Robin Dutt gibt zu: „Das wäre beinahe in die Hose gegangen“ / Sebastian Mielitz hat bei Werder keine Zukunft

Das Leverkusen-Spiel hat Wolf gerettet

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Sebastian Mielitz ·

Bremen - Das war zu erwarten: Sebastian Mielitz spielt in den Zukunftsplanungen von Werder-Coach Robin Dutt überhaupt keine Rolle mehr. Nachdem der bisherige Bremer Stammkeeper seinen Platz an Raphael Wolf verloren hat, wird er Werder im Sommer nach Ablauf seines Vertrages wohl ganz verlassen müssen. Das ließ Dutt beim Werder-Talk „Stark Reden“ von Radio Bremen am Mittwochabend durchblicken.

Mielitz, da sei er sich sicher, „wird zurückkommen“, erklärte Dutt – garnierte den Satz aber mit einem „wo auch immer“. Bei Werder nicht, es sei denn, Wolf verletzt sich oder entpuppt sich als absolute Fehlbesetzung. Wovon Dutt selbstverständlich nicht ausgeht: „Ich hoffe, dass ich nicht mehr über einen Torwartwechsel nachdenken muss.“

Wolf hat das Rennen gewonnen – was aus Mielitz wird, ist offen. Und selbst Dutt räumt ein, dass die ganze Karriere des 24-Jährigen auf dem Spiel steht: „Wenn er ein guter Bundesliga-Torwart werden will – und das Potenzial hat er –, dann muss er aus dieser Situation gestärkt hervorgehen“, meinte Dutt: „Aber wenn ihn die Situation kaputtmacht, dann hat er vermutlich nicht das Zeug zu einem guten Bundesliga-Spieler.“

Das Geschäft ist eben knallhart, es produziert Verlierer und Gewinner. Raphael Wolf steht vor dem Rückrundenstart auf der Siegerseite, weil Robin Dutt ihn zur neuen Nummer eins in Bremen gemacht hat. Ehrlich gesteht der Coach ein, dass sich Wolfs Beförderung beinahe schon am Ende der Hinrunde erledigt gehabt hätte. Erst der 1:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen am letzten Spieltag habe es rausgerissen, so Dutt: „Manchmal gehen Dinge auch in die Hose. Und das wäre beinahe in die Hose gegangen. In den ersten drei Spielen hat er gefühlt 200 Tore kassiert, ohne dass er nur ein einziges hätte verhindern können. Da kannst du nicht argumentieren, dass er seine Sache gut gemacht hat. Und dann kommt dieses Leverkusen-Spiel, in dem er das beweist, was er seit einem halben Jahr im Training gezeigt hat. Er gewinnt uns dieses Spiel, weil er die wenigen Chancen, die Leverkusen hat, einfach pariert.“

Genau genommen waren es drei Bälle vom Schwierigkeitsgrad leicht bis mittelschwer, die Wolf zu halten hatte. Dutts Worte überhöhen also die Leistung des 25-Jährigen. Aber Schlussmann Wolf hatte das Trainerteam schon in den Übungseinheiten überzeugt. Die vier Einsätze vor der Winterpause sollten nur noch die letzte Gewissheit liefern. Dutt: „Wir mussten wissen: Läuft das nur in unserem Kopf-Kino ab, dass er ein Guter ist oder zeigt er es auch auf dem Platz?“ Er brauchte Eindrücke, sonst hätte er einen „Torhüter gewechselt, ohne irgendein Feeling“ für den anderen zu haben.

Was deutlich durchklingt, ist, dass Dutt die personelle Veränderung im Tor wollte. Begründung: „Mieles Leistungen waren nicht so, dass der Gedanke an einen Torwart-Wechsel abwegig gewesen wäre.“ · csa/kni

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