Leverkusener Talent kommt als Leihgabe / Abnehmer für Elia und Petersen

Öztunali soll Werder helfen

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Er ist der Enkel von Uwe Seeler und ein großes deutsches Talent. Ab der Rückrunde wird Levin Öztunali bei Werder sein Glück versuchen.

Bremen - Eljero Elia sitzt auf gepackten Koffern, Nils Petersen hat das Gepäck wohl schon im Auto verstaut – Werder Bremen ist drauf und dran, zwei Tribünengäste zu transferieren und den Gehaltsetat durch Streichung zweier Spitzengehälter zu entlasten. Elia steht unmittelbar vor einem Wechsel zum englischen Premier-League-Club FC South-ampton, Petersen wird bis Saisonende an den Liga-Rivalen SC Freiburg ausgeliehen. Und wenn zwei gehen, ist Platz für mindestens einen Neuen: Werder leiht Top-Talent Levin Öztunali für eineinhalb Jahre von Bayer Leverkusen aus – offenbar ohne Kaufoption.

Pikant an dieser Personalie: Öztunali ist der Enkel von HSV-Idol Uwe Seeler, kickt künftig aber beim Hamburger Erzrivalen. Ein Problem für den 18-Jährigen? „Nö! Er freut sich auf uns“, sagt Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin, der mit der Verpflichtung auf Zeit sehr zufrieden ist. „Die halbe Liga wollte ihn haben. Es ist ein Leihgeschäft, das für uns nur Vorteile hat“, erklärt er. Denn: Leverkusen zahlt noch einen Teil des Gehaltes und Werder die Leihgebühr für den offensiven Mittelfeldspieler nicht in Euro, sondern in Einsätzen. Je häufiger Öztunali spielt, umso billiger wird er. Bayer-Sportchef Rudi Völler: „Was Levin jetzt braucht, ist Wettkampfpraxis auf höchstem Niveau. Das kann ihm Bremen derzeit eher bieten als wir in Leverkusen. Wenn er bei Werder regelmäßig Bundesliga-Luft schnuppert und sein Niveau dadurch noch weiter steigert, dann wird er in absehbarer Zeit auch ein prägender Spieler unserer zukünftigen Mannschaft werden.“

Erstmals soll Öztunali aber ein prägender Akteur bei Werder sein – wenn er schon reif dafür ist. Mit 18 Jahren ist er nicht in dem Alter, in dem er automatisch als Leistungsträger eingeplant werden kann. Aber Coach Viktor Skripnik hat bislang bewiesen, dass er ein gutes Händchen für blutjunge Profis hat. Und Öztunali kennt er seit Jahren, lobt ihn in den höchsten Tönen, „weil er uns in den Jugendteams des Hamburger SV immer das Leben schwer gemacht hat. Er verfügt über ein starkes Tempodribbling, ist ein guter Kombinationsspieler. Er kann flexibel auf allen offensiven Positionen eingesetzt werden.“

Das meiste davon galt auch mal für Eljero Elia. Doch der Niederländer ist bei Werder krachend durchgefallen, spielt unter Skripnik überhaupt keine Rolle mehr. Nun soll der FC

Southampton angeblich bereit sein, den 27-Jährigen (Vertrag bis 2016) bei sich aufzunehmen – und will laut „Daily Mirror“ sogar fünf Millionen Euro an Werder überweisen. Wenn’s stimmt, hätte Eichin gewiss längst die Verträge unterschrieben. Weil aber davon auszugehen ist, dass die kolportierte Ablöse nicht ganz der Wahrheit entspricht, gibt es nichts zu vermelden, meint Eichin und schweigt zum Thema.

Ebenso im Fall Petersen. Der liegt allerdings noch klarer als die Personalie Elia. Der Stürmer, der von den Talenten Davie Selke und Melvyn Lorenzen in die dritte Reihe verdrängt wurde, soll sich mit dem SC Freiburg einig sein. Und zwischen Werder und dem SC gibt es ebenfalls keine großen Hürden mehr zu überbrücken. „Wir sind in guten Gesprächen. Hinter den Kulissen wird heftig gearbeitet“, sagt SC-Präsident Fritz Keller. Für die Rückrunde wird Petersen (26) verliehen, danach kann Freiburg die Kaufoption ziehen – für geschätzte 1,5 bis zwei Millionen Euro dürfte der im Formtief verwurzelte Torjäger (das letzte seiner 18 Bundesliga-Tore für Werder datiert vom 31. Spieltag der Vorsaison) zu haben sein.

Bestnoten für Selke und Bartels

Dass Werder einen Spieler an einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt abgibt, nimmt Thomas Eichin im wahrsten Sinne des Wortes in Kauf. Unter dem Diktat, Spieler abgeben zu müssen, um zu sparen, gibt es für den Geschäftsführer Sport nicht die freie Auswahl. Wer zahlt, ist willkommen. So ist die Lage.

Werder Bremen - Borussia Dortmund

Klappt es mit beiden Wechseln, spart Werder bis Saisonende rund zwei Millionen Euro Gehalt ein. Und sollte sich auch noch für Ludovic Obraniak (30) ein Abnehmer finden, steigt die Summe weiter an. Aber für den Franzosen gibt es noch keine heißen Kandidaten. Eichin: „Es kommen immer wieder Anfragen rein, aber bisher war nichts Konkretes dabei.“

csa

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