Sebastian Boenisch ackert fürs Comeback – und freut sich auf den Konkurrenzkampf

Letzte Etappe der Leidenszeit in Sicht

Der Dress im neuen Design passt! Nach der offiziellen Team-Präsentation will Sebastian Boenisch so bald wie möglich wieder auf dem Platz das Trikot mit der Nummer 2 tragen. ·

Bremen. Kraftraum, Walking, Aqua-Jogging – Sebastian Boenisch schuftet für sein Comeback. Zehn Monate nach der niederschmetternden Diagnose Knorpelschaden arbeitet sich Werders Linksverteidiger aus dem gesundheitlichen Dilemma heraus.

Seit der letzten Operation im März steht für den 24-Jährigen jetzt der Muskelaufbau im Vordergrund. Teamarzt Dr. Götz Dimanski lobt: „Das macht er ganz fantastisch.“

Und wann steht der Mann mit der Rückennummer 2 wieder auf dem Fußballplatz? „Ich bin lieber vorsichtig mit Prognosen“, sagt Boenisch. „Sonst kommen Fragen nach Problemen auf, wenn sich im Zeitplan etwas ändert.“ Momentan deutet aber einiges auf eine Rückkehr ins Mannschaftstraining im September oder Oktober hin.

Training am Montag

Werder-Training am Montag

Während die Stimmung bei Per Mertesacker, Sebastian Prödl und Naldo, die vor dem offiziellen Mannschaftstraining mit Fitnesstrainier Kugel arbeiteten, ausgelassen fröhlich war, musste Leon Balogun die anschließende Übungseinheit abbrechen und humpelte vom Platz. © nordphoto
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Der Defensivmann fühlt sich immer besser – aber die Vergangenheit hat ihn gelehrt: „Wenn man gerade mal gut drauf ist, passiert irgendwas.“

So wie zu Beginn seiner Leidenszeit. In der Bundesliga lieferte er gerade konstant überzeugende Leistungen ab, und für die polnische Nationalmannschaft bestritt der 1,91-Meter-Hüne seine ersten Länderspielen. Doch dem Stolz darauf folgte der Schock.

Solche Fälle bedeuten für Dr. Dimanski oft den Beginn der „ersten von zwei schwierigen Etappen: Zunächst muss ein Spieler erstmal begreifen, wie schwer die Verletzung ist.“ Dann beginnt die Reha, und kurz vor dem Ende steht die zweite kritische Phase an: Ein verfrühtes Comeback kann das gute Ergebnis einer Behandlung gefährden. Also gilt: Bei allem Verständnis für das Drängeln eines lange laborierenden Patienten muss ein Arzt einen Spieler auch mal mit beiden Händen am Trikot ziehen, um ihn zurückzuhalten.

Bisher bleibt Sebastian Boenisch noch diszipliniert. Beim Bewältigen der Ungeduld half ihm zweifelsfrei auch, dass Werder seinen Vertrag während der Reha bis 2012 verlängerte – im schnelllebigen Profigeschäft alles andere als selbstverständlich und eine Riesenerleichterung für den 24-Jährigen.

Trotzdem durfte der Verein auf der Suche nach Verstärkungen für die linke Abwehrseite natürlich nicht untätig bleiben. Und so stieß jetzt Lukas Schmitz vom FC Schalke 04 zu Werder. Boenisch freut sich jedoch auf den anstehenden Wettbewerb um den Stammplatz: „Fürs Team kann das nur das Beste bedeuten, denn Konkurrenzkampf ist sehr wichtig – für alle von uns.“ Diesen Kampf nimmt er an – und dass er schuften kann, hat er in seinen mittlerweile vier Jahren für Werder schon mehrfach bewiesen. · ck

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