gerne mal feiern. Und dann steht man da auf einmal wirklich. Es war wunderschön, weil es uns und der Stadt so viel Freude gebracht hat.“

Das schreit ja förmlich nach einer Wiederholung. Dafür ist Pasanen sogar bereit, auf Länderspiele zu verzichten. „Wenn wir im Oktober die WM-Quali nicht schaffen, und danach sieht es ja leider aus, dann werde ich eine Pause in der Nationalmannschaft einlegen, um mich voll auf Werder zu konzentrieren“, verkündete er. Mehr Einsatz für einen Club geht kaum. Wohl auch deshalb hat Werder den Vertrag mit Pasanen längst bis 2011 verlängert. Was danach passiert, weiß der 28-Jährige natürlich noch nicht. Aber er hat schon Vorstellungen, was nach seiner Karriere kommt: „Ich kann mir gut vorstellen, Trainer zu werden.“ In Bremen allerdings erst einmal nicht – da hat die Liebe dann ihre Grenzen: „Ich bin Finne und werde sicher irgendwann nach Finnland zurückgehen.“

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