Marko Arnautovic will nicht der „Bad Boy“ sein, er will Erfolg / Die Zeit der negativen Schlagzeilen soll vorbei sein

Ein lieber Junge mit einem weichen Herzen

Er will das Image des „Bad Boys“ abstreifen. Und: „Ich will Erfolg“, sagt Marko Arnautovic. ·

Belek · Jeder kennt das: Einmal nicht aufgepasst, schon ist man reingelatscht in das achtlos auf den Gehweg gespuckte Kaugummi. Fortan klebt es an einem, nervt, will einfach nicht verschwinden.

So ähnlich verhält es sich bei Marko Arnautovic mit seinem Image. Es ist nicht gerade gut, wie sich jeder denken kann. Sonst würde er es ja nicht abschütteln wollen. Aber es gelingt ihm nicht. Dabei bemüht er sich nach Kräften – jedenfalls in Momenten, in denen ihm die Gelegenheit dazu gegeben wird.

Das Trainingslager in Belek bietet diese Chance. Arnautovic wird zum Pressetermin geladen. Obwohl er neuerdings aus strategischen Gründen lieber nicht in den Schlagzeilen steht, erscheint er dazu gerne. Sagt er jedenfalls. Die Werder-Medienabteilung habe ihn „zehnmal gefragt, und ich habe zehnmal ja gesagt“.

Logisch, denn er hat in eigener Sache eine Botschaft zu platzieren. Es geht natürlich um seinen Leumund. „Bad Boy“, „Skandal-Profi“ – das sind die Synonyme, die die Medien für Marko Arnautovic gefunden haben. Doch er widerspricht energisch: „Ich bin kein Bad Boy. Ich bin ein Junge, der ein Herz hat, sogar ein weiches Herz.“

Die Vergangenheit des Österreichers bietet freilich einige Anekdoten, die ihn zumindest nicht als stromlinienförmige Figur des Profi-Fußballs erscheinen lassen. Arnautovic sei, so sagt es Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs, „schon in so manche Falle getapst“. Eben wie andere ins Kaugummi. Aber mittlerweile würde der 22-Jährige besser aufpassen, „die Tendenz stimmt“, so Allofs, der weiß, dass sich hinter der aus Tätowierungen und Irokesenschnitt bestehenden harten Schale ein umgänglicher Mitmensch verbirgt. „Es gibt das Bild von Marko, das nach draußen transportiert worden ist, und das Bild, das wir jeden Tag erleben. In unseren Augen ist er nicht der böse Junge.“

Vieles, behauptet Marko Arnautovic, sei medial gemacht worden. „Ich stand auch dann in den Schlagzeilen, wenn ich kein Interview gegeben habe.“ Seine Absicht sei das nie gewesen. „Ich fühle mich besser, wenn nicht jedes Mal etwas über mich in den Zeitungen beschrieben wird und ständig mein Telefon klingelt, der will dies, der will das.“

Möglicherweise hat ihm das zu Beginn seiner Karriere, die ihn von Twente Enschede via Inter Mailand zu Werder führte, noch geschmeichelt. Doch seine Haltung ist aktuell diese: „Ich spiele nicht für die Medien, sondern für die Mannschaft und die Fans.“ Und ja, „und für mich“.

Trotzdem macht er immer noch Fehler. Wie bei der 2:3-Niederlage bei Hannover 96, als er nach einem unnötigen Foul vom Platz flog und für drei Spiele gesperrt wurde. „Das hat mir weh getan“, gibt er zu: „Ich bin danach zurückgefallen, und es ist mir nicht so gut gelungen, stark zurückzukommen.“ Mit anderen Worten: Der Stammplatz, den Arnautovic bis dahin als Sturmpartner von Claudio Pizarro inne hatte, ging an Markus Rosenberg über.

Das ist der Hauptgrund, warum sich Arnautovic für seine mit nur vier Toren angereicherte Hinrunde nicht vor Stolz auf die muskulöse Brust trommelt. „Ich muss mehr Tore machen. Bisher ist das zu wenig für mich. Ich will Erfolg.“ Wie er den erreichen kann, hat er mittlerweile begriffen: „Wenn du läufst und kämpfst, kommt alles andere von alleine.“ · csa

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