Werder Bremen und Bayer Leverkusen trennen sich 0:0 / Kießlings „Tor-Bart“ ist endlich ab

Wenig Rasanz, aber eine Rasur…

Aus Leverkusen berichtet Carsten Sander. Die Geschichte hatte im wahrsten Sinne des Wortes einen Bart. Gestern wurde selbiger rasiert. Nach dem 0:0 zwischen Bayer Leverkusen und Werder Bremen kam Stefan Kießling frisch rasiert aus der Kabine.

Das wirre Gestrüpp, das sich seit Saisonbeginn mehr und mehr seines Gesichtes bemächtigt und das lange die Storys über das Bayer-Team bestimmt hatte, ist beseitigt.

Kießlings selbst auferlegtes Gelübde, unrasiert durchs Leben zu gehen, so lange er in jeder Bundesliga-Partie ein Tor erzielt, durfte nach dem sechsten Spieltag gebrochen werden. Ein bisschen auch zur Erleichterung des Betroffenen: „Ich hätte zwar nichts dagegen gehabt, wenn der Bart noch dran geblieben wäre. Aber den Trubel, den ich damit ausgelöst habe, wollte ich nicht.“

Fotostrecke zum Spiel

Bayer 04 Leverkusen - SV Werder Bremen

Mit Kießlings Serie endete auch eine weitere: 72 Partien in Folge hatte die Werkself nicht mehr 0:0 gespielt. Dass es gestern passierte, lag an der Maxime beider Mannschaften, die da lautete: Safety first – bloß nicht zu viel Risiko eingehen.

„Das war unsere Marschrichtung, und das war, glaube ich, auch die Einstellung von Bremen“, meinte Simon Rolfes, zum Bayer-Kapitän aufgestiegenes Ex-Werder-Talent. Sein ehemaliger Trainer Thomas Schaaf bestätigte: „Beide wollten sich heute keine Blöße gegeben, der Respekt war groß.“

Entsprechend wenig Spektakuläres gab es nach den 90 Minuten in der mit 30 210 Besuchern ausverkauften BayArena zu berichten. Die Anfangsphase bot mit einer ersten Leverkusen-Chance für Toni Kroos (5.) sowie zwei Werder-Möglichkeiten durch Marko Marin (13./16.) noch den größten Unterhaltungswert. Dann passierte lange nichts, ehe die Gäste mit dem schönsten Spielzug des Tages fast ein Tor produziert hätten. Ein langer Pass von Torsten Frings auf Aaron Hunt hebelte die Bayer-Abwehr aus, Hunts Hereingabe fand jedoch nicht den in Position gelaufenen Marin (41.).

Es war eben diese Szene, an die Sportdirektor Klaus Allofs später dachte, als er das 0:0 von Leverkusen ganz anders bewertete als das 0:0 eine Woche zuvor daheim gegen Hannover 96. Damals schimpfte Allofs, gestern lobte er. „Wir können zufrieden sein. Gefehlt hat nur der krönende Abschluss. Insbesondere in der ersten Halbzeit hat mir unsere Leistung sehr gut gefallen.“

Wer diese Aussage allerdings in die Richtung interpretiert, dass Werder gegen den immer noch ungeschlagenen Tabellenzweiten ein Fußball-Feuerwerk entfacht hätte, bei dem das Runde einfach nicht ins Eckige wollte, irrt gewaltig. Gestern spielte Taktiktreue die Hauptrolle. Spielkontrolle ging vor Spektakel. Irgendwie verständlich, nachdem Werder drei Tage zuvor in der Europa League gegen Nacional Funchal (3:2) nur knapp einer Blamage entgangen war. „Heute haben wir vieles von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, strahlte auch Coach Schaaf Zufriedenheit aus: „Wir waren gut geordnet, haben uns gut gegenseitig geholfen.“

Dass die Offensive dabei auf der Strecke blieb – nach der Pause verzeichneten die Bremer keinen einzigen Torschuss mehr – wurde billigend in Kauf genommen. Ein Punkt aus Leverkusen mitzunehmen, erschien Werder als Erfolg. Kapitän Torsten Frings: „Wir waren nicht so überheblich, zu glauben, dass wir hier im Vorbeigehen drei Punkte mitnehmen können. Leverkusen ist eine starke Mannschaft, heute haben wir uns gegenseitig neutralisiert.“

Nicht ganz. Denn kurz vor dem Ende hätten die Platzherren fast noch den „lucky punch“ gesetzt. Arturo Vidal tauchte nach einem Kroos-Pass frei vor Tim Wiese auf, doch der Heber des Chilenen misslang gründlich und endete in Wieses rechter Pranke (82.). Hätte Vidal es besser gemacht, wäre Leverkusen jetzt Tabellenführer, und Werder müsste das Geschehen an der Spitze aus einem gebührenden Abstand verfolgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Hunde aus dem Tierheim nach Hause bringen

Hunde aus dem Tierheim nach Hause bringen

Intensives Training am Donnerstag

Intensives Training am Donnerstag

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Meistgelesene Artikel

Das passiert am Samstag

Das passiert am Samstag

Zehn Fakten zum Werder-Spiel gegen Gladbach

Zehn Fakten zum Werder-Spiel gegen Gladbach

Wohin mit Kainz? Nouri hat die Wahl

Wohin mit Kainz? Nouri hat die Wahl

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Kommentare