Ende des Traumstarts:

Erstes Gegentor, erste Pleite: Werder mauert sich zum 0:1

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Dortmund machte dermaßen viel Dampf, dass Werder-Keeper Sebastian Mielitz nur ganz selten zum Durchschnaufen kam. Hier entschärft Mielitz einen Freistoß von Marco Reus (nicht im Bild).

Dortmund - Ende des Traumstarts: Nach zwei 1:0-Siegen am Stück hat Werder Bremen gestern Abend die erste Niederlage in der neuen Bundesliga-Saison kassiert. Bei Borussia Dortmund unterlagen die Bremer mit 0:1 (0:0).

Robert Lewandowski hatte vor 80 000 Zuschauern im Signal-Iduna-Park das Tor des Tages für die haushoch überlegenen Gastgeber erzielt (55.). Der BVB feierte damit im dritten Spiel den dritten Erfolg und bleibt weiter an der Tabellenspitze.

Werder-Coach Robin Dutt hatte voll auf die Überrumpelungstaktik gesetzt – schon die Startelf betreffend. Der Werder-Coach bot überraschend erstmals in dieser Saison Marko Arnautovic auf. Für den Österreicher, der bis Ende der Transferperiode am 2. September noch so teuer wie nur möglich verkauft werden soll, blieb Mittelstürmer Nils Petersen auf der Bank. Zudem bekam Özkan Yildirim den Vorzug vor Eljero Elia. Das Bremer Spiel war auf Konter ausgelegt – und Arnautovic sollte sie liefern.

Als der 24-Jährige in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit aus spitzem Winkel das Dortmunder Tor nur knapp verfehlte, hätte Dutts Idee beinahe den gewünschten Erfolg gebracht. Bis zu diesem Moment hatte Werder allerdings heikle Szenen en masse zu überstehen. Dortmund, der Tabellenführer nach zwei Spieltagen, machte natürlich das Spiel, ohne dabei zu überzeugen. Teils kombinierte sich der Champions-League-Finalist gefällig durch die zwei Viererreihen, die Werder als Abwehrbollwerk installiert hatte. Teils fehlten dem BVB beim Powerplay auf das Bremer Tor aber auch Präzision und Entschlossenheit. Bis zur Pause verzeichnete die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp dennoch eine Vielzahl guter Chancen. Die besten vergaben Neuzugang Henrich Mkhitaryan mit einem Volleyschuss am Fünfmeterraum, Marco Reus mit einem Freistoß (17.), Robert Lewandowski mit einem Heber (21.), wieder Reus mit einem Versuch von der Strafraumgrenze (32.), Jakub Blaszczykowski mit einem Lattenknaller (35.) – und schließlich rettete Aaron Hunt bei einem Dortmunder Schussgewitter auf der Torlinie (45.).

Die Aufzählung zeigt: Es war keine Selbstverständlichkeit, dass bei Werder auch nach der fünften Halbzeit der Saison die Null noch stand. Wieder war Glück im Spiel – das darf festgehalten werden, ohne die leidenschaftliche Bremer Abwehrarbeit abzuwerten.

Die Bilder zum Spiel in Dortmund

Werder Bremen verliert in Dortmund mit 0:1

Nach 55 Minuten war das Glück dann aber aufgebraucht, nutzte keine Leidenschaft mehr was: Nach einem eigentlich schon gestoppten Angriff der Borussia bekam Reus auf der rechten Seite eine zweite Chance, passte nach innen, wo Lewandowski mühelos vollstreckte. Es war das zweite Saisontor für den Polen und das erste Gegentor für Werder nach zuvor zwei 1:0-Siegen.

Was nun? Der „hanseatische Catenaccio“ hatte ausgedient, Werder musste von der Einigeltaktik auf Angriff umschalten. Und helfen sollte der Neue: Zehn Minuten nach dem Rückstand brachte Coach Dutt Franco Di Santo für Arnautovic – Werder- und Bundesliga-Premiere für den Argentinier. Aber auch mit dem Südamerikaner, der sein Potenzial schon andeutete, fehlten Werder die Mittel, um den BVB ernsthaft zu gefährden. Es blieb bei offensiven Ansätzen, vom Ausgleich waren die Bremer aber weit entfernt. Letztlich hätte die Niederlage höher ausfallen können. Doch der eingewechselte Pierre-Emerick Aubameyang (74.), Lewandowski (82.) und Reus (84.) waren auch in der Schlussphase weiter gnädig mit Werder. n csa

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