Die neue Wunderwaffe?

Der letzte Mosaikstein für das neue Mittelfeld

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Kevin De Bruyne

Bremen - Es liegt in der Natur der Sache, dass bei Spielervorstellungen viel gelobt wird. So auch gestern, als Werder Bremen endlich den Belgier Kevin De Bruyne vorstellen konnte.

Aber so dick wie bei dem für eine Saison vom FC Chelsea ausgeliehenen 21-Jährigen tragen Sportdirektor Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf sonst nicht auf. Haben die Bremer da etwa einen ganz dicken Fisch an Land gezogen?

„Außergewöhnlich“ ist das Attribut, das Allofs wählt, wenn er über Kevin De Bruyne spricht. Oder genauer: Wenn er die Ergebnisse des monatelangen Scoutings reflektiert. In der vergangenen Woche, als die Verhandlungen mit dem FC Chelsea auf die Zielgerade einbogen, hatte er sich den Packen Berichte, den die Bremer Spielbeobachter verfasst hatten, noch einmal zu Gemüte geführt. Vielleicht nur so zum Spaß, vielleicht aus Vorfreude. Jedenfalls stellte Allofs „Außergewöhnliches“ fest: Die Berichte waren „zu 90 Prozent positiv, fast schon überschwänglich“. Bei jungen Spielern sei das selten, „weil Leistungsschwankungen in dem Alter normal sind.“ De Bruyne habe sich dagegen bei jeder Beobachtung – und davon hat es „ich weiß gar nicht wie viele“ gegeben, so Allofs – stabil präsentiert. Noch dazu auf einem hohen Niveau. „Mit ihm“, erklärte Allofs also, „fühlen wir uns noch besser für die kommende Saison gerüstet.“

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Für Thomas Schaaf ist der belgische Nationalspieler der Mosaikstein, der im Mittelfeld der neu aufgebauten Mannschaft noch fehlte. „Kevin ist genau der Spieler, den wir brauchen“, sagte der Coach und beschrieb die wesentlichen Talente des Neuzugangs im Telegrammstil: „Er möchte ein Spiel lenken, ist aktiv, technisch stark, kann die Pässe spielen, kann andere in Szene setzen, geht auch selbst in die Spitze, ist aber auch diszipliniert genug, in der Defensive zu helfen.“ Kurzum: der perfekte Mittelfeldspieler?

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So weit gingen die Werder-Chefs dann doch nicht. „Man soll ja auch nicht zu viel loben“, schmunzelte Allofs und zwinkerte nach rechts. Dort saß neben ihm auf dem Podium der, um den es ging. Kevin De Bruyne (Muttersprache Niederländisch) ließ sich von einem Dolmetscher die Übersetzungen zuflüstern und nahm das Konzert der Loblieder zur Kenntnis. Rot vor Scham wurde er aber nicht. Sein Lausbubengesicht strahlte das Selbstvertrauen eines Spielers aus, dessen Transferrechte dem FC Chelsea zu Jahresbeginn acht Millionen Euro wert waren. Dass er nun ausgeliehen wird, erschüttert ihn nicht: „Das war von vornherein so abgesprochen.“ Und die Bundesliga sei eine „gute Bühne“, meinte De Bruyne: „Für mich ist es wichtig, dass ich viel spiele und mich gut entwickeln kann.“ Um nach Ablauf des Leihgeschäfts endlich beim FC Chelsea anzukommen? „So weit schaue ich nicht voraus“, erklärte er.

Da geht’s ihm wie Klaus Allofs. „Jetzt spielen wir erstmal die Saison, dann sehen wir, was sich daraus entwickelt“, sagte der Werder-Geschäftsführer, der De Bruyne schon auf dem Zettel hatte, lange bevor Chelsea auf den Plan getreten war. „Aber wir mussten früh erkennen, dass eine Verpflichtung für uns nicht möglich war“. Umso schöner sei es nun, dass De Bruyne doch ein Bremer geworden ist – auch wenn er nur geborgt ist und nicht mal eine Kaufoption ausgehandelt werden konnte. „Mehr war einfach nicht möglich“, so Allofs. · csa

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